Die Bilder vom Ungarn-Test

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Formel 1: Kubica auf Palmer-Niveau

— 02.08.2017

Starkes Kubica-Comeback mit Schrecksekunde

Robert Kubica ist zurück in der Formel 1. Beim Test in Ungarn waren alle Augen auf ihn gerichtet. Doch los ging das Comeback mit einem Schreckmoment.

Selbst Sebastian Vettel ist baff: "Ich weiß nicht, wie er das mit seiner Hand macht", staunt der Ferrari-Star angesichts des Kubica-Comebacks im aktuellen Formel-1-Auto von Renault. "Aber es ist toll für ihn, dass er zurück ist. An seinem Speed und Talent gab's sowieso nie Zweifel! Ich hoffe, er hat heute Spaß und genießt es, aber die neuen Autos dieses Jahr sollten seinem Stil liegen."

Lob und Jubel überall. Auch die Journalisten applaudieren, als Kubica am Ende seines Testtages auf dem Hungaring den Raum für seine Presserunde betritt. "Das ist ein weiterer Schritt auf einer unfassbaren Reise", so der Pole. "Ich bin Renault für diese Gelegenheit sehr dankbar. Ich habe mir selber einige wichtige Fragen beantworten können. Über die neue Generation von Rennwagen konnte ich eine Menge lernen. Mit jenen Rennern, die ich früher bewegte, hat das nicht mehr viel zu tun."

Mehr als sechs Jahre hat Kubica auf diesen Tag gewartet: Erstmals seit seinem schweren Rallye-Unfall in Italien 2011, bei dem sich eine Leitplanke ins Cockpit bohrte und er fast seine Hand verlor, nahm der Ex-BMW-Sauber-Star heute wieder an einem offiziellen F1-Test teil. Schon am Morgen wurde es laut auf den Rängen - die Tribüne gegenüber seiner Renault-Box war gut besucht und mit vielen polnischen Flaggen bestückt. 3.500 Fans kamen insgesamt – 1.500 mehr als am Vortag – und sorgten mit ihren Kubica-Gesängen für Gänsehautstimmung.

Robert Kubica ist endlich zurück im Formel-1-Auto

Gleich zu Beginn des Tages allerdings eine Schrecksekunde: Als Kubica im Renault aus seiner Box fährt, reißt er das Namensschild von Nico Hülkenberg über der Garage mit sich. Der Pole und die umherstehenden Mechaniker kommen jedoch unbeschadet davon, Kubica kommt trotzdem schnell auf Touren. "Wir konnten uns methodisch durch den Aufgabenkatalog arbeiten", berichtet er. "Ich hatte eine steile Lernkurve, was ein 2017er Auto angeht und auch in Bezug auf die Arbeit mit modernen Pirelli-Reifen."

Zur Mittagspause schlägt sich Kubica bereits achtbar, liegt nach der ersten viertstündigen Session auf Rang sieben von elf Fahrern, mit einem Rückstand von 2,557 Sekunden auf die Bestzeit. Am Nachmittag steigert er sich deutlich. Mit einer Zeit von 1:18.572 Minuten belegt er am Ende des Tages Rang vier. Rückstand zur Spitze: nur 1,448 Sekunden. Der Hammer: Kubicas Zeit ist nur eineinhalb Zehntel langsamer als die von Renault-Stammpilot Jolyon Palmer (1:18,415) beim Qualifying am vergangen Samstag!

Müde aber glücklich: Kubica in seiner Presserunde

Mit seiner Runde wäre Kubica in den Grand Prix von Platz 14 gestartet. Sogar noch beeindruckender: Kubicas Fitness muss stimmen. Denn trotz der großen Hitze in Budapest dreht er 142 Runden – die zweitmeisten aller Fahrer hinter Williams-Pilot Luca Ghiotto (161). Ein Renncomeback Kubicas wird angesichts dieser Leistung und des Medienrummels um ihn immer wahrscheinlicher. Sitzt Kubica in Spa etwa schon in Palmers Stammcockpit? "Es ist noch zu früh zu sagen, was nun für mich der nächste Schritt sein kann", tritt er auf die Euphoriebremse. "Zunächst einmal bin ich einfach nur dankbar und happy."

Gut zu sehen: Die Unfallfolgen an Kubicas Arm

Was selbst die Experten verblüfft: Kubicas rechter Arm ist durch die Folgen des Unfalls immer noch stark beeinträchtigt. Bereits am Dienstag zeigte sich der Pole in Budapest im kürzärmligen Renault-Shirt - und damit die ganzen Auswirkungen seines Crashs. 18 Operationen musste er über sich ergehen lassen. Die Narben sind genauso gut zu sehen wie die wenigen Muskeln, die Kubica am rechten Arm nur noch aufbauen kann - von nur noch 40 Prozent Kraft ist die Rede. Renault baute das Lenkrad beim Test deshalb extra für die Bedürfnisse des Polen um. Mit Erfolg, wie Kubica bei seiner eindrucksvollen Rückkehr bewies.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Getty Images / Picture-Alliance

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