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Formel 1: Kleine Teams drohen mit Boykott

— 01.11.2014

Aufstand liegt in der Luft

Nach dem Aus von Marussia und Caterham sind Sauber, Force India und Lotus die neuen Kleinen in der F1: Und diese drohen nun mit einem Boykott.

Die ersten Gerüchte wurden noch dementiert. Als die altehrwürdige englische „Times“ von einem Boykott durch die kleineren Teams wie Sauber, Force India und Lotus schrieb, wollte kein Teamchef die Spekulation auf Nachfrage bestätigen. Doch die Times schreibt keinen Müll. Tatsächlich brodelt es hinter den Kulissen. Die Pleite von Marussia und Caterham war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Die kleinen Teams gehen auf die Barrikaden. Sie wissen: Ohne sie gibt es keine Formel 1 mehr. Egal wie man die Idee mit drei Autos pro Top-Team dreht und wendet, sie kann auf lange Sicht nicht funktionieren.

Kaltenborn & Mallya enttäuscht

Deshalb trauen sich Monisha Kaltenborn, Gerard Lopez und Vijay Mallya endlich offen zu sagen, woran die Formel 1 krankt. Die Kosten sind zu hoch, die Verteilung der Einnahmen zu ungerecht. Von den rund 800 Millionen Dollar, die nach Ende einer WM verteilt werden, bekommen die vier größten Teams allein die Hälfte. Die Pressekonferenz am Freitag wurde deshalb zum Streitgespräch zwischen den großen und den kleinen Mannschaften. Sauber, Force India und Lotus zogen dabei an einem Strang. „Die Großen verdienen zum Schaden der Kleinen zu viel. Dadurch geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auf“, ärgerte sich Force India-Boss Vijay Mallya. „Auch wir haben ein Recht teilzunehmen.“ „Es kann nicht sein, dass der Sport nicht in der Lage ist, elf Teams zu unterhalten“, prangerte Monisha Kaltenborn an.

Top-Teams ohne Einsehen

Sauber Teamchefin Monish Kaltenborn ist sauer und traurig über die aktuelle Situation der kleinen Teams

Auch Lotus-Besitzer Gerard Lopez nahm kein Blatt mehr vor den Mund: „Es ist an der Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen. Die Verteilung der Gelder ist komplett falsch. Wenn Teams mehr dafür bekommen, dass sie nur antreten als andere, die die ganze Saison bestreiten, dann geht etwas total schief." Die Teamchefs der großen Mannschaften schalteten auf stur. Sie wollen ihre Sonderstellung nicht aufgeben. Eine Budgetobergrenze sei nicht realistisch und schon gar nicht kontrollierbar, kramte Mercedes-Mann Toto Wolff ein altes Argument hervor und wetterte: „Als Marussia und Caterham gekommen sind, war das eine unternehmerische Entscheidung. Vielleicht wurde die Aufgabe unterschätzt." McLaren-Teamchef Eric Boullier redete seinen Kollegen vom hinteren Ende der Boxengasse vorbei: „Wenn man zwei Drittel der Belegschaft der Topteams kürzt, schadet man der Formel 1 noch viel mehr."

Boykott ist möglich

Solche Sätze zeigen: Die Top-Teams denken genau wie Bernie Ecclestone nur an sich, die FIA und ihr Präsident Jean Todt bleiben stumm. Deshalb, so erfuhr AUTO BILD MOTORSPORT, ist die Boykottdrohung längst nicht vom Tisch. Die kleinen Mannschaften können spontan entscheiden, ob sie fahren oder nicht. Sie müssen - anders als die Hersteller - nicht erst beim Vorstand in Europa anfragen. Der Vorstand, das sind sie selbst. Und wenn die Verantwortlichen der Formel 1 weiter nichts hören wollen, könnte es auf der Strecke schon heute oder morgen noch ruhiger werden.
Alle News aus Austin jetzt hier: Der USA GP im Ticker

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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