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Formel 1: Jubel bei Red Bulls Marko

— 15.05.2016

„Verstappen kein Vettel-Klon!“

Vor dem Spanien GP wurde die Verstappen-Beförderung viel kritisiert, nun ist der Holländer GP-Sieger: Freude bei Helmut Marko und der Red-Bull-Familie.

Bei einem war die Freude über Max Verstappens Sensationssieg in Barcelona besonders groß: Helmut Marko. Der Red-Bull-Motorsportberater hatte nach dem Russland Grand Prix die Entscheidung durchgeboxt, Daniil Kvyat bei Red Bull durch Max Verstappen zu ersetzen. Jetzt jubelte er im Gespräch mit ABMS: „Wie ein 18-Jähriger mit so schlechten Reifen so ein Rennen zu Ende fährt, ist unbegreiflich. Er ist etwas Außergewöhnliches.“ Alle Kritiker seiner Personalpolitik strafte der Österreicher damit Lügen. Marko gab zu: „Es war nicht ganz leicht, alle zu überzeugen, dass er da ins Auto steigt.“
So lief der Spanien GP: Verstappen gewinnt in Barcelona

Helmut Marko ist für Red-Bulls-Fahrer verantwortlich

Als jüngsten Rennsieger in der Formel 1 hat Verstappen Sebastian Vettel abgelöst, der ebenfalls aus Red Bulls Juniorprogramm stammt. Die Frage, ob man nun einen neuen Vettel habe, erstickte Marko aber gleich im Keim. „Wir haben keinen neuen Sebastian. Er ist Max Verstappen. Jeder Fahrer hat seine eigene Persönlichkeit, mit der wir arbeiten und leben. Wir klonen hier nichts“, so der Österreicher, dem die große Freude anzumerken war. „Wir waren so lange erfolglos und jetzt dieser unerwartete Sieg – noch dazu mit Verstappen. Das ist überwältigend.“

Anders als sein Boss präsentierte sich Verstappen selbst nach dem Sieg außerhalb des Autos genauso cool wie in den anderthalb Stunden zuvor im Cockpit. „Eine Träne habe ich nicht vergossen, aber die ganze Auslaufrunde lang durchgeschrien, bis ich heiser war“, lachte der neue Shootingstar der Formel 1. Erst „fünf Runden“ vor Schluss habe ihm so langsam gedämmert, dass es mit seinem ersten Sieg klappen könnte, verriet Verstappen. „Weil Kimi (Räikkönen; d. Red.) hinter mir anfing Probleme mit den Reifen zu kriegen.“

Verstappen blieb unter Räikkönens Druck ganz cool

Zu einem Albtraum entwickelte sich das Rennen allerdings für Teamkollege Daniel Ricciardo. Der Australier konnte seine Führung mit der falschen Strategie nicht in einen Podiumsplatz umsetzen. „Daniel ist natürlich der Pechvogel des Tages, aber wir mussten es mit der Strategie so machen, um gegen Ferrari abgesichert zu sein“, erklärte Marko die drei Stopps.

Während Ricciardo Frust schob, feierte im Red-Bull-Lager in Spanien aber noch einer: Carlos Sainz Jr. wurde Sechster und gratulierte nach seinem starken Auftritt im Toro Rosso als erstes seinem Ex-Teamkollegen: „Es ist toll für Max und die Red-Bull-Familie. Jetzt hoffe ich, dass ich eines Tages auch mit ihm um Siege kämpfen kann, so wie ich mit ihm um Platz acht oder den Einzug in Q3 gekämpft habe“, sagte der Spanier.

Mit Fahne: Carlos Sainz Jr. feierte P6 beim Heimspiel

Experte Martin Brundle lobte Sainz' faire Worte. „Ich bin mir sicher, dass er sich ungerecht behandelt fühlt, weil er übergangen wurde. Aber er muss das als Sprungbrett und positive Chance verstehen“, so Brundle. „Im Toro Rosso waren sie mehr oder weniger gleichauf. Das heißt, Sainz hätte heute vielleicht auch nicht schlechter ausgesehen als Verstappen. Und das Team weiß das.“

Für Red Bull war der Sonntag in Barcelona also ein Erfolg auf ganzer Linie – doch auch abseits des Motorsports läuft es für die Bullen, wie Marko unterstrich: „Was für eine Woche für Red Bull!“, jubelte der Grazer. „Erst der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga, dann zwei Eishockey-Titel. Aber der Sieg von Max hat alles überstrahlt.“ Endlich mal wieder ganz zufrieden mit einem F1-Rennen war auch Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz. Der Österreicher blieb sogar für das offizielle Teamfoto im Fahrerlager, obwohl sein Hubschrauber abflugbereit wartete. Gegenüber ABMS räumte er aber auch ein: „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Mercedes ist immer noch dominant und kann sich nur selbst schlagen. Aber dann kann die Formel 1 richtig spannend sein.“

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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