Die besten Bilder aus Spielberg

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Formel 1: Kolumne aus Spielberg

— 30.06.2016

Mercedes-Vorteil durch DTM-Rennen

In seiner neuen Kolumne nimmt unser Formel-1-Reporter Ralf Bach Sie mit ins Fahrerlager: Das erlebte er im Vorfeld des Österreich GP in Spielberg.

Formel 1 ist oft ein Abziehbild des normalen Lebens. Wer Geld hat ist freier in seinen Entscheidungen und hat mehr Möglichkeiten Erfolg zu haben. Ein Konzern hat Geld und damit mehr Möglichkeiten als die anderen Teams in der Königsklasse. Vor allen Dingen kann er seine Ressourcen immer wieder nutzen.
Wehrlein erinnert an DTM-Skandal: Freche Grüße aus Spielberg

Für den Großen Preis von Österreich am Sonntag beispielsweise hatte Mercedes quasi schon seine ersten Testfahrten während des DTM-Wochenendes am Red Bull Ring Ende Mai absolviert. Hintergrund: Dort stellten alle Mercedes-Teams fest, das der neue Belag auf der Strecke die bisher bekannten Reifendaten sinnlos machte. Der neue Asphalt, der die zahlreichen Bodenwellen einebnete, ist rauer, sorgt für erheblich mehr Grip, für schnellere Rundenzeiten und stellt daher ganz andere Ansprüche an die Reifen.

Toto Wolff hat gut lachen: Sein Team ist vorbereitet

Egal, ob sie von Hankook kommen wie in der DTM oder von Pirelli wie in der Formel 1. Bei Mercedes jedenfalls gingen schon beim DTM-Rennen alle Alarmglocken an. "Das könnte beim Formel-1-Rennen sehr schwierig für uns werden", erfuhr ich von hochgestellten Managern des Formel-1-Teams, die damals beim DTM-Rennen anwesend waren. Deshalb wurde sofort veranlasst, alle Daten so schnell wie möglich zur Formel-1-Fabrik nach Brackley zu übermitteln.

"Wir bekamen Daten, ja", gab Mercedes-Pilot Nico Rosberg (31) heute in Spielberg auch zu. "Ich glaube, das wird heftige Auswirkungen haben, und wir haben im Simulator die Abstimmung des Silberpfeils entsprechend korrigiert. Die Art und Weise, wie sich die Rennställe auf diesen neuen Belag einstellen, wird ein grosses Thema sein."

Fest steht: Mercedes hatte nach dem DTM-Rennen fünf Wochen Zeit, sich in Computersimulationen und am Simulator schon im Vorfeld auf die neuen Asphalt-Begebenheiten einzustellen. Wie groß der Vorteil dieses Wissens sein kann, verriet mir ein Spitzentechniker eines anderen Teams: "Wenn du die grundsätzlichen Auswirkungen kennst, kannst du darauf reagieren: Du kannst Set-Up-Voreinstellungen ausrechnen, die dir viel Zeit sparen oder im Extremfall neue Radaufhängungen konzipieren, die genau auf die neuen Begebenheiten eingestellt sind."

Mercedes hat in der DTM bereits viele Daten gesammelt

Pikant: Es gab schon mal einen Fall in der Formel-1-Geschichte, bei dem entsprechendes Vorwissen über Sieg und Niederlagen entschieden hat. Im September 2005 profitierte Reifenhersteller Bridgestone beim GP der USA von den Daten seiner Tochterfirma Firestone, die Ausrüster bei den 500 Meilen war, welche schon im Mai stattgefunden hatten. Auch damals hatte es einen Belag gegeben, der besonders die Belastung der Reifen in der Steilkurve extrem veränderte.

Bridgestone konnte sich darauf einstellen und tauchte mit speziellen Mischungen und Konstruktionen in Indianapolis auf. Konkurrent Michelin hatte keinen Schimmer und lief ins Messer. Das Ergebnis ist bekannt: Nach Reifenplatzern schon imTraining mussten alle Michelin bereiften Teams ihre Auto zurückziehen – sie fuhren nach der Einführungsrunde geschlossen in die Box zurück. Übrig blieben nur sechs von Bridgestone ausgerüsteten Autos: zwei Ferrari, zwei Jordan und zwei Minardi. Sie fuhren unter den Pfiffen der amerikanischen Fans ein einsames Rennen, das als eines der größten Skandal-Grand-Prix in die Geschichte einging.

Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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