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Formel 1: Königsklasse in der Krise

— 03.11.2014

Das Problem bleibt Ecclestone

Mit nur 18 Autos bestritt die Formel 1 den USA GP in Austin. Weitere drei Teams drohen mit Streik. Doch F1-Boss Bernie Ecclestone spielt den Machtlosen.

Bernie Ecclestone konnte oder wollte sich nicht mehr an seine Sätze vom Vortag erinnern. „Krise? Welche Krise?“, fragte er einen österreichischen Formel-1-Reporter am Rennsonntag in Austin. Der TV-Mann musste verdutzt feststellen, dass der Chefpromoter auch nichts mehr davon wusste, dass er „alle Verträge zerreißen“ wollte. Nicht mal 24 Stunden vorher hatte Ecclestone erstmals eigene Fehler eingeräumt, die Verantwortung für eine Lösung der Formel-1-Krise aber an die großen Teams abgeschoben. Ecclestone: „Es ist wahrscheinlich mein Fehler, dass die Einnahmen schlecht verteilt sind. Mir ist das aber egal. Gebt mir ein Stück Papier und ich ändere die Verträge.“ Das Problem, so der Brite: „Die großen Teams werden mich daran erinnern, dass es Verträge gibt. Viele der Teamchefs kümmert das Morgen nicht.“
Alle News aus Austin: Der USA GP im Ticker bei ABMS

Zwei Teams sind weg, drei drohen

Rettung der F1? Ecclestone (re.) zog in Austin dann doch lieber das Gespräch mit Pamela Anderson (l.) vor...

Hintergrund: Von den 830 Millionen Dollar, die unter den Teams verteilt werden, streichen die vier größten Mannschaften mit 495 Millionen Dollar den Löwenanteil ein. Sie bekommen zusätzlich zum WM-Stand Boni für ihre Historie oder ihre Wichtigkeit in der Formel 1. Die Folge: Die kleinen Mannschaften nagen wegen der hohen Kosten in der Königsklasse am Hungertuch. Mit Caterham und Marussia haben gleich zwei Insolvenz anmelden müssen. Sauber, Force India und Lotus drohen mit Boykott. Doch Ecclestone schiebt den schwarzen Peter weiter – auch wenn er sich daran nicht erinnern wollte. Er setzt die großen Mannschaften unter Druck: „Wenn sie auf einen Teil des Geldes verzichten, werde ich das auch tun.“ Doch Mercedes, Ferrari und Co. lassen das nicht auf sich sitzen. „Bernie will uns jetzt zum Schuldigen machen“, sagt ein hochrangiger Vertreter eines Top-Teams, der nicht genannt werden will, zu ABMS.

Jordan poltert: Eine Schande!

„Das ist aber unfair. 40 Prozent der Einnahmen behält er selbst zurück. Die könnte er doch nutzen, um den kleinen Teams mehr Geld auszuschütten. Wo liegt das Problem? Doch nur darin, dass er selbst zu gierig ist.“ Ecclestone beruft sich auf seine Pflicht gegenüber dem Rechteinhaber und seinem Arbeitgeber CVC. Er selbst streicht ABMS-Informationen zufolge aber 83 Millionen Dollar Gehalt pro Jahr ein. Fakt ist: Rund 400 Millionen Dollar bleiben am Ende eines jeden Jahres übrig, die in die Kassen des Rechteinhabers CVC wandern. Die Investmentgesellschaft hat seit 2006 angeblich fast zwei Milliarden Dollar Gewinn mit der F1 gemacht. Auf Kosten der kleinen Teams, ohne die die Königsklasse nicht funktionieren würde. Ex-Teamchef Eddie Jordan fordert: „Ecclestone muss endlich die Verantwortung übernehmen. Es ist eine Schande, wie er mit der Formel 1 umgeht.“ Insider glauben, Ecclestone wolle den Wert der Marke soweit verringern, bis er seine Formel 1 für wenig Geld zurückkaufen kann. Zumindest solange er sich an diesen Plan noch erinnern kann.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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