Galerie: Das Leben des Jules Bianchi

Bianchi Bianchi Bianchi

Formel 1: Jules Bianchi im Porträt

— 18.07.2015

Er war auf dem Weg zu Ferrari

Jules Bianchi feierte in den Nachwuchsklassen große Erfolge, musste sich seine Formel-1-Chancen jedoch hart erarbeiten - der Franzose im Porträt.

Die Saison 2014 hätte für Jules Bianchi der Durchbruch in der Formel 1 werden können: In seinem zweiten Jahr bei Marussia beeindruckte der Franzose mit starken Leistungen im Kampf der Hinterbänkler, beim Heimspiel in Monaco holte er für sich und seinen Arbeitgeber als Neunter die ersten WM-Punkte unter schwierigsten Bedingungen. Klar, dass der Ferrari-Nachwuchspilot im Gespräch für einen Drive bei der Scuderia war, ehe der 5. Oktober 2014 alle Träume zunichtemachte.

Ob im Kart oder später in allen Formelklassen: Jules Bianchi zählte immer zur absoluten Spitze

Der Motorsport war dem in Nizza geborenen Bianchi in die Wiege gelegt. Als Enkel des dreifachen GT-Weltmeisters Mauro und Großneffe des Le-Mans-Siegers von 1968, dem mit einem Podium in der Königsklasse dekorierten Formel-1-Piloten Lucien, wurde er am 3. August 1989 zum jüngsten Spross einer Dynastie mit Benzin im Blut. Seine ersten Fahrversuche auf vier Rädern unternahm Bianchi bereits im zarten Alter von drei Jahren, als Vater Philippe den Filius hinter das Lenkrad des Familien-Karts klemmte.

Das Talent wurde zwar nie Kart-Weltmeister, feierte jedoch zahlreiche andere Erfolge und wechselte im Jahr 2007 in die Formel Renault, wo er prompt die französische Meisterschaft gewann. In der Formel-3-Euroserie wurde er 2009 Meister und stieg anschließend in die GP2 auf. Bianchi war zwischenzeitlich sogar im Gespräch, den beim Ungarn-Grand-Prix verletzten Felipe Massa bei Ferrari als Formel-1-Einsatzpilot zu ersetzen, zog gegen Luca Badoer respektive Giancarlo Fisichella aber den Kürzeren.
Bianchis Team trauert: Jules war für Großes bestimmt

Ex-Schumacher-Ingenieur als Lehrmeister

In der GP2 galt er in Diensten von ART lange als große Zukunftshoffnung, bestätigte die vielen Vorschusslorbeeren mit zwei dritten Gesamtplätzen 2010 und 2011 aber nur bedingt. Doch es gab eine größere Belohnung als einen Pokal. Bianchi, der als erste Fremdsprache nicht Englisch, sondern Italienisch lernte, wurde in das Ferrari-Nachwuchsprogramm aufgenommen und von Michael Schumachers früherem Renningenieur Luca Baldisserri ausgebildet. Außerdem gehörte er fortan zum Scuderia-Ersatzfahrerkader.

Als Fahrer im Ferrari-Nachwuchskader schien der Weg des talentierten Franzosen zur Scuderia vorgezeichnet

Die gute Schule blieb nicht ohne Folgen: 2012 wäre Bianchi beinahe Meister der Formel Renault 3.5 geworden, musste nach einer Kontroverse im abschließenden Saisonrennen jedoch Robin Frijns den Vortritt lassen und trauerte diesem Vorfall lange nach. Parallel werkelte Bianchi an der Formel-1-Karriere: Nach der Teilnahme an Young-Driver-Tests für Ferrari folgte im gleichen Jahr der Wechsel zu Force India, wo er als Ersatzpilot an mehreren Rennwochenenden als Freitagstester zum Einsatz kam.

Die Premiere in erster Reihe bei Marussia 2013 begann mit einer großen Enttäuschung: Das Team verkündete kurz vor dem Saisonauftakt in Australien, dass Bianchi entgegen der ursprünglichen Planung durch Paydriver Luiz Razia ersetzt werden würde. Weil der Brasilianer sein Geld aber nicht zusammenkratzte, gab es doch noch die Erlösung für den Franzosen. Es wurde wie erwartet ein Lehrjahr am Ende des Feldes, jedoch immer wieder durch schnelle Einzelrunden aufgewertet. Das Qualifying-Duell mit Co-Rookie Max Chilton entschied Bianchi mit 19:0 für sich und griff 2014 in noch stärkerer Verfassung an. Doch am Ende löschte der Unfall in Japan alle Träume auf eine wohl große Karriere brutal aus.
Statement der Bianchi-Familie: Bis zum Schluss gekämpft

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