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Formel 1: Kolumne - Ralfs Momente

— 19.03.2016

Neues Qualifying schon in Bahrain

In seiner neuen Kolumne nimmt unser Formel-1-Reporter Ralf Bach Sie mit ins Fahrerlager: Das erlebte er am Samstag beim Australien GP in Melbourne.

Bevor ich mit meiner Analyse des Qualifying-Desasters beginne, möchte ich erst noch über eine Begegnung mit Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene berichten. Anscheinend werden meine Kolumnen auch in Italien gelesen und übersetzt. Er kam sehr wütend zu mir, weil ich gestern geschrieben habe:

Wütender Ferrari-Boss: Arrivabene war angefressen

„Thema war heute übrigens immer noch die Ferrari-Pizza-Margherita. Mir wurde zugetragen, was Arrivabene hinter vorgehaltener Hand zu diesem Thema gesagt hat: 'Es ist mir lieber, dass wir einen Fahrer haben, der unser Auto nach einer Pizza benennt, als einen, der so rumläuft wie Lewis Hamilton.' Starker Spruch!“

Dazu muss ich anmerken: Der Quelle, die mir seine Aussage gesteckt hatte, vertraue ich - auch heute noch. Jedenfalls fing Arrivabene mich im Fahrerlager ab und war extrem angefressen. Er betonte, er hätte das nie gesagt. Und fragte, wie ich das denn schreiben könne. Der Fairness halber findet sein Dementi deshalb auch heute hier seinen Platz.
So lief das Qualifying in Melbourne: Hamilton-Pole und Quali-Kritik

Vettel ist von der Formel 1 2016 noch nicht überzeugt

Kommen wir zum Qualifying: Vettel hat Recht. Dass der Ferrari-Star zur FIA-Pressekonferenz direkt nach Q3 schon in Jeans antanzen konnte, sagt alles: Das neue System, dass sich die Formel-1-Macher ausgedacht haben, war ein Schuss in den Ofen. Q1 und Q2 gingen ja noch. Es war teilweise sogar spannend zu sehen, wie Teams wie Manor, Red Bull, Haas oder Sauber das richtige Timing für die schnellste Runden verpassten und so rausflogen.

Aber Q3 war ein Desaster. Die Reise nach Jerusalem fand eher auf den Tribünen statt. Nur umgekehrt! Dort stritten sich nämlich die Stühle um die letzten Zuschauer, weil die meisten schon fünf Minuten vor Ende ihren Platz verlassen hatten. Denn da stand längst fest, dass beide Ferrari auf die weitere Zeitenjagd verzichten und lieber einen Reifensatz fürs Rennen sparen wollten.

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Die gute Nachricht: Bereits in Bahrain soll es ein verbessertes System geben. Morgen schon wollen sich die Teamchefs dazu beraten. Ecclestone hatte aus dem fernen England per Telefon zur Krisensitzung gerufen. Ihm selbst wurde vorm TV klar: „Das neue Quaifying ist beschissen!“ Mögliche Lösungen: Entweder folgt nach dem neuen Ausscheidungsmodus in Q1 und Q2 ein Q3 nach altem Stil. Oder die Königsklasse kehrt ganz zurück zum alten System. Wobei zusätzliche Pflicht-Reifensätze in Q3 für mich auch eine Alternative wären. Dann bräuchte niemand mehr Reifen sparen und die Action wäre zurück im letzten Abschnitt des Zeitfahrens.
Weitere Hintergründe und Reaktionen hier: Neues Qualifying floppt

Hamilton ließ Rosberg am Samstag deutlich hinter sich

Die für mich beste Idee folgt allerdings dem Motto: 'Der Teamkollege ist dein größter Feind'. Die ersten elf Startplätze werden von elf verschiedenen Teams belegt. Beispiel Melbourne: Nico Rosberg würde nicht von Platz zwei, sondern als bester der Team-Duell-Verlierer von Platz zwölf ins Rennen gehen. Kimi Räikkönen von Platz 13 und nicht von vier. Stellen Sie sich vor: Lewis Hamilton würde in Melbourne gewinnen, das Trainingsduell gegen Rosberg in Bahrain aber verlieren: Dann könnte der WM-Leader maximal von Platz 12 starten. Die Veranstalter wollen Qualifying und Rennen spannender machen. Das wäre doch die Lösung dafür.
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Denn rein sportlich kann man keine große Spannung erwarten. Der Mercedes-Vorsprung auf Ferrari beträgt auf jeder Reifensorte mindestens eine halbe Sekunde pro Runde - eher mehr. Ob das auch im Rennen der Fall sein wird, sieht man am Sonntag. Ich befürchte aber, es wird sich nichts an der Mercedes-Dominanz ändern.
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Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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