Die Bilder vom Ungarn-Test

Formel 1: Kubica-Comeback mit neuer Hürde

Todt kündigt medizinische Checks an

Robert Kubica gilt als Favorit auf das Williams-Cockpit für 2018. Fragezeichen bestehen aber weiter wegen seiner Verletzung - nun mischt sich die FIA ein.
Der Automobilweltverband FIA reagiert auf Sicherheitsbedenken von Experten und Fahrern rund um das Comeback von Robert Kubica mit medizinischen Checks. Nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT hat sich mittlerweile sogar die Fahrergewerkschaft GPDA über eine Rückkehr des Polen in die Königsklasse beraten. Demnach haben offenbar einige Piloten Zweifel angemeldet, ob Kubica mit seinem seit einem schweren Rallyeunfall behinderten Arm in Gefahrensituationen schnell genug und vor allem richtig reagieren kann.

Robert Kubica will unbedingt zurück in die Formel 1

Jetzt widmet sich auch die FIA dem Thema Kubica. Auf Nachfrage von AUTO BILD MOTORSPORT sagt FIA-Präsident Jean Todt heute in Abu Dhabi: „Wir haben Experten für so etwas und wir werden alle notwendigen Schritte unternehmen, sollten wir mit der Situation konfrontiert werden.“ Man nimmt das mögliche Comeback des einst schwerverletzten Polen also nicht auf die leichte Schulter, immerhin könnten bei einem Unfall auch Kollegen involviert werden.
Todt weiter: „Fahrer kommen und gehen. Bei Robert wäre das etwas Besonderes, denn er hat einen schweren Rallyeunfall überlebt. Zunächst ist er in der Rallye zurückgekommen, nun im Formelsport. Die Zeit wird uns verraten, wie weit er es wirklich schafft. Klar ist aber, dass wir alle notwendigen Medizinchecks durchführen würden. Dann müssen die Ärzte entscheiden, ob er eine Superlizenz bekommt.“
Kubica wird kommende Woche beim Pirelli-Reifentest an zwei Tagen für Williams testen. Der von Weltmeister Nico Rosberg unterstützte Pilot gilt mit mindestens zwölf Millionen Euro Sponsorgeld für zwei Jahre als Favorit auf das Williams-Cockpit, um das auch Daniil Kvyat, Paul di Resta und Pascal Wehrlein kämpfen.

Nico Rosberg arbeitet an Kubicas Comeback-Plänen

Über die Chancen des deutschen Mercedes-Juniors sagte Mercedes-Sportchef Wolff zuletzt: „Ich denke, es wurde klargemacht, dass Robert jetzt bei Williams Priorität hat. Er verdient die Möglichkeit und es liegt nicht mehr in Pascals Händen. Es gibt noch die kleine Chance, dass Robert nicht überzeugen kann. Aber das wünscht ihm hier keiner.“
Nach Informationen von ABMS gründet die FIA übrigens bald auch eine Kommission für behinderte Rennfahrer, die sich dann auch solchen Problemen widmen und das tatsächliche Können der Piloten richtig einschätzen wird. Ex-Williams-Pilot Jacques Villeneuve hatte unlängst Zweifel geäußert: „Was ist, wenn beim Start vor ihm ein Auto fast stehenbleibt oder ein Wagen sich vor ihm dreht, und er mit einem abrupten Manöver dem Hindernis ausweichen muss? Ich bezweifle, dass dies mit der Kraft einer Hand überhaupt geht.“

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance / Kubica Instagram

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