Die besten Bilder aus Australien

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Formel 1: Kolumne - Ralfs Momente

— 18.03.2016

Ferrari ließ sich täuschen

In seiner neuen Kolumne nimmt unser Formel-1-Reporter Ralf Bach Sie mit ins Fahrerlager: Das hat er am Freitag vor dem Australien GP in Melbourne erlebt.

Wer noch Zweifel hatte, wie ernst es Sebastian Vettel mit der Rückeroberung der Formel-1-Krone ist (für ihn ist der Titel nur an Lewis Hamilton ausgeliehen), wurde schon um 12.30 Uhr Melbourne-Ortszeit eines Besseren belehrt. Vettel konnte den Start zur neuen Saison kaum erwarten und fuhr als erster heraus. Somit war es der Ferrari-Pilot, der die Saison eröffnete. Dabei waren die Wetterverhältnisse alles andere als gut. Down Under war Land unter. Schon am Morgen gab es heftige Regenfälle mit Windböen, die teilweise so stark waren, dass sie im Fahrerlager Blumenkästen vom Dach des Paddock-Clubs wehten.
Erster Trainingstag in Australien: Bestzeit für Mercedes

Hamilton fuhr kurz raus und knallte die Bestzeit hin

Die Asphalttemperatur war 19 Grad, die Luft 17. Die Formel 1 fühlte sich nicht wie am Pazifik, sondern eher an die Nordsee versetzt. Trotz der widrigen Bedingungen fing die 2016er Saison so an wie die letzte aufgehört hat: Ein Mercedes war im ersten freien Training vorne. Weltmeister Lewis Hamilton hatte die Tarnkappe der Testfahrten abgelegt und gab ein klares Bekenntnis ab: Wer Weltmeister werden will, muss an mir vorbei. Allein: Ein klares Bild über die Kraftverhältnisse war im ersten Training so gut wie unmöglich. Ständig wechselten die Bedingungen, mal war es nass, dann wieder kurze Zeit trocken. "Du  musstest im richtigen Augenblick draußen sein," erklärte Red-Bull-Chefberater Helmut Marko.

Alle Fahrer und Helme 2016

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Auch beim zweiten Training spielten die Wetterverhältnisse eine entscheidende Rolle. Besonders in der ersten Hälfte war es extrem rutschig auf der Strecke. Am Ende trocknete es ein wenig ab, aber Intermediate-Reifen waren in jeder der 90 Minuten ein Muss. Wieder dominierte Hamilton. Er lag am Ende vier Zehntel vor Force-India-Pilot Nico Hülkenberg aber schon eine Sekunde vor dem besten Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen, der Dritter wurde.
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Uff: Sebastian Vettel beim Blick auf den Zeitenmonitor

Ferrari wirkte geschockt, wie locker Lewis Hamilton die Zeit herausfuhr. Zugegeben, unter besseren Bedingungen als Räikkönen 20 Minuten zuvor. Dennoch steht für Helmut Marko heute schon fest: "Mercedes ist klar vor Ferrari. Ich weiß nicht, wie Ferrari sich bei den Tests in Barcelona so täuschen lassen konnte."  Williams-Berater Alexander Wurz geht noch weiter: "Am Sonntag wird Mercedes nach 20 Runden die Power runterdrehen, um nicht in die Verlegenheit zu kommen, alle anderen Autos überrunden zu müssen."

Die besten Bilder aus Australien

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Für Hamilton läuft alles nach Plan, für Nico Rosberg ging dagegen alles schief. Er fuhr am Anfang des zweiten Trainings, als die Bedingungen am schwierigsten waren. In seiner fünften Runde drehte er sich und der Frontflügel des Silberpfeils berührte die Mauer. Rosberg konnte die Runde nicht zu Ende fahren, sein Team bat ihn über Funk, das Auto zu parken. Damit war sein Training schon nach 30 Minuten beendet. Hamilton beobachte den Crash durch die Fenstergläser seiner Modebrille mit regungsloser Miene. Man hatte trotzdem den Eindruck, dass er sich ein Lachen gerade noch verkneifen konnte.

Ferraris Arrivabene ist kein Fan vom Hamilton-Look

Rosberg wirkte unzufrieden, als er später ins Motorhome zurückkehrte. Ihm fehlen für das Qualifying morgen vielleicht entscheidende Daten – auch wenn die Ersatznase längst bereit steht. Ganz wichtig ist, den Kopf über Nacht frei zu bekommen und beim Qualifying den Spieß umzudrehen. Es wird schwierig, denn Hamilton wirkt selbstsicher wie selten zuvor.

PS: Thema war heute übrigens immer noch die Ferrari-Pizza-Margherita. Mir wurde zugetragen, was Ferrari-Teamchef Arrivabene hinter vorgehaltener Hand zu diesem Thema gesagt hat: "Es ist mir lieber, dass wir einen Fahrer haben, der unser Auto nach einer Pizza benennt als einen, der so rumläuft wie Lewis Hamilton." Starker Spruch!

Lewis Hamilton im stummen Interview

Lewis Hamilton im stummen Interview Lewis Hamilton im stummen Interview Lewis Hamilton im stummen Interview

Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance / ABMS

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