Sebastian Vettel

Formel 1: Italienische Presse haut auf Vettel drauf

— 05.10.2016

Verspielt Vettel bei Ferrari seinen Ruf?

Sebastian Vettel sieht sich nach seinem erneuten Startcrash in Malaysia heftiger Kritik ausgesetzt. Die italienische Presse schreibt Vettel nieder.

Max Verstappen nannte ihn einen Idioten, Niki Lauda redete ihn in die „Krise". Doch noch schlimmer geht die italienische Presse mit Sebastian Vettel nach dessen Startcrash in Malaysia um.

Die Corriere della Sera schreibt: „Es ist nun klar, dass Ferrari einen erfolgreichen Fahrer benötigt. Je mehr Red Bull sich verbessert, desto unscheinbarer wird Sebastian."
Die Statistiken zum Malaysia GP: Vettels längste Durststrecke

La Repubblica tönt: "Er war bekannt für seinen Nummer-1-Finger, aber jetzt lacht er nicht mehr. Hat Maranello den höchstbezahlten Fahrer der Formel-1-Geschichte ertränkt oder hat Vettel sein Talent und seinen Speed verloren?"

Die größte italienische Sporttageszeitung Gazetta dello Sport urteilt gar: „Es ist traurig, dass er die Verantwortung für seine Fehler nicht übernehmen will.“ Immerhin: Sie räumt auch ein: „Dass Vettel in der Krise ist, ist auch Ferraris Schuld."

Verspielt Vettel bei Ferrari seinen Ruf?

Fakt ist: Nicht mal ein Jahr ist es her, da hat der Heppenheimer in Sepang seinen ersten Sieg in rot geholt und wurde dafür gefeiert wie ein Gott. Nur zwölf Monate später soll er das Fahren verlernt haben? Ex-Ferrari-Star Gerhard Berger nimmt den Heppenheimer gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT in Schutz: „Jeder gute Rennfahrer stößt in so einen Lücke wie Sebastian am Start in Sepang. Wenn er das nicht mehr tun würde, dann hätte er das Fahren verlernt. Sein Manöver zeigt eher das Gegenteil."

Die italienische Presse schreibt Vettel nieder

Dass es dabei dennoch zum Crash mit Rosberg kam, gehört für Berger dazu. „Das ist Teil des Spiels, so ein Manöver ist immer riskant und dieses Risiko gehst du auch ein, wenn du die Lücke suchst. Der Start von Sepang war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Ich finde sogar die Strafe für Sebastian zu hart.“ Vettel muss am Start beim nächsten Rennen in Japan drei Plätze zurück.

Fakt ist aber auch: Schon mehrfach war Vettel in diesem Jahr in Startkollisionen verwickelt. Liegt das am Druck, den er bei Ferrari spürt? Berger: „In so einer Situation spielt der Druck keine Rolle. Das ist purer Rennfahrerinstinkt."

Vettels Startcrashs zeigen aber auch: Er muss in diesem Jahr viel mehr Risiko gehen und besser sein als sein lahmender roter Renner, um aufs Podest zu kommen. Denn auch in Malaysia haben die groß angekündigten Aerodynamikänderungen ihre Wirkung verfehlt. Seit Technikchef James Allison seine Arbeit nach dem Tod seiner Frau im März eingestellt hat, tritt die Scuderia auf der Stelle.

Wirklich beurteilen kann die Situation aber wahrscheinlich nur einer: Fernando Alonso. Der ehemals als bester Formel-1-Fahrer der Welt bekannte Spanier kämpfte bei Ferrari fünf Jahre lang mit unterlegenem Material und musste sich von der italienischen Presse ebenfalls verschiedenste Vorwürfe gefallen lassen. Dass sich Risiko am Start aber auch auszahlen kann, zeigte der Spanier bei eben jenem Rennen in Malaysia, als er in seinem ebenfalls noch schwächelnden McLaren-Honda nach der ersten Runde allein zehn Plätze gut gemacht hat – und mit viel Glück eine Kollision verhindern konnte.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Hersteller

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