Formel 1: Das sagt Kubica

Die Bilder vom Ungarn-Test

Formel 1: Kubica für Williams?

Kubica ein Sicherheitsrisiko für Kollegen?

Würde Robert Kubica mit einem Formel-1-Comeback die anderen Piloten gefährden. Das sagen die Ex-Piloten der Königsklasse dazu.
Wird das Formel-1-Comeback von Ex-Formel-1-Pilot Robert Kubica (32) zum Sicherheitsrisiko für die anderen Piloten? Immer mehr Experten machen sich darüber Gedanken, ob Kubica, dessen Funktionsfähigkeit des rechten Arms nach einem schweren Rallyeunfall 2011 extrem eingeschränkt ist, in kritischen Situationen noch fähig ist, richtig zu reagieren. So gibt Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve (45) zu bedenken: "Es geht nicht um die sieben Sekunden, die Kubica 2018 aus einem stehenden Auto klettern muss. Das ist mit den neuen Halo-Käfigen schwer genug. Dieser FIA-Test dient nur zu seiner eigenen Sicherheit. Aber was ist, wenn beim Start vor ihm ein Auto fast stehenbleibt oder ein Wagen sich vor ihm dreht, und er mit einem abrupten Manöver dem Hindernis ausweichen muss? Ich bezweifle, dass dies mit der Kraft einer Hand überhaupt geht." 

Bekommt Kubica das Williams-Cockpit?

Der Kanadier weiter: "Wir hatten diese Situation in Brasilien. Ricciardo drehte sich kurz nach dem Start und einer der Sauber musste extrem verreissen, um den Frontalaufprall zu verhindern. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass du dazu zwei voll funktionsfähige Hände brauchst. Hätte Kubica das auch geschafft? Das bezweifle ich. Die FIA muss sich deshalb genau überlegen, wie sie hundertprozentig sicher sein kann, dass Robert in der Lage ist, Unfälle zu verhindern. Eigentlich müsste Kubica einen Art Slalom mit einem Formel-1-Auto absolvieren, um das zu testen. Kubica selbst muss sich selbst auch genau überlegen, ob er das kann. Es geht hier nicht um Rundenzeiten, sondern er hat die Verantwortung für die Kollegen. Das gleiche gilt auch für das Williams-Teams, das mit einer Verpflichtung Kubicas liebäugelt. Wenn es einen schweren Unfall deshalb gibt, ist das Geschrei groß."
Ex-Williams-Pilot Juan-Pablo Montoya (42) schlägt in die gleiche Kerbe. Der Kolumbianer: "Ehrlich gesagt ist das ganze ein Witz. Ich bin mir sicher, dass Robert nicht mehr hundertprozentig in der Lage ist, ein Formel-1-Auto so am Limit zu bewegen, wie es sich gehört. Wie soll das in seiner Situation funktionieren?"
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Hintergrund: Williams lässt den Polen, der Sponsoren in Höhe von zwölf Millionen Euro als Mitgift zu bieten hat, bei einem Test nach dem Großen Preis von Abu Dhabi mit einem aktuellen Auto fahren. Ist der Pole schnell genug, will das englische Team trotz der Sicherheitsbedenken den 32-Jährigen verpflichten. Das Renault-Team, das den Polen nach dem GP von Ungarn ein aktuelles Auto testen ließ, verzichtete nach allen Datenanalysen auf eine Verpflichtung Kubicas. ABMS erfuhr, dass sich deshalb die aktuellen Formel-1-Piloten beim Fahrerbriefing am Freitag in Abu Dhabi mit dem Fall Kubica beschäftigten könnten.
In der Formel 1 musste auch der Italiener Alessandro Nannini 1991 seine Karriere nach einem Hubschrauberabsturz beenden. Dort wurde ihm die linke Hand abgetrennt, die wieder angenäht werden konnte. Der Italiener konnte zwar später in diversen Tourenwagenserien fahren, aber die Lenkkräfte in der Formel 1 waren schon damals für seine Behinderung zu groß.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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