Lewis Hamilton

Formel 1 in Spanien

— 14.02.2008

Hamilton unbeliebt wie Schumi

Lewis Hamilton kehrte auf die Teststrecke im spanischen Jerez zurück. Zwar blieb es diesmal ruhig an der Strecke, doch Hamilton droht eine ähnliche Abneignung in Spanien wie einst Michael Schumacher.

Die Rückkehr von Lewis Hamilton nach Spanien wurde höchst sensibel verfolgt. Der britische Sender BBC war seit dem frühen Dienstag an der Teststrecke in Jerez/Spanien und wartete darauf was passieren würde, wenn der Brite auf die Piste zurückkehrt, nur neun Tage, nachdem spanische Formel-1-Fans den 23 Jahre alten Engländer in Barcelona rassistisch verhöhnt hatten. 250 Zuschauer hatten sich auf der Tribüne eingefunden, als die Boliden zu weiteren Testfahrten auf die Strecke rollten. Der BBC-Kommentator David Croft meldete kurz darauf in die Heimat: "Sie zollen Hamilton den verdienten Respekt, sie sind gekommen, um die Autos zu sehen." Wenigstens keine weitere Eskalation in dem Fall, der seit Anfang vergangener Woche die Formel 1 beschäftigt. Mark Webber, Rennfahrerkollege in Diensten von Red Bull und einer der Direktoren der Formel-1-Fahrervertretung, sagte nun, Hintergrund der Schmähungen sei kein Rassismus, sondern der Fanatismus der spanischen Fans. "Sie sind total, total auf Fernando Alonso fokussiert." Und durch dessen teaminternen Kleinkrieg mit dem Kollegen im vergangenen Jahr bei McLaren-Mercedes ist Hamilton in Spanien zum nationalen Feindbild geworden.

Die Hautfarbe ist nur Mittel zum Zweck

Bei den Tests in Barcelona flogen Gegenstände in Richtung Mercedes-Box, und die Schmährufe der Zuschauer waren unüberhörbar rassistisch.

Alonso ist zu seinem alten Team Renault zurückgekehrt, doch Webber prophezeit Hamilton auch in der Zukunft schwierige Zeiten. "Wir haben zwei Rennen in Spanien – in Barcelona und in Valencia – und die werden sehr gut besucht sein. Die Zuschauer werden Lewis nicht mögen und das wird noch eine sehr lange Zeit so bleiben", betont Webber. "Genauso wie sie Michael Schumacher nie gemocht haben." Hamiltons Hautfarbe ist laut Webber nur ein besonders dummes Mittel zum Zweck. "Einen rassistischen Aspekt gibt es nur in der Hinsicht, dass sie seine Hautfarbe nutzen, um Lewis weh zu tun. Du musst einen Weg finden, dich nicht verletzen zu lassen." Offenbar treibt der Fanatismus der spanischen Fans aber schon längere Zeit seltsame Blüten. Zuletzt hatte Hamiltons Vater Anthony gegenüber Max Mosley gesagt, dass Spanier seinen Sohn bis zum Grand Prix von Shanghai verfolgt hätten. "Er hat mir gesagt, dass schon in China ausfällige Zuschauer waren", sagte der Chef des Motorsport-Weltverbands. "Das waren keine chinesischen Zuschauer, die waren aus Spanien gekommen." Mosley weiter: "Wenn das in Australien passiert wäre, hätten wir sie festhalten und ihre Namen und Passnummern aufnehmen können."

Der Weltverbandschef betonte, man werde "alles tun, um diese Ausfälle zu unterbinden". Der Entzug eines Grands Prix sei aber nur das äußerste Mittel. Andere Austragungsorte wären leicht zu finden. Bernie Ecclestone will am Wochenende nach St. Petersburg reisen, um mit dem Gouverneur der Region über den Bau einer Formel-1-Strecke zu verhandeln. Sie könnte 2010 in den Kalender aufgenommen werden.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.