Formel 1: Die schillerndsten Teamchefs

Formel 1: Mallya tritt ab

Die schillerndsten F1-Teambosse aller Zeiten

Mit Vijay Mallya tritt nach elf Jahren Formel 1 einer der letzten schillernden Formel-1-Teambosse ab. Wir erinnern an Flavio Briatore, Colin Chapman und Co.
Sieben Geschäftsmänner kaufen Force India. Nur zwei davon haben überhaupt Bezug zum Rennsport: Lawrence Stroll fuhr selbst Rennen in der Ferrari Challenge, Sprössling Lance Stroll ist seit zwei Jahren in der Formel 1. Und der Bruder von John McCaw jr., Bruce McCaw, hatte immerhin jahrelang einen IndyCar-Rennstall: Von 1993 bis 2002 gewann PacWest Racing mit Mauricio Gugelmin, Mark Blundell und Scott Dixon immerhin fünf IndyCar-Rennen. Auch Juan Manuel Fangio II, der Neffe des legendären Formel-1-Stars, war einer der Fahrer des Rennstalls.
Immer mehr Formel-1-Teams sind in den Händen von Geschäftsmänner, Investorengruppen, Firmen oder Hersteller. Immer weniger werden sie von privaten Rennenthusiasten geführt, die die Formel 1 in über 68 Jahren groß gemacht haben.
Vijay Mallya war auch ein Geschäftsmann, mit einer eigenen Airline und Biermarke. Aber Mallya war vor allem auch Rennsportfan. „Meine Mutter behauptet, das Wort Auto sei das erste gewesen, dass ich artikulieren konnte“, erklärte er vor Jahren in einem Interview. Mallya fuhr in den 70er und 80er Jahren selbst Rennen in Indien: Erst mit abenteuerlichen Eigenbauten, dann mit Formel-3- und Formel-5000-Autos (unter anderem von McLaren), schließlich auch mit einem Formel-1-Rennwagen. Der langjährige Force-India-Rennleiter Bon Fernley verkaufte Mallya einen Ensign-Ford Cosworth N177 aus der Saison 1977, mit dem Patrick Tambay immerhin zwei fünfte Plätze erzielte. Mallya: „ich bin also selbst schon solche Biester gefahren.“

Vijay Mallya war elf Jahre einer der schillerndsten F1-Teamchefs

Seit den 90er Jahren ist der heute 62-Jährige in der Formel 1 präsent. Erst als Sponsor von Benetton, dann von Toyota. 2005 wollte er sich das Minardi-Team kaufen, im September 2007 übernahm er Spyker und machte daraus den Formel-1-Rennstall Force India. Anstatt auf Bezahlfahrer oder indische Piloten zu setzen, organisierte er als erstes einen Shootout um die freien Formel-1-Cockpits, an dem auch Ralf Schumacher teilnahm – und den Giancarlo Fisichella gewann.
Vijay Mallya mag als Geschäftsmann gescheitert sein, aber er hat der Formel 1 viel gegeben. Und damit sind nicht nur die wilden Partys aus seiner Yacht im Rahmen des Monaco-GP gemeint. Der stets prachtvoll gekleidete Inder hat Force India über Jahre von Rang zehn der Konstrukteurswertung auf den vierten Platz geführt. Auch seit er wegen eines Haftbefehls in Indien sein Exil in Großbritannien nicht mehr verlassen darf, war er mit Herz dabei, ließ sich einen kompletten Formel-1-Kommandostand in sein Wohnzimmer bauen.
Doch Mallya ist bei weitem nicht der einzige glamouröse Formel-1-Teamchef in der Formel 1-Historie. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie der schillerndsten F1-Teambosse aller Zeiten, von Vijay Mallya bis Teddy Yip, von Enzo Ferrari bis Colin Chapman und von Flavio Briatore bis Lord Hesketh.

Formel 1: Die schillerndsten Teamchefs

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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