Mayländer

Formel 1: Jubiläum Bernd Mayländer

— 20.09.2016

300. Grand Prix für Safety-Car-Fahrer

Bernd Mayländer bestritt in Singapur seinen 300. Grand Prix als Safety-Car-Fahrer. Die abenteuerliche Geschichte des Saftey-Cars in der Formel 1.

Am liebsten hätte Bernd Mayländer bei seinem Jubiläum gar nicht gearbeitet. Aber der Startunfall von Nico Hülkenberg sorgte dafür, dass auch in der 2016er Ausgabe des Singapur-GP das Sicherheitsfahrzeug mit Mayländer am Steuer auf die Strecke musste. Eine 100-Prozent-Safety-Car-Quote gibt es nur in Singapur.

Seit der Saison 2000 ist Mayländer Safety-Car-Fahrer. Mehr als 640 Runden drehte er schon während der WM-Läufe, damit kommt er auf mehr Führungsrunden als Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve.

Insgesamt war das Safety-Car schon mehr als 750 Runden auf der Strecke – das entspricht mehr als zwölf GP-Distanzen! Und die Häufigkeit nimmt trotz asphaltierten Auslaufzonen und entschärfte Kurven zu: 1992 wurde das Safety-Car offiziell eingeführt. In den 90er Jahren – also in einer Zeitspanne von acht Jahren – gab es aber gerade mal 30 Neutralisationen mit insgesamt 95 Runden. Zum Vergleich: In den letzten acht Jahren rückte Mayländer 106 Mal für insgesamt 391 Runden aus! Die meisten Safety-Car-Phasen gab es 2010 (20).

Bernd Mayländer ist seit 2000 Fahrer des Safety-Cars.

©Mercedes

Seit Jahren stellt Mercedes mit der neuesten AMG-Version das Sicherheitsfahrzeug in der Formel 1. Dafür muss der Wagen aber umgebaut werden: Das betrifft nicht nur Funkanlagen im Cockpit oder Warnleuchten auf dem Dach – auch technisch wird viel gemacht. Das Fahrwerk wird zur Renntauglichkeit umgestrickt, der Motor getunt, die Bremsanlagen vergrößert.

In der Geschichte der Formel 1 kamen aber auch schon diverse andere Autos zum Einsatz, etwa ein Ford Escort, Opel Vectra oder Porsche 911 GT2. Neben Bernd Mayländer pilotieren auch schon Oliver Garvin, Eppie Wietzes, Max Angelelli, Jean Ragnotti und Marcel Fässler das Formel-1-Führunsgfahrzeug.

Obwohl erst 1992 ins Reglement aufgenommen, gab es die erste Safety-Car-Phase schon 1973 beim Großen Preis von Kanada nach einem Zusammenstoß von Jody Scheckter und François Cevert. Der Sicherheitspilot Eppie Wietzes fing aber nicht den Führenden ein, sondern Williams-Pilot Howden Ganley. Damit gab es ein riesiges Chaos und stundenlange Diskussionen, wer denn jetzt den Grand Prix gewonnen hat. Die Rennleitung kürte Peter Revson (McLaren-Ford) zum Sieger.

Auch danach gab es noch zahlreiche Zwischenfälle. Besonders Taki Inoue kann davon ein Lied singen: 1995 wurde er in Monaco vom Safety Car gerammt, wodurch der Japaner sich im Footwork-Hart überschlug. In Ungarn 1995 stolperte er dann über das Medical Car, als er ein Feuer an seinem Wagen löschen wollte…

Autor: Michael Zeitler

Fotos: picture-alliance, Mercedes

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