Formel 1: Machtkampf um Kimi

Entschieden: Leclerc wird Vettel-Kollege

Nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT hat Ferrari-Präsident John Elkann entschieden: Charles Leclerc fährt 2019 im Ferrari. Räikkönen ist damit raus.
Kimi Räikkönen fährt stark wie nie. In Monza startet der Finne am Sonntag von der Pole-Position. Trotzdem ist seine Zukunft ungeklärt. „Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen“, sagte Ferrari-Geschäftsführer Louis Camilleri am Freitag.
Jetzt ist sie es. AUTO BILD MOTORPORT erfuhr kurz vorm Rennstart in Monza: Charles Leclerc fährt 2019 definitiv an der Seite von Sebastian Vettel. Das hat Ferrari-Präsident John Elkann gestern Abend so entschieden. Grund: Der Nachfolger von Sergio Marchionne will den letzten Willen des kürzlich verstorbenen FIAT-Retters respektieren. Die Hintergründe.

Die Pole in Monza stärkt Räikkönens Position weiter

Alles ging los beim Großen Preis von Kanada. Da machten Vorwürfe gegen den Räikkönen die Runde, er habe eine Kellnerin sexuell belästigt. Es galt die Unschuldsvermutung und Räikkönen wurde auch nicht verurteilt. Für den ehemaligen Ferrari-Präsident Sergio Marchionne war das aber zu viel. Der Italo-Kanadier beschloss, Räikkönen loszuwerden und Ferrari-Junior Charles Leclerc in den roten Renner zu hieven. Und zwar nicht erst für 2019. Bereits in Spa sollte der Monegasse im Auto neben Vettel Platz nehmen.
Ferrari-Partner Puma - so erfuhr ABMS - hatte für den GP Belgien schon vier Ferrari-Overalls für den Noch-Alfa-Piloten vorbereitet. Marchionne forderte die Ferrari-Anwälte auf, mit Leclerc-Manager Nicolas Todt einen Vertrag auszuhandeln. Leclerc bekam Marchionnes mündliche Zusage auf das zweite Cockpit im roten Staatsheiligtum.
Allein: Nur ein paar Wochen später begab sich Marchionne zur Krebs-Behandlung in ein Schweizer Krankenhaus, starb dort nach Komplikationen. Gleichzeitig bekamen die Kimi-Fans bei Ferrari Oberwasser. Teamchef Maurizio Arrivabene wollte den Finnen unbedingt halten, auch Sebastian Vettel machte sich für Räikkönen stark. 

Warten auf den Anruf von Ferrari? Leclerc in Monza...

Doch Leclerc hat ebenfalls starke Verbündete. Allen voran FIA-Präsident Jean Todt, den Vater seines Managers Nicolas. Mit ihm will sich Ferrari nicht anlegen. Gleichzeitig besteht Todt junior auf die Abmachung seines Schützlings mit Marchionne. Und obendrein fühlt sich Elkann seinem Vorgänger Marchionne moralisch verpflichtet. 
Gut möglich, dass der Wechsel noch heute nach dem Großen Preis von Italien verkündet wird. Ferraris Traumszenario: Räikkönen siegt und tritt von sich aus zurück.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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