Hautnah: Nico Rosbergs Titelbilder

Formel 1: Letzter Sieg gegen Hamilton

Preise für Rosberg und Wehrlein

Nico Rosberg und Pascal Wehrlein räumten am Sonntag Trophäen ab. Während der eine gefeiert wurde, steht der andere in den Startlöchern für die Nachfolge.
Diese Niederlage dürfte Lewis Hamilton vielleicht am allermeisten schmerzen. Nico Rosberg gewann am Sonntagabend in London bei den Autosport-Awards, dem britischen Pendant zu den AUTO-BILD-MOTORSPORT-Awards, den Preis als internationaler Rennfahrer des Jahres. Ausgerechnet in Hamiltons Heimatland wählte die Mehrzahl der Leser des Fachblatts den Deutschen! Dabei hatte die britische Presse Rosberg dieses Jahr teilweise hart kritisiert, vor allem nach dem Crash der Silberfeinde beim Österreich GP.
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Weltmeister Nico Rosberg mit Ex-Champ Damon Hill

„Im Heimatland des Motorsports ist das etwas ganz besonderes, vor allem da es dieses Jahr gegen Lewis ging und so knapp war“, bedankte sich Rosberg, der seine Trophäe aus den Händen von Ex-Weltmeister Damon Hill erhielt. „Damon und ich haben etwas sehr spezielles gemeinsam. Beide unsere Väter waren Weltmeister, genauso wie wir. Ich kann gar nicht glauben, dass ich das jetzt sagen kann. Unglaublich cool“, grinste Rosberg. Hill lobte den Deutschen indes: „Ich denke, alle Leute hier haben das Gefühl, dass wir den richtigen Sieger haben. Es war eine unglaubliche psychologische Schlacht um die WM, denn Lewis hat Nico unter großen Druck gesetzt“, so Hill.
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Rosberg bemühte sich derweil um Versöhnung mit Hamilton. „Ich kann zwar nicht garantieren, dass ich das auch sagen würde, wenn es anders ausgegangen wäre. Aber wir sind Kämpfer, es ging um den Titel. Daher verstehe ich seine Aktion“, meinte der neue Weltmeister mit Blick auf Hamiltons Bummelzug-Taktik beim Saisonfinale in Abu Dhabi. Zwar sei es für Teamkollegen im Kampf um Siege und Titel nicht möglich „Freunde zu sein“, aber für die Zukunft wollte Rosberg eine Annäherung der Silberfeinde nicht ausschließen. „Auch wenn das vielleicht noch ein bisschen Zeit brauchen wird“, lachte der Deutsche.
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Wer sitzt 2017 in Rosbergs freiem Silberpfeil-Cockpit?

Mit seiner Rücktrittserklärung am Freitag in Wien hat Rosberg zumindest das sportliche Duell der beiden beendet und verlässt die große Bühne der Königsklasse als Sieger. „Es fühlt sich großartig an, auf dem Höhepunkt aufzuhören. Es waren elf unglaubliche Jahre in der Formel 1 und dieses Jahr war bei weitem mein bestes. Ich habe es geschafft und kröne meine Karriere mit dem Titel. Ich bin einfach komplett glücklich“, strahlte Rosberg, der die Rennen 2017 nun „als großer Fan vor dem Fernseher“ verfolgen will.
Wer dann in seinem Silberpfeil sitzt, steht noch nicht fest. Als erster Nachfolger wird aber Mercedes-Junior Pascal Wehrlein gehandelt, der am Sonntag in London ebenso einen Award abräumte – als bester Rookie des Jahres. „Vielleicht hilft mir die Trophäe ja ein bisschen“, scherzte der Deutsche mit Blick auf seine Bewerbung fürs Silberpfeil-Cockpit. „Eine Saison in der Formel 1 ist zwar nicht viel, aber ich fühle mich bereit für den Job“, sagte Wehrlein. Der 22-Jährige: „Die Entscheidung liegt jetzt bei den Bossen. Ich respektiere den Prozess, dass sie sich nach der besten Option umschauen wollen.“
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Pascal Wehrlein wurde bester Neuling des Jahres

Etwas Eigenwerbung betrieb Wehrlein dann aber doch noch: „Ich habe die meisten Runden mit den neuen Reifen für 2017 gedreht und ich glaube, es ist sehr wichtig, diese Erfahrung zu haben“, sagte der DTM-Meister von 2015 mit einem Augenzwinkern. Für den Lacher des Abends sorgte in puncto Eigenwerbung aber ein anderer: Ex-Weltmeister Nigel Mansell, der Wehrlein offenbar auch Konkurrenz machen will! „Paddy, hier bin ich“, rief der Champion von 1992 Mercedes-Technikchef Paddy Lowe zu. „Ich bin auf Diät und die Autos werden ja auch breiter...“, meinte Mansell mit breitem Grinsen.
Der ehemalige Williams-Pilot wurde in London für sein Lebenswerk geehrt. Dabei ließ er es sich jedoch nicht nehmen, in seiner Dankesrede selbst eine Laudatio zu halten: Auf Weltmeister Rosberg. „Ich bin damals mit Nicos Papa Keke gefahren, als Nico 1985 geboren wurde. Es ist unglaublich zu sehen, dass er jetzt selbst Weltmeister ist.“ Was Mansell besonders imponierte: „Die Leute vergessen, wie es ist, Teamkollege eines Weltmeisters zu sein. Lewis ist jetzt Zweiter in der ewigen Bestenliste der Formel 1, hat drei Titel. Und Nico hat ihn dieses Jahr entgegen aller Erwartungen geschlagen. Eine phänomenale Leistung. Nico, wir sind alle sehr stolz auf dich. Du bist ein fantastischer Weltmeister!“
Die ganze Gala aus London können Sie hier im Video sehen:

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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