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Formel 1: Lauda im Interview

— 25.05.2014

Lewis muss Nico gratulieren!

Das Mercedes-Teamduell vor der Eskalation: Hamilton verweigerte Rosberg nach dessen Sieg in Monaco die Gratulation - Aufsichtsrat Lauda spricht im Interview.

Herr Lauda, Ihre Fahrer Nico Rosberg und Lewis Hamilton liefern sich im Moment ein brandheißes Teamduell. Erinnern Sie sich noch an Ihre Zeit bei McLaren gegen Alain Prost?

Ja, und ich habe damals auch schlechte Laune bekommen, wenn ich Prost gesehen habe. Denn er war mein größter Feind im eigenen Team. Wenn dein Rivale im anderen Team fährt, ist das einfacher. Weil du ihn nicht jeden Tag siehst – und weil du viel mehr Möglichkeiten hast, dir Vorteile zu verschaffen.

Mit welchen Tricks haben Sie versucht ihn zu schlagen?

Nach der Zieldurchfahrt würdigte Hamilton Rosberg keines Blickes

Er war mir im Qualifying mit seinem Speed überlegen. Also habe ich irgendwann aufgehört, ihn über die Abstimmung meines Autos zu informieren. Das war meine Stärke, also warum sollte ich meinen Vorteil aufgeben? Ich habe also meine Ingenieure und Mechaniker gegen ihn abgeschirmt und so sogar mehr Rennen gewonnen als er. Wir haben uns morgens noch hallo gesagt, weil wir beide gute Manieren hatten, aber wir haben nicht mehr über das Auto diskutiert.

Auch Nico Rosberg und Lewis Hamilton verzichten nicht mehr auf diese kleinen Spielchen...

Das ist normal und das kann man auch nicht stoppen. Für mich ist klar: Lewis ist ein bis zwei Zehntelsekunden pro Runde schneller als Nico. Nico ist eher so wie ich. Er arbeitet hart mit den Mechanikern und Ingenieuren, den Reifen und so weiter. Wir haben also ein Naturtalent und einen Typen, der denselben Job auf eine andere Art und Weise erledigt. Darum haben wir auch diese Diskussionen.

Hätte Hamilton Rosberg trotzdem gratulieren müssen zum Sieg?

Dass Lewis Nico den Handschlag verweigert hat, ist nicht in Ordnung. Er sollte Nico gratulieren, denn Nico hat das auch stets getan, ihn in Bahrain sogar umarmt, als die beiden miteinander gekämpft haben.

Hamilton unterstellt Rosberg sein Auto absichtlich in den Notausgang bugsiert zu haben. Muss man ein Bastard sein, um in der Formel 1 zu siegen?

Auf dem Siegerfoto des Teams fehlte der frustrierte Brite

Natürlich! Als netter Junge kann man hier nicht gewinnen. Nennen Sie mir einen netten Jungen in der Formel 1! Wir können ja bei Alonso anfangen (lacht). Das sind knallharte Kerle, die jedes Detail nutzen um den Gegner fertig zu machen. Und im selben Team ist das noch härter.

Wird es noch krachen zwischen den beiden in diesem Jahr?

Es ist unsere Aufgabe, das jetzt zu verhindern. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich: Wenn sie sich morgens nicht mehr begrüßen, ist die Situation außer Kontrolle.

Tun sie das denn noch?

Keine Ahnung. Ich war da noch nicht da (lacht)...

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

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