Formel 1

Formel-1-Kommission vor nächstem Treffen

— 25.04.2016

Lauda will ins Formel-1-Management

Morgen muss die Formel-1-Kommission mal wieder über die Zukunft der F1 entscheiden. Im Mittelpunkt stehen dabei auch Niki Lauda und Bernie Ecclestone.

Das Chaos in der Formel 1 geht weiter. Einigkeit, so erfuhr AUTO BILD MOTORSPORT, wird es auch morgen nicht geben. Am zwölf Kilometer vom Londoner Stadtkern entfernten Biggin Hill Airport, wo der Privatjet von Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone steht, wird sich am Dienstag die Formel-1-Kommission treffen, um zum wiederholten Mal über die Motoren der Zukunft und die neuen Aerodynamikregeln ab 2017 abzustimmen.

Die Teams sind sich einig: Veränderung muss her

ABMS weiß: Teams wie Red Bull, Sauber und Force India werden in der Motorenfrage auf jeden Fall gegen den Vorschlag der Motorhersteller stimmen, die die Antriebseinheiten erst ab 2018 für 12 Millionen Euro pro Jahr abgeben wollen. Sie verlangen diesen Preis schon für 2017!

Bei der Abstimmung der F1-Kommission (ein 26-köpfiges Gremium aus allen elf Teams, Veranstaltern, Sponsoren, Vertretern von Motoren- und Reifenherstellern) braucht es eine qualifizierte Mehrheit von mindestens 18 Stimmen, um die gefassten Beschlüsse dann an den FIA-Weltrat weiterzuleiten, welcher in der Regel den Vorschlägen der Kommission folgt.

Uneinigkeit wird es auch bei der Abstimmung zum neuen Aerodynamikreglement geben. Hintergrund: 2017 soll es einen Kompromiss geben, der von McLaren vorgeschlagen wurde. Die Autos sollen breiter und dank noch mehr Abtrieb vier bis fünf Sekunden schneller werden. Während McLaren, Red Bull, Toro Rosso und mittlerweile auch Ferrari dafür sind, sträubt sich zum Beispiel Mercedes extrem dagegen.

Die F1 anno 2016 heißt vor allem Mercedes-Dominanz

Begründung: Das Überholen wird durch eine ausgefeilte Aerodynamik mit mehr Abtrieb schwieriger statt leichter. Wichtig für Force India, Williams und Sauber ist indes: Sie stimmen nur dafür, wenn die Regeln dann bis 2020 festgeschrieben werden. Ein Testlauf wie beim neuen Qualifyingformat Anfang des Jahres wäre damit ausgeschlossen.

ABMS erfuhr: Die Fahrer sind mittlerweile auch komplett gegen die neuen Regeln. So soll sich Alexander Wurz, einer der Direktoren der Fahrervereinigung GPDA, stellvertretend für alle Fahrer vehement dagegen ausgesprochen haben.

Interessant ist auch, was hinter den Kulissen von CVC abgeht. Die Firma, welche die Vermarktungsrechte der Formel 1 hält, wird von den Herstellern immer mehr unter Druck gesetzt, sich endlich von Bernie Ecclestone zu trennen.

Vertauschte Rollen: Wer will hier wem nachfolgen?

Erst in China vergangene Woche hat Ferrari-Präsident Sergio Marchionne Druck ausgeübt, Ecclestone mit einem Triumvirat zu ersetzen. Ein Jurist, ein Marketingexperte und ein Vertreter für den Sport sollen zu Dritt dann den Job machen, den Ecclestone bisher alleine ausübte.

CVC soll eine Liste mit diversen Namen vorliegen. Auf sportlicher Seite wurden von den Herstellern Alexander Wurz und Ex-Formel-1-Pilot David Coulthard vorgeschlagen. Der von Ecclestone vorgeschlagene Marketingexperte Flavio Briatore wurde dagegen schon abgelehnt.

In erster Instanz abgelehnt wurde auch Niki Lauda, weil der er ob seiner zehn Prozent Anteile am Mercedes-Team nicht objektiv genug sei. Doch nach ABMS-Informationen will Lauda den Job unbedingt. Er soll Sergio Marchionne in China sogar angeboten haben, sich von den Mercedes-Anteilen zu trennen, wenn er dadurch einer Direktoren des angedachten F1-Triumvirats werden könne.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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