Formel 1: Kubica aus Klinik entlassen

Formel 1: Kubica aus Klinik entlassen

— 12.06.2007

"Sonntag will ich wieder fahren"

Die Ärzte geben Entwarnung: BMW-Star Robert Kubica hat den Horror-Crash von Montreal fast unbeschadet überstanden. Leichte Gehirnerschütterung, Knöchelprellung – in Indianapolis will er bereits wieder starten.

Nach einer Nacht im Hôpital du Sacre-Coeur konnte der Pole die Klinik gestern 18.05 Uhr deutscher Zeit wieder verlassen. In einem grauen BMW X5 fuhr er selbst (!) vom Krankenhausgelände. Kaum zu glauben: Der knallharte Kubica (Szenename "Der Killer"), der nur eine leichte Gehirnerschütterung sowie eine Knöchelprellung erlitten hat, will schon Sonntag (17.6.2007) in Indianapolis wieder starten! Kubica sprach vor der Klinik ganz kurz mit den wartenden Journalisten. Zu BILD sagte er: "Ich habe riesiges Glück gehabt. Es war ein sehr großer Unfall. Aber es geht mir gut."

Dann der Satz, von dem Sonntag im Horror-Crash-Moment um 19.41 Uhr kein Formel-1-Fan auf der ganzen Welt auch nur träumen mochte. Kubica: "Ich fliege nun nach Indianapolis und möchte Rennen fahren. Der Arzt hier in der Klinik hat mir gesagt, dass ich okay bin."

Hans-Joachim Stuck kann sich kaum vorstellen, dass Kubica am Sonntag fährt.

Ex-Formel-1-Pilot und BMW-Experte Hans-Joachim Stuck zu BILD: "Dieser Wille passt zu Kubicas Charakter. Er ist extrem ehrgeizig. Aber Wunsch und Wirklichkeit liegen manchmal weit auseinander. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Ärzte der FIA (Internationale Automobilsport Organisation) ihn dem Renn-Risiko schon wieder aussetzen werden. Indianapolis ist kein Spielplatz." Bis Donnerstag um 16 Uhr Ortszeit (zehn Uhr in Deutschland) muss BMW seine zwei Fahrer für den Indy-Grand-Prix gemeldet haben. Mittwoch oder Donnerstag wird Kubica von den strengen FIA-Ärzten auf Renntauglichkeit untersucht.

Sind nach Indy bestellt: Sebastian Vettel (links) und Timo Glock (rechts).

Zwei Kandidaten stehen auf Abruf bereit

Gut möglich, dass die FIA-Ärzte den angeschlagenen Kubica nicht starten lassen. Wer würde dann den zweiten BMW steuern? BMW-Boss Dr. Theissen hat zwei Kandidaten nach Indy bestellt. Fällt Kubica aus, gibt es auf jeden Fall eine deutsche Paarung. Entweder Super-Talent Sebastian Vettel (19) oder der erfahrenere Timo Glock (25) würden im zweiten Cockpit sitzen. Beide sagen selbstbewusst: "Ich bin bereit!" Vettel ist offiziell Testfahrer Nr. 1. Kritiker glauben aber, dass ein Grand-Prix-Einsatz für den selbstbewussten Wahl-Schweizer zu früh käme. Test-Kollege Glock, von den BMW-Ingenieuren für seine fachlichen Aussagen über das Auto geschätzt, wäre die konservativere Lösung.

Vater Kubica kommentierte das Rennen fürs polnische TV

Bis zu 8,3 Millionen Deutsche erlebten das Schock-Rennen von Montréal live am TV mit. Kubicas Vater Artur saß als Experte in einem polnischen TV-Studio. Er brach bei den Bildern fast zusammen. Zwei Stunden nach dem Rennen telefonierte er mit seinem Sohn. Kurz vor seiner Abfahrt vom Klinik-Gelände sagte Kubica gestern: "Ich habe die Unfall-Szenen noch nicht im Fernsehen gesehen. Macht aber nichts – ich war ja selbst im Auto dabei."

HANS: Der Lebensretter kostet je nach Modell 900 bis 2000 Euro.

Kubicas Schutzengel heißt James Penrose

James Penrose (49) ist FIA-Sicherheits-Ingenieur und kommt aus Irland. Er hat "HANS" mitentwickelt. HANS ist die Abkürzung von "Head and neck support" (Kopf- und Nacken-Unterstützung), ein steifer Kohlefaser-Kragen, der an Schultergurten und Helm befestigt wird. Er vermindert bei einem Unfall extreme Beschleunigungsbewegungen des Kopfes und gefährdende Kräfte auf den Halsbereich. Zudem kann der Kopf nicht an Cockpitrand oder Lenkrad aufschlagen. Noch 2002 lehnten die Formel-1-Piloten HANS einstimmig als zu unbequem ab. Schutzengel Penrose ließ aber nicht locker. Er hat sich seit dem Kubica-Crash in Montreal mit Kollegen Tag und Nacht mit dem BMW-Wrack beschäftigt. Er will HANS noch besser machen.

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