Nico Rosberg

Formel 1 - Lauda: Hamilton darf nicht sauer sein

— 24.05.2014

Fahrerlager einig: Keine Absicht!

Rosberg per Verbremser zur Pole: Es war die Szene des Monaco-Qualifyins. Doch das Fahrerlager ist sich einig: Der Mercedes-Pilot hat nicht mit Absicht gehandelt.

Ist Nico Rosberg ein „Drecksack“? So drastisch hatte 2006 ausgerechnet Rosbergs Vater Keke Michael Schumacher bezeichnet, nachdem der Deutsche im Monaco-Qualifying seinen Ferrari in der Rascasse geparkt hatte. Acht Jahre später kam es nun zu einer ähnlichen Szene: Diesmal mit Rosberg junior am Steuer! Der Mercedes-Pilot liegt im Zeittraining vorne, verbremst sich auf seinem letzten schnellen Versuch jedoch und weicht in den Notausgang der Mirabeau-Kurve aus. Die daraus resultierenden gelben Flaggen machen Verbesserungen für die anderen Piloten unmöglich, allen voran für Rosbergs Teamkollegen und WM-Rivalen Lewis Hamilton.

Unschuldsvermutung für Rosberg

Mirabeau-Verbremser zur richtigen Zeit: Ein Schelm, wer dabei Böses über Rosberg denkt...

Ob der kontroversen Szene war klar: Es dauerte nicht lange, bis die ersten Thesen über ein absichtliches Handeln aufkamen. Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger widerspricht den Kritikern gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT. „Es gilt die Unschuldsvermutung. Wenn es Absicht war, dann war es klug, weil Nico es in der Auslaufzone gemacht hat.“ Auch Ex-Fahrer David Coulthard argumentiert pro Rosberg: „Nico war einfach cleverer, weil er früh eine Zeit gesetzt hat und damit im Vorteil war!“

Untersuchung bleibt ohne Folge

Die Regelhüter hatten nach dem Qualifying eine obligatorische Untersuchung des Vorfalls eingeleitet, kamen jedoch zu dem Schluss, dass Rosberg nicht absichtlich handelte und seine Pole daher behalten darf. Bereits zuvor hatte Mercedes-GP-Aufsichtsrat Niki Lauda gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT erklärt: „Lasst sie untersuchen, die finden nichts!“ Der Österreicher: „Man muss jetzt mal die Kirche im Dorf lassen! Außerdem braucht man sich nur die Fernsehbilder und Fakten anzuschauen. Nico fährt in die Kurve, bremst spät und rechts vorne blockiert das Rad. Er versucht die Kurve zu kriegen, dreht dann aber nach links ab, um nicht zu crashen!“ Laut Lauda ist dieser Ablauf genauso logisch wie normal.

Lauda: Alles Bullshit!

„Außerdem hatte er die Pole schon davor“, wirft der dreimalige Weltmeister ein. „Von all den Runden der anderen Autos war sowieso keine mehr schneller, weil sich die Strecke etwas verändert hat. Das ist also alles Bullshit." Dass Lewis Hamilton angesäuert reagierte, stößt bei Lauda auf Unverständnis. „Dann muss man ihn fragen warum... und ob er verrückt ist? Unzufrieden darf er nur sein, weil er Zweiter und der Andere schneller ist.“ Lauda: „Wenn Lewis sagt, dass es Absicht war, wäre es sehr unfair. Ich glaube aber nicht, dass er das machen wird.“

Viel Frust bei Hamilton

Eiszeit bei den Silberpfeilen: Hamilton (hinten) war nach dem Qualifying sichtlich 'not amused'...

In der Tat hielt sich der Brite mit Vorwürfen zurück. Hamilton: „Es war keine Absicht. Aber ich brauche jetzt erst einmal etwas zu trinken!“ Frust pur beim WM-Führenden, der weiß, wie wichtig die Pole-Position gerade auf dem engen Stadtkurs von Monaco ist. Ex-F1-Fahrer Alex Wurz hat kein Mitleid: „Lewis hat mit den Psychospielchen begonnen, Nico hat geantwortet“, stellt der Österreicher nüchtern fest.

Briatore verneint Parallelen zu 2006

Flavio Briatore, als Renault-Teamchef bei der Schumacher-Blockade 2006 direkt Geschädigter, tobte in Bezug auf den Deutschen damals: „Sauerei! Er hat einfach nur das Auto geparkt!“ Mit Blick auf Schumachers Landsmann Rosberg muss jedoch auch der temperamentvolle Italiener feststellen: Diesmal liegt keine Absicht vor. Briarote gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT: „Das war nur ein Fehler, aber einer zum genießen. Nico war unter Druck und voller Adrenalin. Da passiert so etwas schon mal...“

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

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