Formel 1: Galerie - Japan GP

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Formel 1: Kvyat knapp vor Rosberg

— 25.09.2015

Red Bull wartet auf Motor für 2016

Während die Motorenverhandlungen Red Bulls laut Helmut Marko derzeit stocken, hofft Gerhard Berger in der Sache auf Hilfe von Bernie Ecclestone.

Red-Bull-Pilot Daniil Kvyat hat beim Japan GP der Formel 1 in Suzuka, wie schon vor einer Woche in Singapur, die Bestzeit im zweiten Freien Training am Freitag erzielt. Mit einer Zeit von 1:48.277 Minuten gelang dem Russen auf der nassen Strecke der schnellste Umlauf. Den ganzen Tag über hatte es in Suzuka geregnet. Trotz Red Bulls zuletzt guter Performance beim Nachtrennen von Singapur mit den Plätzen zwei und sechs für Daniel Ricciardo und Kvyat, wollte man das Trainingsergebnis bei den besonderen Wetterverhältnissen im Team nicht überbewerten. „Das lag heute nur am Regen, denn ohne den müssen wir wohl um den Einzug in die Top-10 kämpfen“, sagte Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko.
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Der Österreicher gab an, daher auch im weiteren Verlauf des Wochenendes auf Ragen zu hoffen. Der Wetterbericht sagt am Samstag und Sonntag allerdings eine trockene Strecke voraus. „Trotzdem zeigt das heutige Ergebnis: Unser Chassis und unsere Fahrer sind top. Jetzt brauchen wir nur noch einen wettbewerbsfähigen Motor“, lenkte Marko, der zuletzt mit einem Ausstieg des Teams aus der Formel 1 gedroht hatte, den Fokus einmal mehr auf Red Bulls Hemmschuh und das dieser Tage am heißesten diskutierte Thema des Fahrerlagers. Nach der vorzeitigen Trennung von Renault steht das Team aus Milton Keynes noch ohne Aggregat für die kommende Saison da.
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VW hat laut Marko andere Sorgen

„Es ist ein bisschen eigenartig, dass sich da im Moment nix rührt“, machte Marko kein Geheimnis aus der diffizilen Lage, in der sich Red Bull befindet. Der Österreicher: „Wir warten auf ein konkretes Stück Papier, in dem man uns einen konkurrenzfähigen Motor für 2016 anbietet.“ Andernfalls „verliert die Formel 1 vier Autos“, bestätigte Marko erneut, dass Red Bull sich mit dem Hauptteam und Schwester-Rennstall Toro Rosso vorerst aus der Königsklasse zurückziehen würde. „Wir brauchen einen Motor, sonst bleibt uns nichts anderes übrig als aufzuhören.“ Als Partner kommen für Marko nur Ferrari und Mercedes infrage. Obwohl sich Red Bull seitens Mercedes bereits ein Nein für eine mögliche Zusammenarbeit abgeholt hatte, wollte Marko vor dem Hintergrund scheinbar stockender Verhandlungen mit Ferrari auch die Silberpfeile nicht mehr ganz ausschließen.
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Helmut Marko (r.) und Gerhard Berger (l.) hoffen auf eine Lösung, mit der alle zufrieden sein können

„Ich spreche jetzt nur einmal theoretisch. Aber es gibt in der Formel 1 ja nicht nur den Ferrari-Motor, der gut ist. Er muss einfach nur wettbewerbsfähig sein. Woher er kommt, ist im Sinne des Sports eigentlich egal“, sagte der Grazer. Nicht äußern wollte sich Marko hingegen zu Audis Einstiegsplänen bei Red Bull ab 2018, von denen AUTO BILD am Montag nach dem Singapur GP exklusiv berichtet hatte. „VW und Audi haben momentan ganz andere Sorgen“, meinte Marko mit Blick auf den Abgasskandal der Wolfsburger. „Das ist ein Mega-Skandal. Ich kann mir deshalb nicht vorstellen, dass dort im Moment irgendwer an die Formel 1 denkt. Außerdem wäre das erst in zwei bis drei Jahren eine Option“, verriet der Österreicher.

Berger äußert Verständnis für Red Bull

Markos Landsmann Gerhard Berger zeigte sich in Suzuka davon überzeugt, dass Red Bull die Schwierigkeiten bei der Antriebssuche überwinden kann. „Ich bin ein guter Freund von Didi (Mateschitz, Red-Bull-Besitzer; d. Red.) und weiß, dass alle Anstrengungen unternommen werden, um einen guten Motor zu bekommen“, so Berger, der die Wettbewerbsfähigkeit des Aggregats als Zünglein an der Waage einstuft. „Der Anspruch von Red Bull sind Siege. Wenn es so läuft wie letztes oder dieses Jahr, haben sie wenig Lust dabei zu sein, das muss man verstehen.“ Dass Red Bull mit dem richtigen Motor im Heck wieder WM-Anwärter ist, bezweifelt Berger nicht: „Das Team ist nach wie vor stark.“
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„Es sind noch alle dabei dabei, die vier Weltmeisterschaften gewonnen haben. Sie verdienen es, wieder einen Motor zu bekommen, mit dem sie das beweisen können“, sagte Berger. Zu dramatisch will er die Lage des Teams aber trotz der Ausstiegsdrohung nicht einordnen. Auch, weil der Ex-Pilot ein intimer Kenner der Szene ist. „Klar befinden sie sich in einer sehr ungünstigen Position, aber das bringt der Sport mit sich. Manchmal ist man ganz oben und alles fällt einem in den Schoß. Manchmal muss man aber kämpfen, beißen und kriegt Gegenwind. Red Bull sind Kämpfer, sie werden eine Lösung finden“, ist Berger überzeugt, der als einzige Gefahr sieht, „dass Didi die Lust verliert.“
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Auch Ecclestone in der Pflicht

Damit das nicht passiert, müssen laut Berger nun alle an einem Strang ziehen. „Red Bull muss gute Verhandlungen mit Ferrari führen, denn die machen aktuell einen guten Job und riechen ihre WM-Chance, vor allem für das nächste Jahr. Dann wollen sie natürlich keinen Red Bull im Weg haben.“ Um die Parteien trotzdem zusammenzuführen, nimmt Berger auch F1-Boss Bernie Ecclestone in die Pflicht: „Ich glaube nicht, dass Bernie zulassen wird, dass sie ausstiegen. Da muss auch er jetzt seinen Beitrag leisten, um Red Bull am Anfang der nächsten Saison in eine Position zu bringen, wo sie vorne dabei sind.“
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Immerhin am Freitag in Suzuka schaffte Red Bull das mit Kvyat als Schnellstem im Training. Die Mercedes von Nico Rosberg und Lewis Hamilton hingen dem Russen jedoch schon wieder im Genick, nachdem die Silberpfeile zuletzt in Singapur etwas aus der Spur geraten waren und den Sprung aufs Podest verpasst hatten. „Mercedes wird hier wieder den Ton angeben. Die Strecke liegt den Silberpfeilen“, sagte Sky-Experte Marc Surer. Rosberg, der mit lediglich 23 Tausendstelsekunden Rückstand auf Rang zwei landete, und Hamilton auf Rang drei, unterstrichen die Ansage des Schweizers. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel wurde am Freitag noch hinter Daniel Ricciardos Red Bull Fünfter, sein Teamkollege Kimi Räikkönen komplettierte die Top-6. Nico Hülkenberg (Force India) fuhr auf den elften Rang.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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