Formel 1: Galerie - Japan GP

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Formel 1: Japan GP - Tagebuch

— 27.09.2015

Suzuka im Splitter: Sonntag

Die Formel 1 gastierte in Japan. AUTO BILD MOTORSPORT schildert die Eindrücke aus dem Fahrerlager von Suzuka. Alle News jetzt im Überblick:

Sonntag

Wenigstens vor und nach dem Rennen in Suzuka war Mercedes im Fernsehen zu sehen

Mercedes motzt über TV-Präsenz:
Mercedes hat sich nach dem Suzuka-Sieg von Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton vor Teamkollege Nico Rosberg über mangelnde TV-Präsenz beklagt. „Ich war nicht sicher, wo wir während des Rennens waren”, meinte Teamchef Toto Wolff nach dem Japan GP und fügte an: „Ich musste auf die Zeittafeln schauen, weil man die Autos auf der Strecke ja nicht sehen konnte”. In der Tat war vor allem von Hamilton, der nach seinem Überholmanöver gleich zu Beginn gegen den von der Pole Position gestarteten Rosberg allein vorneweg fuhr, kaum etwas zu sehen. Auch das Duell Rosbergs mit Ferrari-Pilot Sebastian Vettel auf den beiden weiteren Plätzen wurde von der Regie eher selten gezeigt. Aufsichtsratschef Niki Lauda kündigte daher ein Gespräch noch in dieser Woche mit F1-Boss Bernie Ecclestone an. „Im Moment kann ich nicht viel sagen, aber es war lustig: Selbst beim Boxenstopp hat man Lewis, den Führenden, nur noch beim Herausfahren gesehen.”

Frust bei Hondas Heimrennen: Mit Platz elf in einem Rennen ohne Ausfälle zeigte Fernando Alonso im schwachen McLaren am Sonntag eigentlich eine starke Leistung und kämpfte wie ein Löwe gegen die viel schnellere Konkurrenz. Keine bis wenig Leistung zeigte aber einmal mehr das Honda-Aggregat im Rücken des Spaniers. „GP2-Motor, GP2-Motor”, schrie der mit zwei Weltmeister-Titeln dekorierte Alonso via Funk sein Team an. Zu der verbalen Ohrfeige für die Honda-Ingenieure folgte noch ein nicht genau definierbarer, aber klar hörbarer Ausdruck von Wut. Alonsos Teamkollege Jenson Button, Weltmeister von 2009, wurde 16. Bereits im Vorfeld des Rennens hatte Honda angekündigt, dass man keine "Wunderdinge" von ihnen erwarten dürfe - die mangelnde Geschwindigkeit auf der Heimstrecke des japanischen Herstellers und der Frust ihres Star-Piloten bestätigte diese Einschätzung deutlich.

Grund zur Freude: Lewis Hamilton zog mit seinem 41. Karriere-Sieg mit Ayrton Senna gleich

Hamilton eifert Idol nach:
Lewis Hamilton hat mit seinem 41. Grand-Prix-Sieg die persönliche Bestmarke der Formel-1-Legende Ayrton Senna eingestellt. Der 30 Jahre alte Brite rückte in der ewigen Siegerliste der Motorsport-Königsklasse mit seinem Erfolg beim Großen Preis von Japan am Sonntag in Suzuka auf Rang vier vor, den sich der Mercedes-Pilot nun mit dem Brasilianer teilt. Von den aktiven Fahrern hat nur Sebastian Vettel (42) mehr Siege als Hamilton. Spitzenreiter auch in dieser Statistik ist Rekordweltmeister Michael Schumacher (91). Die meisten GP-Siege: 1. Michael Schumacher (Kerpen) 91, 2. Alain Prost (Frankreich) 51, 3. Sebastian Vettel (Heppenheim) 42, 4. Ayrton Senna (Brasilien) 41, 4. Lewis Hamilton (Großbritannien) 41, 6. Fernando Alonso (Spanien) 32, 7. Nigel Mansell (Großbritannien) 31, 8. Jackie Stewart (Großbritannien) 27, 9. Jim Clark (Großbriannien) 25, 9. Niki Lauda (Österreich) 25.

Samstag

Grid durcheinander gewirbelt: Zwei Strafen und ein nötiger Start aus der Boxengasse haben die Startaufstellung zum Japan GP am Sonntag im Anschluss an die Qualifikation vom Sonntag durcheinander gewirbelt. Toro Rossos Max Verstappen wurde um drei Plätze strafversetzt, weil er nach Ansicht der Rennleitung seinen Wagen in Q2 bei seinem Defekt noch einmal auf die Ideallinie steuerte, obwohl sein Motor bereits keine Power mehr hatte. So gefährdete er die vorbeifahrenden Piloten - bedeutet: Startplatz 17 für Verstappen. Nico Hülkenberg brachte seine Drei-Plätze-Strafe für einen Crash mit Felipe Massa schon aus Singapur mit, fährt in Suzuka als 13. los. Keine Starfe kassierte Daniil Kvyat. Nach seinem heftigen Abflug in Q3 musste aber das Chassis des Red-Bull-Piloten gewechselt werden, weshalb der Russe das Rennen aus der Box aufnehmen muss.

Im Quali wurde Sebastian Vettel nur Vierter: Dafür versüßte ihm sein Chaf den Tag mit einem Lob

Arrivabene zieht Vettel Schumi vor:
Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene hat seinen Fahrer Sebastian Vettel gelobt und dabei auch einen Vergleich zum Charakter von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher gezogen. Der 58 Jahre alte Italiener erklärte: „Viele haben gesagt, dass Seb nur gewann, weil er das bessere Auto hatte und in bestimmten Augenblicken habe ich das auch gedacht. Heute, wo ich mit ihm arbeite, kann ich sagen, dass er in gewisser Hinsicht sogar besser ist als Michael. Vor allem vom Charakter her." Wie meint Arrivabene das denn? Der Italiener klärt auf: "Michael war introvertierter, öffnete sich nur einem engen Personenkreis. Seb strahlt mehr aus, die Jungs empfinden ihn als einen der ihren. Wenn er dann seine Meinung sagen muss, weicht er keinen Millimeter zurück", so Arrivabene, der auch früher als Marketing-Chef von Sponsor Marlboro schon bei der Scuderia involviert war.

Freitag

Pizza-Express & Paddock-Club: Das Lotus-Team hat in Japan erneut für negative Schlagzeilen gesorgt. Nachdem die Truppe aus Enstone, der wegen ihrer Steuerschulden in Hohe von rund vier Millionen Euro in der kommenden Woche ohnehin schon ein Gerichtsverfahren in London droht, die Miete für die anzumietenden Räume der Team-Hospitality auf dem Suzuka Circuit nicht gezahlt hatte, standen die Mitarbeiter des Rennstalls bei ihrer Ankunft vor verschlossener Tür. Die fälligen 30.000 Euro waren nicht an den Rennveranstalter bezahlt worden. Statt Hospitality hieß es für die Mechaniker daher erst einmal Pizza-Express. Später durften sie dann im Paddock-Club speisen. Viel Zeit zur Nahrungsaufnahme blieb ihnen aber nicht. Da wegen unbezahlter Rechnungen auch die Fracht des Teams von DHL zurückgehalten wurde, konnte man erst verspätet mit der Arbeit beginnen und geriet folglich stark unter Zeitdruck.

Neue Aufgabe beim Neueinsteiger: Romain Grosjean wechselt 2016 von Lotus zu Haas

Fahrermarkt III:
Wie Lotus’ stellvertretender Teamchef Federico Gastaldi am Freitag in Suzuka ausplauderte, wird Romain Grosjean das Team mit Saisonende verlassen. Damit ist auch klar: Grosjean wechselt zum Neueinsteiger Haas F1. Das Team fährt ab 2016 in die Königklasse und wird von Ferrari mit Motoren beliefert. Grosjean rechnet sich scheinbar dadurch eine Option auf die Nachfolge von Kimi Räikkönen beim Werksteam der Scuderia aus. Haas wollte den ersten seiner beiden Fahrer kommende Woche auf einer Pressekonferenz des US-Teams bekanntgeben. Dem hat Gastaldi nun vorgegriffen. Bei Lotus steht derweil GP2-Champion und Freitagstester Jolyon Palmer ganz oben auf der Liste für das nun vakante Grosjean-Cockpit an der Seite von Pastor Maldonado, der auch 2016 bei Lotus bleiben wird. "Jolyon ist jung, schnell und gut zu vermarkten - ein fantastischer Fahrer“, schwärmte Gastaldi.

Von der Strecke in den Knast: Der Mann, der beim Singapur GP vergangenes Wochenende auf die Strecke spaziert war und somit eine Safety-Car-Phase ausgelöst hatte, sitzt in der für ihre harten Strafen bekannten asiatischen Metropole weiterhin im Gefängnis. Weil die Streckenposten offenbar ein Tor unbeaufsichtigt ließen, gelangte der 27 Jahre alte Brite direkt auf die Fahrbahn und gefährdete damit sein Leben und das der Fahrer. Bei seinem Spaziergang war der Mann stark alkoholisiert. Nach seiner Verhaftung wurde er angeklagt und sein Personalausweis eingezogen. Ihm drohen nun bis zu sechs Monate Haft. Die Kaution für den Briten wurde auf rund 9.500 Euro festgesetzt. Das Problem des Mannes: Er kann sie nicht bezahlen. „Ich habe zur Zeit keine Arbeit. Ich habe all mein Geld für die Eintrittskarte verwendet”, sagte er.

Karriereende und Abschiedsschmerz? Jenson Button blödelte lieber mit Sebastian Vettel

Fahrermarkt II:
„Ich weine gleich, es ist so emotional”, scherzte Jenson Button und legte seinen Arm um Sebastian Vettel. Der Deutsche hatte zuvor gesagt, Buttons möglicher F1-Abgang sei „ein Verlust. Jenson ist ein feiner Kerl und seine Qualität ist über jeden Zweifel erhaben“, so Vettel. Schon seit geraumer Zeit wird über ein Ende der F1-Karriere Buttons spekuliert, angeblich sollte in Suzuka die Abschiedsverkündung des Briten erfolgen. Der 35-Jährige erklärte jedoch nur: „Es gibt so viele Möglichkeiten, was nächstes Jahr passieren kann.” Laut Sky Sports läuft McLarens Option auf den 278-maligen Grand-Prix-Teilnehmer für 2016 am Mittwoch nach dem Japan GP aus. Auf Grund der schlechten sportlichen Situation Hondas, wird auch gemutmaßt, ob sich Button, ungeachtet der Entscheidung des Teams, als Ex-Weltmeister eine weitere Saison am Ende des Feldes antun will. Neben einem Engagement in der Sportwagen-WM gilt auch ein Umstieg Buttons hinter das Mikrofon als TV-Experte als denkbar.

Fahrermarkt I: Force India setzt 2016 zum dritten Mal in Folge auf die gleiche Fahrerpaarung. Nachdem das Team unlängst den Vertrag des deutschen Le-Mans-Siegers Nico Hülkenberg verlängert hatte, einigte man sich nun auch mit dessen Teamkollegen Sergio Perez über eine weitere Zusammenarbeit. Der Rennstall bestätigte im Vorfeld des Großen Preises von Japan den neuen Vertrag mit dem 25-Jährigen. „Das Team hat Potenzial, das gibt mir Selbstvertrauen für das kommende Jahr”, wurde Perez in der Mitteilung zitiert. Der Mexikaner fährt seit Anfang 2014 für Force India. Davor war Perez für das Schweizer Sauber-Team und McLaren am Start. In der WM-Wertung liegt Perez mit 39 Zählern derzeit auf dem neunten Rang. Hülkenberg ist mit 30 Punkten aktuell Zwölfter.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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