Formel 1

Formel 1: Kollisionen und Abkürzen

— 11.11.2016

Vereinfachte Überholregeln?

Beinahe jedes Überhol- und Verteidigungsmanöver bringt Diskussionen auf. Doch dabei bleibt es nicht: Es wird auch munter bestraft. Das soll sich künftig ändern.

Eigentlich könnte der Formel 1 nichts Besseres passieren. Diskutiert wird nicht über leise Hybrid-Motoren, über Probleme der Formel 1 oder politische Spielchen. Es wird über knallharte Manöver auf der Strecke gesprochen. Und das nicht zu knapp. Leider auch mit einem negativen Tenor. Für die einen wird zu viel bestraft, für die anderen werden die falschen Piloten belangt. Darüber will die Strategiegruppe in einem Meeting am Mittwoch verhandeln.

Dass es Strafen für Kollisionen oder Verteidigen gibt, ist ein Phänomen der Neuzeit. Die erste Strafe, die in einem WM-Lauf ausgesprochen wurde, war 1952 gegen Maserati-Pilot Felice Bonetto. Er wurde nach einem Dreher angeschoben – Hilfe von außen war damals aber nicht gestattet. Und es war der Hauptgrund für die meisten Bestrafungen jener Jahre.

Kollisionen häufen sich in der Formel 1 - Strafen erst recht

Für ein Überholmanöver wurde 1973 erstmals eine Strafe ausgesprochen: Der spätere Weltmeister Jackie Stewart soll unter gelb überholt haben. Die Marshalls widersprachen sich, die Strafe wurde prompt wieder aufgehoben. Genauso erging es James Hunt, als er für die Kollision 1976 in Spanien mit den beiden Ferrari-Fahrern Niki Lauda und Clay Regazzoni erst bestraft, dann wieder begnadigt wurde. Nach dem Massencrash in Monza 1978 wurde außerdem Riccardo Patrese für ein Rennen gesperrt. Sie haben mitgezählt? Drei Vergehen in den 70er Jahren, über die überhaupt diskutiert wurde, nur eines, die auch tatsächlich nicht ohne Folgen blieb.

Und jetzt? Alleine 2016 mussten die Rennkommissare schon 123 Mal eine Strafe verhängen! 26 Mal, weil ein Fahrer entweder falsch überholt hat, den Gegner von der Strecke gedrängt hat oder beim Verteidigen der Streckenposition zu hart vorgegangen ist. In Mexiko gab es deswegen vier Strafen, auch für Max Verstappen und Sebastian Vettel.
Nach Vettels Wutanfall: Er entschuldigt sich

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, aber auch Red Bull und Mercedes haben die Nase voll. Künftig sollen die Überholregeln vereinfacht und es dem Fahrer überlassen werden, wie er im Duell auf der Strecke vorgeht. Dieser Antrag wird am Mittwoch bei einer Strategiegruppensitzung mit Vertretern der Teams, der Vermarktung und der FIA besprochen.

FIA-Sicherheitsdelegierter Charlie Whiting ist skeptisch: „Dann läuft es wieder so wie in den letzten Jahren: Die Fahrer kommen und fragen nach, was erlaubt ist und was nicht. Dann stellen wir wieder Regel für Regel neu auf.“ So war es ja auch im Fall Vettel in Mexiko. Nachdem Max Verstappen beim Verteidigen in der Anbremszone die Spur gewechselt hat, wollten die Fahrer das per Reglement künftig verhindern. Das fiel Vettel in Mexiko auf die Füße, weil er ebenfalls – wenn auch nicht so stark – beim Anbremsen seinen Ferrari in Richtung des angreifenden Red-Bull-Renault-Piloten Daniel Ricciardo steuerte.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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