Hamilton & seine Hunde

Formel 1: Lewis Hamilton exklusiv

— 14.03.2014

Ich lebe ein außergewöhnliches Leben

Lewis Hamilton gilt für viele vor dem Saisonstart der Formel 1 als WM-Favorit 2014. Im Exklusivinterview spricht der Weltmeister von 2008 über sein Leben.

Herr Hamilton, Sie haben mit Roscoe und Coco zwei Hunde, die Sie auch zu fast jedem Test und Rennen mitnehmen. Woher kommt Ihre Liebe zu Hunden?

Lewis Hamilton: Meine Eltern hatten einen Labrador namens Goldie. Mit diesem Hund bin ich aufgewachsen. Bis ich acht Jahre alt war, war er jeden Tag an meiner Seite, hat mich sogar bis in die Schule begleitet und wieder abgeholt. Er hat mich beschützt. Der Tag, an dem ich erfuhr, dass Goldie gestorben ist, war der traurigste Tag in meinem Leben. Aber auch danach hatten meine Eltern immer wieder Hunde. Wie sehr ich diese Tiere liebe, weiß die Öffentlichkeit aber erst, seit ich selbst Hunde habe. Ich bin wirklich total tierlieb.

Und jetzt kümmern Sie sich um die Hunde – nicht mehr umgekehrt.

Lewis Hamilton: Ja, ich muss jetzt Verantwortung tragen. Das ist auch für mich neu. Als ich mir Roscoe angeschafft habe, witzelte die Freundin meines Bruders: Der wird bei dir sterben! Auch meine Eltern haben mich gewarnt, ich würde doch nie Zeit für sie haben. Aber sie sind immer bei mir. Und mir gefällt der Gedanke, dass ich ein guter Vater bin. Sie sind das Beste in meinem Leben und eine der besten Entscheidungen, die ich je gefällt habe.

Sie veröffentlichen viele Bilder von ihnen auf Facebook. Warum teilen Sie einen Teil Ihres Privatlebens so gerne mit der Öffentlichkeit? Vettel zum Beispiel steht da gar nicht drauf.

Die AUTO BILD MOTORSPORT Reporter Bianca Garloff & Ralf Bach im Gespräch mit Lewis Hamilton.

Lewis Hamilton: Ja, wir haben da eine unterschiedliche Herangehensweise und ich höre auch immer wieder Kommentare, wie fokussiert gewisse Leute sind. Ich finde es sehr interessant, wie kleine Aktionen große Diskussionen hervorrufen können. Ob ich meine Hunde jetzt an bestimmten Plätzen fotografiere oder eben nicht zum Beispiel. Wissen Sie was? Ich mag das eben. Ich liebe es Fotos zu machen. Und ich lebe ein außergewöhnliches Leben. Es gibt Leute, die sich ständig über meinen Lebensstil auslassen. Ich würde wirklich gerne mal eine Dokumentation machen, damit die Leute sehen, wie ich wirklich lebe. Ich gehe früh ins Bett und stehe früh auf. Ich bin kein Partytier. Ich liebe Autos. 80 bis 90 Prozent meines Geldes liegt auf der Bank. Ich verschwende es nicht. Trotzdem habe ich ein schönes Leben. Das, wovon ich immer geträumt habe. Und das teile ich gerne mit meinen Fans.

Warum?

Lewis Hamilton: Ich hätte nie gedacht, dass es mal Leute geben würde, die meine Fahne schwingen oder mir zujubeln, weil es sie berührt, wie ich Auto fahre. Damit kann man auf zwei Arten umgehen. So wie Sebastian, was für ihn super funktioniert. Aber ich habe das Gefühl, dass ich dieses Leben mit meinen Fans teilen möchte. Ich bekomme viel Liebe und Unterstützung von meinen Fans. Das berührt mich. Facebook und Twitter sind meine Art etwas zurückzugeben. Und dass es dabei auch Follower gibt, die dich gar nicht mögen, ist leider so.

Sie haben gesagt, im vergangenen Jahr sind Sie noch Michaels und Nicos Auto gefahren. Wie haben Sie daraus nun Ihr Auto gemacht?

Lewis Hamilton: Es dauert eine gewisse Zeit um ein Auto so zu entwickeln, dass es zu dir und deinem Fahrstil passt. Sebastian ist seit 2009 bei Red Bull. Als er dorthin gewechselt ist, war das Auto noch nicht so spektakulär. Aber im Laufe der Zeit lernten seine Ingenieure, was er von einem Rennwagen erwartet. Jetzt ist Red Bull sein Team.

Was man auch daran sehen konnte, dass Webber...

Der Silberpfeil erwies sich bei den Tests bisher als schnellstes Auto im Feld: Hamilton ist damit WM-Favorit.

Lewis Hamilton: ... immer weiter zurückfiel. Genau. Das passiert aber nicht einfach so. Das ist harte Arbeit. Ich bin jetzt in meinem zweiten Jahr bei Mercedes und war erstmals Teil des Designprozesses. Das Team kennt meine Stärken und meine Schwächen. Dieses Auto wurde also mit meinem Input gebaut, wohingegen das Auto des Vorjahres immer noch mehr mit Michael entwickelt war. Das war immer noch großartig, aber es hat seine Zeit gebraucht, bis einige Dinge für mich angepasst waren. Ich drücke jetzt also die Daumen, dass ich mich in diesem Jahr noch wohler fühle in meinem Auto – und damit die gleichen Voraussetzungen habe wie Nico.

Sie gelten als aggressiver Fahrer, der gerne am Limit fährt. Wie schwierig ist es für Sie an den Spritverbrauch zu denken, der 2014 eine übergeordnete Rolle spielt?

Lewis Hamilton: Es ist nicht so, dass ich ständig am Limit fahre. Auch ich kann mir ein Rennen einteilen, wie ich es zum Beispiel letztes Jahr in Austin gezeigt habe. Wenn es darum geht, was ich mag: Na klar, ich fahre gerne Jetski am Limit und ich fahre gerne Auto am Limit. Das habe ich auch im Griff. Deshalb bin ich im Qualifying so stark. Im Rennen muss man trotzdem taktisch fahren.

Können Sie das?

Lewis Hamilton: Ich glaube, es gibt im Feld niemanden, der jetzt schon perfekt ist im Spritsparen. Diese Fähigkeit müssen wir uns alle erst aneignen. Und damit habe ich im Simulator schon angefangen. Es ist nicht gerade mein Ding, zehn Runden volle Pulle zu fahren und den Rest des Rennens langsamer zu machen. Aber so ist der Sport. Also versuche ich mich am besten anzupassen. Das ist eine massive Herausforderung. Es geht darum, das Biest zu zähmen.

Das ganze Interview lesen Sie im SPORT BILD Sonderheft Formel 1.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Facebook / ABMS / Getty Images

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