Mercedes

Formel 1: Kolumne von Bianca Garloff

— 04.06.2014

Krieg der Mercedes-Sterne geht weiter!

Die AUTO BILD MOTORSPORT Reporterin berichtet in ihrer Kolumne vom Geschehen im Fahrerlager: Vor dem Kanada GP dreht sich alles um das Titelduell bei Mercedes.

Die Aktion war nicht ganz freiwillig. Niki Lauda hatte nachgeholfen. Der Mercedes-Formel-1-Aufsichtsrat hatte Lewis Hamilton nahegelegt sich mit Nico Rosberg auszusprechen. Und dann kam der Tweet: „Wir sind schon seit einer langen Zeit Freunde und hatten unsere Höhen und Tiefen. Heute haben wir geredet und alles ist cool. Wir sind immer noch Freunde.“ Dazu postete der Brite ein Foto aus vergangenen Tagen im Kart. Von Nico Rosberg war indes nichts zu hören.
 

Mit einem Tweet verkündete Hamilton nach Monaco den Frieden mit Rosberg - doch wie lange hält dieser?

Ein Indiz dafür, dass der Waffenstillstand nur ein Vernunftsfriede auf Zeit ist. Denn eigentlich reagierte Hamilton in Monaco wie immer. Als Nico Rosberg seinen Wagen in der letzten Qualifyingrunde im Notausgang (absichtlich oder nicht) parkte und so weitere schnelle Umläufe verhinderte, fühlte sich der Brite verschaukelt. Die ganze Welt war gegen ihn, also trampelte er wie ein bockiges Kind mit seinen Füßen auf den Boden. Er verweigerte Nico Rosberg nach dessen Sieg den Handschlag, schmollte in der Pressekonferenz und beschwerte sich während des Grand Prix wiederholt beim Team über seine Strategie.
 
Hamiltons Verhalten erinnerte an 2007. Auch im McLaren-Teamduell gegen Fernando Alonso zeigte er zuweilen Anflüge von schlechtem Verlierer-Dasein. An gleicher Stelle grummelte er in Monaco über eine angeblich Nummer-zwei-Stellung, nur weil er am Führenden Fernando Alonso nicht vorbeikam und sich dabei Bremsen und Reifen ruinierte. Auch damals wurden aus Teamkollegen Feinde. Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen profitierte. Der Finne wurde Weltmeister, weil Hamilton und Alonso sich gegenseitig Punkte wegnahmen.
 

Reporterin Bianca Garloff (li.) - hier mit Nico Rosberg - berichtet von den Rennstrecken dieser Welt

Dieses Jahr dürfte das anders sein. Zu überlegen ist der Mercedes, als dass Vettel und Co. noch reingrätschen können. Deshalb lässt Motorsportchef Toto Wolff seine „Jungs mit ihren Spielzeugen spielen, solange sie sie nicht kaputt machen.“ Doch die nächste Schlacht im Krieg der Sterne wird kommen. Weil Hamilton seine Emotionen nicht im Griff hat und Rosberg nicht mehr der brave Nico ist, für den ihn viele lange gehalten haben. Wenn der Deutsche in Kanada seinen Lauf fortsetzt, steht die falsche Freundschaft ein weiteres Mal auf dem Prüfstand. Denn der Circuit Gilles Villeneuve ist Hamilton-Land. Dreimal gewann er schon in Montreal. Und auf eine Machtergreifung auf seinem eigenen Territorium steht Hamilton gar nicht...

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Getty Images / Twitter - Hamilton / BG

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