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Formel 1: Kolumne - Bianca Garloff

— 07.07.2014

Seit wann sind Emotionen kindisch?

Die AUTO BILD MOTORSPORT Reporterin berichtet in ihrer Kolumne vom Geschehen im Fahrerlager: In Silverstone regte sich Niki Lauda über Sebastian Vettel auf.

Niki Lauda hat mal wieder mit seiner Meinung zugeschlagen. Im Visier des RTL-Experten diesmal: Sebastian Vettel und seine Schimpftiraden während des Duells gegen Fernando Alonso in Silverstone. Zitat Lauda: „Ich verstehe den Vettel und seine Schimpferei nicht. Dass er wie ein kleines, erschrockenes Kind herumbrüllt, soll er sein lassen. Das sind zwei Top-Fahrer und das ist Top-Racing, das wollen die Zuschauer doch sehen.“

Recht hat er mit dem letzten Satz, der Mercedes-F1-Aufsichtsrat. Trotzdem stimme ich nicht ganz mit ihm überein. Aus zwei Gründen. Erstens: Alonso hat sich über Boxenfunk doch genauso herzhaft beschwert wie Vettel. Und zweitens: Die Zuschauer wollen Racing, aber sie wollen auch Emotionen. Und haben Sie nicht auch schmunzeln müssen, als die beiden Rivalen sich über Funk beschimpft haben?

Reporterin Bianca Garloff berichtet von den Rennstrecken dieser Welt

Ständig sind wir auf der Suche nach Typen in der Formel 1. Sebastian Vettel ist so einer. Er sagt geradeheraus, was er denkt – und wenn es die berühmten Eier sind, die andere schon mal in den Pool hängen lassen. Er ärgert sich auf dem Podium über einen dritten  Platz (zumindest bis 2013). Und er meckert eben gern mal über Funk. Warum sollte man ihn dafür kritisieren? Damit er irgendwann genauso glattgebügelt ist wie die meisten anderen Piloten – und die Fans an den Bildschirmen ein Diskussionsthema weniger haben?

Außerdem hätte Niki Lauda vielleicht mal Vettels Interview nach dem Rennen auf RTL hören sollen. Da klärt der Weltmeister nämlich auf, warum er so herzhaft gepoltert hat. Vettel: „Ich habe die ganze Zeit lachen müssen. Ich wusste genau, dass er (Fernando; d. Red.) kräftig funkt, als ich die Erinnerung bekam, dass ich die Streckenlimits doch bitteschön einhalten soll. Da habe ich mir gedacht: Na gut, dann mache ich eben das Gleiche. Vielleicht sind die Spiegel am Ferrari so hervorragend und haben HD-Auflösung. Ich konnte es jedenfalls besser sehen, wenn er mal etwas weiter herausgerutscht ist.“

P.S. Herr Lauda, Sie sind für mehr Racing und gegen die strengen Limitierungen durch die Rennleitung. Damit sprechen Sie Sebastian Vettel doch eigentlich sogar aus dem Herzen. Immerhin war er es, der von Alonso und Ferrari fürs Überfahren der Streckenlimits zuerst angeschwärzt wurde.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

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