Red Bull

Formel 1: Insider sieht Red Bull im Unrecht

— 27.03.2014

Müssen die FIA-Messwerte akzeptieren

Die Disqualifikation von Daniel Ricciardo in Australien ist auch in Malaysia noch Thema Nummer eins. Die Konkurrenz ist sich aber sicher: Red Bull ist im Unrecht.

Tag eins im Fahrerlager nach dem Spritfluss-Skandal um Red Bull: Daniel Ricciardos Disqualifikation war DAS Diskussionsthema in der Hitze von Malaysia. Dabei wird immer klarer: Red Bull hat wirklich nicht betrogen, hätte die Anweisungen der FIA, den Benzinfluss zu bremsen, aber befolgen müssen. Ein hochrangiger Cheftechniker der Konkurrenz, der nicht genannt werden will: „Red Bull kann nicht einfach ihre eigenen Messinstrumente über die der FIA stellen. Das wäre so, als wenn wir das normale Scrutineering an der Rennstrecke nicht akzeptieren und unsere eigenen Messgeräte mitbringen würden. Da könnten wir auch sagen, die Instrumente FIA sind durch das ständige Reisen nicht mehr genau geeicht. Das maßen wir uns aber nicht an!“

Kein Freispruch zu erwarten

Die Konkurrenz empfindet Red Bulls Verhalten als kritisch

Der Ingenieur rechnet deshalb nicht mit einem Freispruch vor dem FIA-Gericht am 14. April in Paris. „Das würde Tür und Tor öffnen für weitere Alleingänge von Teams.“ Hintergrund: Bei Daniel Ricciardo sollen in Melbourne kontinuierlich mehr als die erlaubten 100 Kilogramm Sprit pro Stunde in die Brennräume des V6 geflossen sein. Red Bull bestreitet das und beruft sich auf Messfehler des sogenannten „Fuel Flow Meters“ der FIA. Teamchef Christian Horner: „Wir können anhand unserer eigenen Daten nachweisen, dass wir nicht über dem Limit lagen.“ Tatsächlich arbeitet der Sensor der FIA teilweise fehlerhaft. Einige Techniker sprechen von Messabweichungen von 1,5 Prozent. Unser Ingenieur: „Mehr als 0,25 sind eigentlich nicht akzeptabel. Aber andere Teams haben den Spritfluss trotzdem reduziert und damit einen Nachteil in Kauf genommen.“

Surer für Alternativlösung

Red Bull dagegen weigerte sich diesen zu akzeptieren. Und genau das ist das Problem. Ex-F1-Pilot Marc Surer vergleicht: „Das ist so, als ob man geblitzt wird, aber darauf besteht, dass der eigene Tacho weniger angezeigt hat. Damit kommt man auch nicht durch.“ Die Benzinfluss-Regel selbst steht trotzdem weiterhin im Kreuzfeuer der Kritik. Surer: „Die versteht kaum ein Zuschauer.“ Seine Lösung: „Im Qualifying ist die Regel nachvollziehbar - im Rennen ist sie unnötig. Alle Fahrer haben 100 Kilo Sprit zur Verfügung. Damit soll jeder machen können, was er will.“ Der Sky-Experte mahnt aber auch: „Man sollte die Regeln jetzt nicht schon wieder ändern…“

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Getty Images

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.