Die besten Bilder aus Australien

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Formel 1: Kolumne - Ralfs Momente

— 17.03.2016

Vettel ärgert Ricciardo

In seiner neuen Kolumne nimmt unser Formel-1-Reporter Ralf Bach Sie mit ins Fahrerlager: Das hat er heute vor dem Australien GP in Melbourne erlebt.

Helmut Marko und Sebastian Vettel im Gespräch

Vettel ärgert Ricciardo:
Sebastian Vettel und sein Ex-Team-Kollege Daniel Ricciardo hatten Spaß in der offiziellen FIA-Pressekonferenz. Als  Ricciardo gefragt wurde, ob er bei Ferrari gerne wieder Vettels Teamkollege wäre, geriet der sonst so coole Sonnyboy aus Perth plötzlich ins Stottern. Vettel dagegen scherzte offen: "Ich hätte nichts dagegen, aber ich werde nicht mit ihm im Regen tanzen." Der Heppenheimer spielte auf die Szene in Austin 2015 an, als während einer sintflutartigen Regenpause Ricciardo mit Teamkollege Daniil Kvyat vor den Fernsehkameras ein Ballett aufführte. Zur Belustigung aller setzte Vettel dann noch einen drauf: Er tauschte Ricciardos Red-Bull-Basecap gegen seine Ferrari-Mütze. Später sagte ich zu Ricciardo: "Dein Gesicht wurde Ferrari-Rot vor Scham." "Ich weiß", gab er kleinlaut zu.

Anschließend sprach ich mit Red-Bull-Chefberater Helmut Marko darüber. Seine Aussage: "Daniel hat einen kugelsicheren Vertrag 2017 mit uns. Eigentlich!" Eigentlich soll heißen: Der junge Max Verstappen soll womöglich 2017 bei Red Bull fahren, aber auch Daniil Kvyat soll bleiben. Mit Ricciardo hätte Red Bull dann drei Fahrer für zwei Autos. Deshalb halte ich einen Ricciardo-Wechsel zu Ferrari für durchaus realistisch. Vettel erklärte übrigens auch, dass der Spitzname für seinen neuen Ferrari, Margherita, nicht von der gleichnamigen Pizza hergeleitet sei. So hieß offenbar eine italienische Königin. „Sie trug eine Krone, und die wollen wir uns in diesem Jahr auch aufsetzen.“

Alle Fahrer und Helme 2016

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In Zivil: Mercedes-Boss Toto Wolff im Fahrerlager

Mercedes-Boss ohne Paddockpass:
Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff war heute zivil im Fahrerlager unterwegs. Statt weißem Teamhemd und schwarzer Hose trug er ein privates Shirt und blaue Jeans. Interessanter aber war das Ticket, das um seinen Hals hing. Hierbei handelte es sich nicht um den permanenten Pass, der fürs ganze Jahr gilt, sondern um einen sogenannten Race-by-Race-Pass, in dem Fall also nur gültig für Australien. Der Permante sei nicht rechtzeitig fertig geworden, weil Mercedes zu spät den Antrag gestellt hat. Wer es glaubt, wird selig. Es wäre nicht das ernste Mal, dass Bernie Ecclestone auf diese Weise seine 'Feinde' piesacken will. Mercedes ist für Ecclestone erklärter 'Staatsfeind Nummer 1', da macht er noch nicht mal ein Geheimnis draus. Sie würden die Formel 1 kaputtgewinnen, behauptet er – mal mehr, mal weniger. Und Toto Wolff repräsentiert den Weltkonzern nun mal in der Formel 1.

Der Wiener aber nimmt es gelassen, schließlich macht er nur seinen Job im Sinne seiner Bosse, die sich die Willkür Ecclestones schon lange nicht mehr gefallen lassen. Die Sache mit dem falschen Pass jedenfalls konnte Totos Laune nicht verderben. Als ich zynisch sagte, das seien "die letzte Zuckungen eines Diktators", antwortete er mit stummem Lächeln. Beim Kaffeeklatsch in einer Ecke der Mercedes-Hosptality rückte Wolff dann noch ein Gerücht zurecht, das seit Wochen in der Formel 1 herumgeistert: Williams würde 2017 von Mercedes zu Honda wechseln, hieß es. "Nein," so der Wiener diesmal ohne Grinsen, "sie haben bis 2020 einen Vertrag mit Mercedes."

Auf den FIA-Aufseher Jo Bauer wartet viel Arbeit

Jo Bauer denkt illegal:
Normalerweise hat FIA-Oberaufseher Jo Bauer wenig Zeit, wenn er im Fahrerlager unterwegs ist. Doch diesmal blieb er stehen. Wir unterhielten uns ein wenig über seine Aufgabe und wie er die Sache angeht, die Teams und ihre Autos auf Legalität zu prüfen. Bauer: "Man muss sich in die Ingenieure hineinversetzen können, das heißt, man muss in gewisser weise illegal denken können, um ihnen auf die Schliche zu kommen." Bei einer Diskussion übers neue Qualifyingformat waren wir uns in einem Punkt einig: Die 'Reise nach Jerusalem', die im Qualifying für mehr Action sorgen soll, ist nicht konsequent zu Ende gedacht.

Die besten Bilder aus Australien

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Casus Knaxus dabei ist Q2. Wie im letzten Jahr müssen nämlich in dieser Sektion die Reifen bestimmt werden, die dann von den ersten Acht in der Startaufstellung beim Rennstart benutzt werden. Hätte man aber stattdessen die Wahl aufs Q3 verlegt, wäre die Spannung und das Chaos noch größer. Dann nämlich müssten die schnellsten acht Autos sehr wahrscheinlich mit den weichsten Reifen starten, die Pirelli im Angebot hat – und dementsprechend wesentlich früher zum ersten Reifenstopp an die Box kommen als die Fahrer dahinter.

Iiiiih: Nico Rosberg bekam ungebetenen Besuch

Rosberg hat Angst vor ner Spinne!
Namenskollege Nico Rosberg, der mein AUTO BILD MOTORSPORT-T-Shirt in Melbourne für mich so außergewöhnlich fand, dass er es sogar von seinem Presseberater Georg Nolte posten ließ (siehe Foto unten), erzählte von einem Erlebnis mit einer Spinne, die sie nach einem Abendessen in St. Kilda plötzlich am Dienst-Mercedes entdeckten. Das haben die 'Weltmeister der neuen Medien' zwar schon mitgeteilt. Bei der Kurzgeschichte haben sie aber einen nicht unwesentlichen Teil weggelassen. Den nämlich, dass sie panikmäßig den Autoschlüssel in den Kofferraum warfen, den Deckel zuschmissen und plötzlich ausgesperrt waren. Über eine Stunde hat es gedauert bis eine Mitarbeiterin von Mercedes Australien einen Ersatzschlüssel besorgen konnte.

Lässiger Hülkenberg: Nico Hülkenberg wirkt tiefenentspannt und wird mit der Zeit auch immer lustiger. Bei seiner Pressekonferenz beantwortet er die Frage eines Kollegen, ob das neue Reglement (kaum noch Hilfe über Funk ist erlaubt) nicht intelligente Fahrer bevorzuge, mit einer Gegenfrage: "Gibt es die überhaupt?" Ernst wurde er erst, als es darum ging, ob er nicht lieber in alten Formel-1-Zeiten gefahren wäre, mit weniger Technik, weniger Knautsch- und Auslaufzonen, aber Bestien von Autos. "Ja," sagte Hülkenberg: "Trotz des viel größeren Verletzungsrisikos, das die Piloten damals hatten."

Nicht nur Hamilton ist im Netz bekannt: Dank des Rosberg-Lagers jetzt auch der ABMS-Reporter!

Genervter Hamilton:
Lewis Hamilton war in der FIA-Pressekonferenz sichtlich genervt. Zuerst war seine Laune noch gut. Er posierte für Selfies mit den fünf Fahrerkollegen, die ebenfalls zur PK eingeladen waren. Dann aber fragte ihn ein Kollege aus England, ob er ein gutes Beispiel für die Jugend wäre, wenn er Selfies während einer Fahrt mit einer Harley schießen würde. Das machte er nämlich bei einem Trip in Neuseeland. "Darauf habe ich keine Antwort!", sagte Hamilton muffig. Als der nächste Kollege die gleich Frage stellte, antwortet Hamilton noch muffiger: "Ich habe immer noch keine Antwort darauf." Seine Gesichtszüge blieben bis zum Ende der PK weiter wolkig.

Autor: Ralf Bach

Fotos: ABMS / Ralf Bach / Picture-Alliance

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