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Formel 1: Kommentar zu Lewis Hamilton

— 08.10.2016

Hamilton boykottiert Presse

An Nico Rosbergs Pole-Position lag es nicht, dass Lewis Hamilton seine Presserunde in Japan sausen ließ. Der Brite ist sauer auf die Medien. Ein Kommentar.

Diese Kritik hat ihm gar nicht gefallen! Lewis Hamilton zeigte sich am Samstag in Suzuka tief gekränkt über die Berichterstattung nach seinem Snapchat-Skandälchen im Vorfeld des Japan GP, als er in der offiziellen Pressekonferenz am Donnerstag lieber mit den Filtern seines Smartphones spielte als mit den Journalisten zu sprechen. Das mediale Echo auf diese Aktion war anschließend nicht besonders positiv ausgefallen.

Hamilton ist nicht gut auf die Medien zu sprechen

Für Hamilton ein Grund, seine nach dem Qualifying am Samstag anberaumte Presserunde in der Mercedes-Teamunterkunft kurzerhand ausfallen zu lassen. Doch nicht einfach so, denn Hamilton hatte seinen Kritikern noch eine Botschaft mitzugeben.

Mit ernster Miene schnappte er sich das Mikrofon, klopfte mit den Fingern nervös auf den Tisch und murmelte: „Gleich wird keiner mehr lachen.“ Dann ließ der Brite die Bombe platzen: „Ich bin heute nicht hier, um eure Frage zu beantworten.“ Seine Erklärung: „Bei allem Respekt: Viele von euch haben sich immer hinter mich gestellt und wissen hoffentlich, wer gemeint ist. Aber hier sind auch einige Leute, die gerne von gewissen Dingen profitieren.“

Unkonzentrierter Auftritt in der Pressekonferenz

Mit Blick auf seinen Auftritt vom Donnerstag sagte Hamilton: „Das war hart. Eigentlich war es ein unbeschwerter Tag und wenn ich mich irgendwem gegenüber respektlos verhalten habe, war es nicht meine Absicht. Es war nur ein Spaß.“ Weniger lustig fand Hamilton „was dann aber weltweit geschrieben wurde. Das war respektlos!“

Mit dem Hinweis, dass nun „unglücklicherweise“ auch unschuldige Journalisten von dem Boykott betroffen sind, beendete der Mercedes-Star seinen Monolog: „Ich habe für sowas einfach keine Zeit. Tut mir leid, ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende.“

Hamilton hatte zuletzt keine einfache Zeit...

Unter zwei Minuten dauerte Hamiltons Ansage. Kaum mehr als eine schnelle Runde in Suzuka. Und doch offenbarte sie die Gefühlswelt des Briten, der sich nach seinem Motorplatzer zuletzt in Sepang von Gott und der Welt allein gelassen fühlt. Und nun zurückschlägt!

Hamilton wäre nicht Hamilton - und ganz sicher auch nicht dreifacher Weltmeister - wenn er nicht auf und abseits der Strecke alles bekämpfen würde, was sich ihm in den Weg stellt. „Man muss die Fahrer sich ihren Frust von der Seele reden lassen“, hatte Niki Lauda zuletzt mit Bick auf Hamiltons Sabotage-Vorwürfe gegen das eigene Team gesagt.

Nun waren also die Journalisten dran, von denen sich der 31-Jährige ungerecht behandelt fühlt. Diesen signalisierte er am Samstag eindeutig, dass er nicht alles mit sich machen lässt. Wer nun aber glaubt, Mercedes könnte der Auftritt ihres exzentrischen Stars aus Markenbotschafter-Sicht missfallen, der irrt sich.

Der Twitter-König der F1: Medienprofi Hamilton

Denn Hamilton bewies mit seiner Kritik an den Kritikern vor allem eines: Dass er ganz genau verstanden hat, wie die Medien funktionieren. Das von ihm selbst eröffnete nächste Kapitel des Snapchat-Eklats wird schließlich nur den Effekt haben, dass noch mehr darüber berichtet wird. Der Weltmeister gilt also nicht umsonst als Social-Media-Champion unter den Fahrern und dürfte durch die Aktion noch ein paar mehr Follower zu seinen 3,79 Millionen bei Twitter hinzubekommen. Fehlt eigentlich nur noch ein Werbevertrag mit Snapchat...

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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