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Formel 1: Kolumne aus dem Fahrerlager

— 14.05.2016

Wie Mercedes Verstappen zu Red Bull half

In ihrer neuen Kolumne nimmt unsere Formel-1-Reporterin Bianca Garloff Sie mit ins Fahrerlager: Das erlebte sie am Samstag beim Spanien GP in Barcelona.

With a little help from my friends... Wie groß sein Anteil daran war, dass der Sohn seines Kumpels Jos, Max Verstappen, jetzt im Red Bull sitzt, wollte ein Journalist von Mercedes-Sportchef Toto Wolff wissen. Was der Kollege meinte: Verstappen junior und sein Vater hatten immer wieder damit kokettiert, dass neben Ferrari auch Mercedes Interesse an dem Wunderkind aus Holland gehabt habe – und setzten Red Bull so gehörig unter Druck.

'Sorry Toto, jetzt haben wir ihn': Red-Bull-Teamchef Christian Horner neben Mercedes-Sportchef Wolff

Mit Erfolg: Im Fahrerlager ist es ein offenes Geheimnis, dass die Österreicher Verstappen auch und vor allem deshalb ins A-Team promotet haben, damit die Konkurrenz ihre Finger von dem 18-Jährigen Shootingstar lässt. Denn nur mit der Beförderung wurde die Klausel inaktiv, die Verstappen den Wechsel in ein anderes Topteam erlaubt hätte.

Umso erstaunlicher deshalb, dass Toto Wolff das Mercedes-Interesse an Verstappen nun offen relativierte: „Max ist wirklich ein guter Junge und auch Jos ist ein cleverer Typ. Er kennt alle Kniffe der Formel 1, aber wir hatten nie wirklich eindeutige Gespräche, weil für uns klar war, dass Red Bull ihn nicht gehen lassen würde.“ Dann der entscheidende Nachsatz: „Jos hat jetzt alles bekommen, was er wollte.“

Nur vielleicht nicht gerade Daniel Ricciardo als Teamkollegen seines Sprösslings. Denn der Australier bewies heute wieder seine ganz große Klasse. Nur eine schnelle Runde absolvierte er im finalen Abschnitt des Qualifyings – aber die hatte gesessen. Vier Zehntelsekunden Vorsprung auf Verstappen, der bis dahin die Red-Bull-Fahne unter den ersten Dreien hoch hielt.

Auftanken für starke Leistungen: Bei Red Bull ist man mit Max Verstappens Performance sehr zufrieden

Danach stellte Ricciardo cool fest: "Was die eine Runde anging, so machten mir die tollen Zeiten von Max keine Sorge. Ich kannte meine Daten und ich wusste: Wenn ich es schaffe, eine saubere Runde zu fahren, dann sieht das gut aus. Und genau das ist mir gelungen.“

Allein: Ricciardos Leistung relativiert einerseits zwar den Auftritt des in den Himmel gelobten Max Verstappen, unterstreicht aber auch, dass es für den damals schon viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel keine Schande war, dem Australier 2014 im teaminternen Duell zu unterliegen.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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