Die besten Bilder aus Silverstone

Die besten Bilder aus Silverstone Die besten Bilder aus Silverstone Die besten Bilder aus Silverstone

Formel 1: Kolumne aus dem Fahrerlager

— 13.07.2016

Probleme sind hausgemacht

In seiner neuen Kolumne nimmt unser F1-Reporter Ralf Bach Sie mit ins Fahrerlager: Das erlebte er im Anschluss an den Großbritannien GP in Silverstone.

139.000 Zuschauer – das gaben die Veranstalter des britischen Grand Prix in Silverstone voller Stolz an – hätten am Sonntag auf dem Traditionskurs in der Nähe von Northampton dem Rennen beigewohnt. Bloß: Die Zahl wurde wohlwollend extrem nach oben aufgerundet, in Wahrheit waren einige Tribünen im Gegensatz zu den Vorjahren nicht voll besetzt.

Das heißt: Wenn es selbst im Formel-1-fanatischsten Land nicht mehr möglich ist, eine volles Haus zu bekommen, hat die rasende Königsklasse in der Tat ein Problem.

Trotz Hamilton-Hype: Die Tribünen war nicht ganz voll

Die Formel 1 fährt sich selbst ins Abseits. Denn der Zuschauerschwund auf den Strecken und vor den Fernsehgeräten hat nicht nur mit überhöhten Preisen zu tun. Der Große Preis von England zeigte einmal mehr, dass die Probleme hausgemacht sind.

Wer will beispielsweise beim Start die angeblich besten Autofahrer der Welt wie Fahrschüler aufgereiht hinter einem Safety-Car sehen? Nur weil es kurz zuvor geregnet hat? Keiner. Noch nicht einmal die Edelfans, die einst Millionen mit dem Vollgaszirkus verdient haben. Ex-Ferrari und McLaren-Pilot Gerhard Berger hatte den Start gar nicht mehr angeschaut, als er vom Einsatz des Safety-Cars erfahren hatte.

Berger: "Das kann nicht sein! Ein normaler Autofahrer stellt sein Auto doch auch nicht ab, wenn es auf der Autobahn plötzlich regnet. Er passt sich dann eben den Begebenheiten an."

Safety-Car-Start: Einen Racer wie Berger ärgert das

Der Tiroler steht nicht alleine mit seiner Meinung da. Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve sieht schon lange eine Verweichlichung der Fahrer von heute. "Was soll man erwarten? Die meisten sind noch Babys ohne eigene Meinung. Wenn man Fans von morgen schaffen will, braucht man Helden. Idole, zu denen man aufschauen kann. Charismatische Typen, die man gerne kopieren möchte. Aber was sehen die Kids von heute? Typen, die Millionen verdienen, aber wie Angsthasen hinter einem Safety-Car herfahren, weil die Sicht nicht so gut ist."

Villeneuve weiter: "Die jungen Leute von heute müssen doch das Gefühl haben, dass alles, was sie so täglich treiben, spektakulärer und gefährlicher ist als das, was die Formel-1-Fahrer gerade aufführen. Das Besondere, ein Grand-Prix-Pilot zu sein, kommt einfach nicht mehr rüber. Deshalb schauen sie sich lieber schwachsinnige Raser auf Youtube an."

Villeneuve vermisst wieder echte Typen in der Formel 1

Dazu kommt: Keiner versteht mehr die Regeln. Ein Vettel wird bestraft, weil er Massa im Duell nach einem Fahrfehler von der Piste drängte. Ein Rosberg verliert seinen zweiten Platz, weil er nachträglich eine Zehn-Sekunden-Strafe bekommt. Grund: Das Team hat ihm über Funk eine Anweisung gegeben, die als verbotene Fahrhilfe gedeutet wurde.

Die Formel 1 ist überreguliert. Villeneuve bringt es auf den Punkt: "Die Formel-1-Regelhüter würden es sogar fertig bringen nachträglich das Ergebnis eines Fußballspiels zu annullieren, weil eine der vier Eckfahnen fünf Millimeter höher war als die anderen!"

Weitsichtige Manager wie Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko sehen das Problem und fordern deshalb: "Es ist fünf vor zwölf. Das System Formel 1 braucht dringend eine Generalrenovierung."

Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.