Die besten Bilder aus Singapur

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Formel 1: Kolumne aus Singapur

— 15.09.2016

Die nervende Sonne von Singapur

In seiner neuen Kolumne nimmt unser Formel-1-Reporter Ralf Bach Sie mit ins Fahrerlager: Das erlebte er im Vorfeld des Nachtrennens der F1 in Singapur.

Nirgendwo nervt die Morgensonne die Formel-1-Piloten mehr als in Singapur. Deshalb kleben einige Fahrer die Vorhnge in den Hotelzimmern mit Tape so zusammen, dass nicht der kleinste Sonnenstrahl mehr die Chance am Morgen hat, ins Zimmer einzudringen. Der Wahn hat einen Grund: Das Rennen in Singapur wird Ortszeit um 20 Uhr gestartet. Die Piloten wollen deshalb ihren Krper berzeugen, dass er sich noch in Europa befindet und leben danach.

Beim Singapur GP geht es erst in der Dunkelheit los

Dazu gehrt: Extrem spte Anreise, spt ins Bett gehen und lange schlafen. Und eines der vier Hotels zu buchen, die in unmittelbarer Nhe des Fahrerlagers liegen. Es handelt sich um das Mandarin Oriental, das Pan Pacific, das Marina Mandarin und das Ritz. Von keinem der vier Luxusunterknfte dauert es zu Fu lnger als zehn Minuten den Paddockbereich zu erreichen.

Am Donnerstag tummelten sich gleich drei Formel-1-Fahrer noch bis drei Uhr am Morgen im Poolbereich des Mandarin Oriental. Pascal Wehrlein hatte ein Dinner mit Freundin Dunja und Physio Fabrizio. Nico Hlkenberg kam verschwitzt in die Poolbar, weil er gerade einen Streckenlauf hinter sich hatte. Er ging kurz duschen und kam spter wieder. Jos Verstappen kam mit Tochter Victoria und Sohn Max vorbei. Max kommunizierte via WhatsApp, Victoria beschftigte sich mit Facebook, Vater Jos plauderte locker von alten Zeiten.

Beton und Asphalt: Hochhauslandschaft in Singapur

Spter brachen sich noch ins Marina Mandarin auf, um sich mit Fabiana Valenti zu treffen. Sie ist die Pressechefin von Toro Rosso, Max Verstappens ehemaligen Rennstall und der gute Geist der Red-Bull-Juniorpiloten. Ein guter Zug von den Verstappens, alte Wegbegleiter nicht zu vergessen. Auf der beleuchteten Strecke, es war mittlerweile drei Uhr am Morgen, sah man Valtteri Bottas whrenddessen schon die zweite Runde ber die Strecke laufen.

Aber macht es wirklich Sinn, die Zeit von Europa beizubehalten? Nico Hlkenberg. "Ja, aber nicht wegen des Rennens an sich. Bundesligaspieler, die es gewhnt sind um 15.30 Uhr zu spielen und dann ihre beste Leistung abrufen mssen, brauchen ihren Rhythmus nicht umzustellen, wenn sie in der Champions League um 20.45 Uhr spielen. Die gehen nach dem Spiel ins Ermdungsbecken und die Arbeit ist getan."

Nico Hlkenberg am Donnerstag im Singapur-Paddock

"Bei uns ist das anders. Das Problem ist nicht das spte Training, Qualifying oder Rennen, sondern die Meetings mit den Ingenieuren danach. Die dauern oft drei Stunden und sind deshalb anstrengend, weil man sich immer konzentrieren muss. Man muss die richtige Fahrzeugabstimmung erarbeiten und die richtige Rennstrategie. Dafr muss man aber viele Daten studieren. Deshalb versuchen wir in der europischen Zeitzone zu bleiben."

Und ist das wirklich so einfach? Nico Rosberg ist vor einigen Jahren im Auto sitzend kurz eingenickt. Wohlgemerkt, als er in der Box stand. "Man muss sich disziplinieren", besttigt Hlkenberg. "Das Auge sagt dem Krper: 'Es ist dunkel, also musst du jetzt schlafen.' Aber mit einiger Zeit geht es schon."

Auch fr die Mechaniker ist das Rennen ein Hrtetest

Singapur ist aber nicht wegen der merkwrdigen Startzeit gefrchtet. Krperlich ist es das anstrengendste Rennen. Stellvertretend erklrt Hlkenbergs Force-India-Teamkollege Sergio Perez den Grund: "Anders als in Malaysia, wo es eine hnliche Hitze mit extremer Luftfeuchtigkeit gibt, hast du in Singapur keine Zeit auszuruhen. Es folgt Kurve nach Kurve, du musst stndig konzentriert sein, sonst landest du in der Mauer. In Malaysia gibt es manchmal eine Brise Wind. Hier nicht, weil durch die Hochhuser kein Wind durchkommt. Du hast nur Hitze und Beton um dich rum. Nach 90 Minuten betest du zum Himmel, dass es eine Safety-Car-Phase gibt, um wenigstens einige Minuten mal durchzuschnaufen!"

Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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