Vettel & Marko

Formel 1: Marko nimmt Vettel in Schutz

— 12.04.2014

Rennstrecke nicht gleich Straßenverkehr

Sebastian Vettel gehört zu den Kritikern der neuen Formel 1 – sein Chef Helmut Marko nimmt ihn dafür in Schutz. AUTO BILD MOTORSPORT erklärt er warum.

Trotz des spannenden Rennens in Bahrain: Alle Kritiker hat die Formel 1 noch nicht verstummen lassen, vielen ist der leise Sound gepaart mit den niedrigeren Kurvengeschwindigkeiten weiterhin ein Dorn im Auge. Einer der Rädelsführer des Protests gegen das neue Auftreten der Königsklasse war ausgerechnet Sebastian Vettel. Er bezeichnete die neuen Regeln als 'Shit' und bekam dafür sogar einen blauen Brief von FIA-Präsident Jean Todt (AUTO BILD MOTORSPORT berichtete). Kleiner Trost: Immerhin intern musste sich Vettel nichts anhören – ganz im Gegenteil. Bei Red Bull steht man hinter dem 26-Jährigen. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko verteidigt Vettel im Interview mit AUTO BILD MOTORSPORT: „Unsere Philosophie war und wird es immer sein: Kein Maulkorb für unsere Piloten!“

Wortwahl diskutabel

Sebastian Vettel als Sprachrohr der Fans? Helmut Marko findet's gut...

„Wo kommen wir hin, wenn ein vierfacher Weltmeister nicht seine Meinung äußern darf? Man kann über die Wortwahl diskutieren, aber nicht über den Inhalt“, so der Grazer. Dass Vettel sich etwas drastischer geäußert habe, müsse man verstehen: „Sebastian ist eben ein Racer durch und durch.“ Zwar sei Benzinsparen heutzutage natürlich ein Thema. „Aber man darf es in der Formel 1 auch nicht übertreiben, sonst leidet womöglich die Attraktivität“, findet Marko. „Ich glaube nicht, dass die Fans weltweit die Formel 1 deshalb so gerne anschauen, weil ein Fahrer mehr Sprit sparen muss als Gas zu geben. Und ich denke, das ist genau das, was Sebastian im Grunde meint.“

Sport muss mehr in den Mittelpunkt

Die Kritik der letzten Wochen hat auch den Österreicher beunruhigt. Marko findet, man müsse die Entwicklung und etwaige negative Tendenzen genau „beobachten und alles dafür tun, dass die Formel 1 weiterhin ihrem Ruf gerecht wird.“ Der Ex-F1-Pilot fordert daher: „Der Sport, das Rennen selbst, muss wieder mehr im Mittelpunkt stehen. Die Formel 1 ist momentan zu stark reglementiert.“ Auch die neuerdings gängigen Doppelbestrafungen gefallen dem 70-Jährigen nicht. „Ricciardo bekam wegen des Fehlers beim Boxenstopp in Malaysia eine Durchfahrtsstrafe und zusätzlich noch­ mal zehn Startplätze beim nächsten Rennen in Bahrain aufgebrummt“, ärgert sich der Red-Bull-Boss.

Auf die Fans hören

Bottas (li.) & Ricciardo (re.) fassten heuer beide schon empfindliche Strafen ins Auge

Doch damit nicht genug, gibt es laut Marko doch noch unzählige weitere Beispiele für die überharten Sanktionen der FIA-Regelhüter. „Williams-Pilot Bottas zum Beispiel: Der wurde wegen seiner Blockade im Training mit drei Startplätzen fürs Rennen bestraft und bekam noch einmal zusätzlich zwei Punkte im neuen Strafenkatalog“, schüttelt Marko den Kopf. „Im Straßenverkehr machen harte Strafen, die abschrecken sollen, durchaus Sinn und sind deshalb wünschenswert. Aber auf der Rennstrecke nicht.“ Marko: „Die Fans wollen keine zu reglementierte Serie sehen, das haben die Diskussionen in Internetforen klar gezeigt.“

Was Helmut Marko über Red Bulls Probleme mit dem Renault-Motor denkt und wie er zu einer alternativen Piratenserie neben der Formel 1 steht, lesen Sie in AUTO BILD MOTORSPORT – Ausgabe 15 ist als Heft im Heft in AUTO BILD seit dem 11. April am Kiosk erhältlich.

Autoren: Bianca Garloff, Frederik Hackbarth

Fotos: Getty Images

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