Formel 1: Galerie - Kanada GP

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Formel 1: Kanada-GP mit Niki Lauda

— 09.06.2014

Gucken mit dem Chef

Wie verbringt Niki Lauda eigentlich ein Formel-1-Rennen? AUTO BILD MOTORSPORT fand es heraus und schaute zusammen mit dem Österreicher den Kanada-GP.

Ein Platz wurde extra für Niki Lauda freigehalten: Überseerennen schaut der Mercedes-Aufsichtsrat meistens in der Teamhospitality. Auch die AUTO BILD MOTORSPORT Reporter sind dabei. In Erwartung des sechsten Mercedes-Doppelsieges in Folge setzt der Österreicher seine Kopfhörer auf. Der ABMS-Autor ruft ihm zu: „Wann kracht’s? Direkt beim Start oder später?“ Antwort: „Du bist deppert!“

Schon auf den ersten Metern am Start wurde es zwischen Hamilton & Rosberg eng... doch für Lauda kein Problem

Der Start:
Nico Rosberg fährt einen Tick später los als Lewis Hamilton, drängt den Briten aber durch ein spätes Bremsmanöver ab. Hamilton muss den Notausgang nehmen. Lauda beginnt zu kommentieren. „Für mich war das korrekt. Da gilt die alte Regel auch heute noch: Wer die Nase beim Bremsen vorn hat, dem gehört die Kurve. Da war alles fair.“ Sagt’s und löffelt eine Avocado.

Runde 10: Hamilton hat Vettel überholt und kommt Zehntelsekunde um Zehntelsekunde näher. Lauda rückt seine Kopfhörer zurecht: „Jetzt geht der Krieg los. Vettel auf Platz zwei wäre mir lieber gewesen.“ Die Anspannung steigt. Lauda knabbert ein „Stangerl“.

Nach der ersten Runde der Boxenstopps: Die Positionen sind unverändert. Fahrfehler Rosberg. Fast landet der Mercedes in der Mauer. „Mit dem Fehler wird’s knapp“, warnt Lauda. Hamilton macht Attacke, kommt bis auf 0,7 Sekunden ran. Lauda: „Weil er überholen will. Jetzt geht’s los.“ Der Österreicher wirkt relaxt, lehnt seinen Kopf leicht schräg auf die Hand.

Mal gelassen, mal angespannt, mal witzig... und manchmal auch gelangweilt: Niki Lauda verfolgt den Kanada-GP

Verbremser Rosberg:
Im Zweikampf mit Hamilton, der sich längst neben den Deutschen geschoben hat, kürzt er die Schikane ab. Lauda: „Ui, ui, ui. Das rechte Vorderrad ist im Arsch. Aber er muss Lewis nicht vorbeilassen, weil er sich keinen Vorteil verschafft hat.“ Kai Ebel mischt sich ein. „Du musst Protest einreichen. Dann gibt’s den Gegenprotest von Toto!“

Runde 27: Also doch! Der Vorfall wird offiziell untersucht. Lauda weiß es als Erster aus dem Boxenfunk. Er fragt: „Was kann es dafür geben? Eigentlich höchstens eine Fünf-Sekunden-Strafe.“

Die Regie hat die Verfolger im Blick: Dabei kämpfen Rosberg und Hamilton an der Spitze im Sekundenabstand gegeneinander. „Geht nach vorn mit der Kamera“, fordert der Mercedes-F1-Aufsichtsrat. „Dies interessiert mich nicht.“

Runde 31: Lauda ist wieder am besten informiert: „Keine Strafe für Nico! Richtig so.“ Kai Ebel provoziert erneut. „Perez gewinnt!“ Der Mexikaner liegt auf Rang drei. Er wäre vorn, wenn die Silberpfeile crashen. Lauda winkt angeödet ab.

Runde 37: Hamilton und Rosberg verlieren zeitgleich Leistung. „Wir wollen eben fair sein zu den Fahrern“, witzelt Lauda. Noch hat er gut lachen. Zwei Umläufe später springt er auf und verschwindet wortlos in die Garage.

Das schmeckte Rosberg & Lauda gar nicht: Mercedes wurde erstmals in diesem Jahr von Red Bull geschlagen

Hinterher kommt raus:
Bei beiden Silberpfeilen setzte der Elektromotor (MGU-K) aus. Die Folge: Es fehlen die 160 Zusatz-PS, die elektronische Bremse streikt. Deshalb überhitzen auch Hamiltons Bremsscheiben. Der Brite fällt mit Bremsdefekt aus. Rosberg kann sich bis zwei Runden vor Schluss an der Spitze halten. Dann wird er von Daniel Ricciardo aufgeschnupft.

Rosberg ärgert sich: „Ich habe keine Lust, dass Red Bull gewinnt. Wir wollen die und auch alle anderen Teams die ganze Zeit schlagen. Trotzdem ist es positiv, dass ich den WM-Vorsprung gegenüber Lewis ausgebaut habe.“ Motorsportchef Toto Wolff warnt: „Ricciardo ist in der WM gar nicht so weiter von uns weg. Dieses Rennen war ein Weckruf.“ Und Niki Lauda? Der ward von den ABMS-Reportern nicht mehr gesehen...

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Getty Images / BG

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