Grid Girls bei der Formel 1 2017

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Formel 1: Massa vorm Rücktritt

— 09.11.2017

Was macht Massa so wütend?

Felipe Massa geht in sein vorletztes Formel-1-Wochenende. Doch seine Stimmung lässt erahnen: Er wäre gern noch ein Jahr weitergefahren.

Felipe Massa (36) genoss seinen letzten Auftritt bei der FIA-Pressekonferenz sichtlich. Es war aber anders als im vergangenen Jahr, als der Brasilianer mit sich im Reinen war und sich mit dem endgültigen Abschied aus der Königsklasse abgefunden hatte. Damals war sein Blick traurig, nostalgisch, voller positiver Emotionen. Diesmal, ein Jahr später, beim erneuten Versuch, den letzten Heim-GP als endgültig letzten Rückzug aus der Königsklasse zu erklären, ist sein Blick eher wütend. Wütend auf das System, auf die Politik im Williams-Team, auf alles. Grund: Der Vizeweltmeister von 2008 und damaliger Champion der Herzen, der den Titel ausgerechnet beim Heimrennen in Sao Paulo erst sechshundert Meter vor dem Zielstrich gegen Lewis Hamilton verlor, will eigentlich gar nicht zurücktreten. Massa hat in dieser Saison noch einmal Blut geleckt, nachdem er sich von Williams Ende letzten Jahres zum Rücktritt vom Rücktritt hatte überreden lassen.

Fakt ist: 2017 war er die meiste Zeit klar schneller als sein Teamkollege Lance Stroll, manchmal sogar fast eine Sekunde. Deshalb bot er Williams nach Informationen von ABMS an, noch ein Jahr dranzuhängen. Das Team aber zeigte ihm die kalte Schulter. Vielleicht ist es die Dankbarkeit, die Massa jetzt vermisst. Vielleicht sind es auch die Diskussionen um seine Nachfolger, die den Brasilianer so desillusioniert erscheinen lassen. Denn auf unsere Nachfrage zu seiner Nachfolgeregelung sagt er nur: „Danke, aber ich will mich nicht einmischen.“

2002 begann Massas GP-Karriere, auf die er stolz ist

Fakt ist: Eigentlich hat er eine klare Meinung. Weder an Paul Di Resta noch an Robert Kubica lässt er ein gutes Haar. „Di Resta ist nicht schnell genug,“ urteilte Massa kürzlich, „er hat in der DTM bei Mercedes keinen guten Job gemacht.“ Und Kubica? „Jeder weiß, dass er auf Grund seiner Verletzungen an seinem Arm nicht mehr fähig ist, über lange Zeit ein modernes Formel-1-Auto am Limit zu bewegen.“ Dass er den Deutschen Pascal Wehrlein, der ebenfalls auf der Liste bei seinem zukünftigen Ex-Team steht, nicht kritisiert, lässt auf seinen Wunschkandidaten schließen. Allein: Einfluss darauf hat er nicht.

Deshalb blickt er dann doch noch auf das Positive seiner Karriere zurück: „Ich trage so viele tolle Erinnerungen in mir. Unter anderem die gemeinsamen Jahre mit Michael Schumacher bei Ferrari, meinem Lehrmeister und treuen Freund. Ich kann mich auch noch gut erinnern, wie ich als 14jähriger Pizzas zur Rennstrecke nach Interlagos gebracht habe und davon geträumt habe, selbst einmal Formel-1-Pilot zu werden. Das habe ich geschafft. Jetzt freue ich mich drauf, meine Karriere mit einem Höhepunkt zu beenden und ein neues Kapitel aufzuschlagen. Das könnte ein Engagement in der Formel E sein.“

Ob er etwas in seiner Formel-1-Karriere gern anders gemacht hätte? Der kleine Brasilianer wird kryptisch. „Vielleicht wäre es gut gewesen, dass man schon vor wichtigen Entscheidungen die Erfahrungen hat, die man erst später machen wird.“ Ein letzter Hinweis auf Massas Wut auf den Williams-Abschied.

Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture-alliance

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