Formel 1: McLaren reagiert auf Krise

McLaren-Teamchef tritt zurück

McLaren-Teamchef Eric Boullier tritt von seinem Amt zurück. Jetzt wird es eine neue Führungsstruktur beim Traditionsteam geben.
+++ McLaren-Teamchef tritt zurück: McLaren zieht Konsequenzen aus der Krise. Vor dem McLaren-Heimspiel in Silverstone am Wochenende ist Teamchef Eric Boullier von seinem Amt zurückgetreten. „Ich bin sehr stolz darauf, in den vergangenen vier Jahren für ein so fantastisches Team gearbeitet zu haben. Doch ich habe erkannt, jetzt ist die richtige Zeit, dass ich gehe", erklärt der Franzose.
Hintergrund: In Anbetracht der weiterhin schlechten Ergebnisse – das Traditionsteam ist nur WM-Sechster – will Teamchef Zak Brown eine neue Führungsstruktur bei McLaren installieren. Simon Roberts wird die Führung im Bereich Produktion, Logistik und Ingenieurswesen übernehmen. Ex-Schumacher- und Alonso-Renningenieur Andrea Stella soll Performance-Direktor werden. Er ist ab sofort verantwortlich für das Geschehen an der Rennstrecke. Der zweimalige ChampCar-Sieger Gil der Ferran wird der sportliche Leiter des Teams. Lustig: Seine Tochter Anna ist mit McLaren-Pilot Stoffel Vandoorne liiert.
+++ Neue DRS-Zone in Österreich: Für mehr Überhol-Action hat der Automobilweltverband FIA eine dritte DRS Zone auf dem Red Bull Ring platziert. Der neue Vollgas-Abschnitt liegt auf der Geraden mit dem kleinen Knick zwischen Kurve eins und drei. Hintergrund: Seit der Einführung der neuen Aerodynamik-Regeln 2017 ist die Anzahl von Überholmanövern gesunken. 2018 hat die FIA deshalb mit weiteren DRS-Zonen auf den Strecken reagiert. Zuletzt wurde in Kanada eine DRS-Passage hinzugefügt. Nun auch am Red Bull-Ring. Insgesamt können die Fahrer in Österreich also dreimal ihren Heckflügel flach stellen. Die beiden alten DRS-Zonen liegen auf Start/Ziel und zwischen Kurve drei und vier.
+++ Vettel kontert Rennkritikern: Nach dem Monaco GP hat auch das Rennen in Kanada nicht viele Highlights geboten. Viele Fans haben sich über die letzten zwei „langweiligen“ Grand Prix beklagt. Sebastian Vettel kann den Frust der Zuschauer nicht nachvollziehen. „Ich denke nicht, dass es gerechtfertigt ist, das Rennen (Kanada GP, Anm. d. Red.) zu kritisieren“, urteilt der Ferrari-Star. „Ich weiß nicht, ob es langweilig war. Im Auto war immer viel zu tun. Und ich frage mich, warum Leute heutzutage so kurzsichtig sind.“ Der Deutsche zieht den Vergleich zum Fußball. „Diese Woche startet die Fußball-WM, da werden auch Spiele langweilig werden, trotzdem schalten die Leute ein, weil manche eben sehr spannend sein werden.“
+++ Flaggenpatzer in der Formel 1: Das Model Winnie Harlow hat Sebastian Vettel eine Runde zu früh abgewunken. So kam es zu dem Missgeschick: Hier nachlesen
+++ Neuer Motorpartner für Red Bull?: Schon vor dem GP von Österreich könnte Red Bull einen neuen Motorpartner für 2019 und 2020 verkünden. Hier geht's zur Story
+++ FIA setzt neue Maßstäbe in Sachen Sicherheit: Für 2019 hat sich der Automobilweltverband die Helme vorgenommen - und gemeinsam mit Hersteller Bell den Prototypen für die neue Helm-Generation vorgestellt, die ab 2019 in der Formel 1 verpflichtend von allen Herstellern eingesetzt werden muss. Zum besseren Schutz der Fahrer sind durch umfangreiche Tests die Energieabsorption und der ballistische Schutz „auf ein neues Level gehoben“ worden, so FIA-Sicherheitsdirektor Laurent Mekies. Auch bei den Materialien und im Zusammenspiel mit dem HANS-System wurde nachgebessert. Nach der Einführung in der F1, soll der neue Helmstandard bald auch in den meisten anderen FIA-Serien gelten.
+++ Ferrari verliert Chefdesigner: Schlechte Nachrichten für Ferrari. Das Traditionsteam muss ab Juni ohne Chefdesigner Simone Resta auskommen. Befürchtungen, dass der Italiener wie zuletzt Lorenzo Sassi (die ganze Story HIER) Geheimnisse von Ferrari ausplaudern könnte, muss das Team aber nicht haben. Denn Resta wechselt zum Ferrari-Kundenteam Alfa Romeo Sauber. Dort wird er die Rolle als technischer Direktor übernehmen. Er bekommt somit den Posten von Jörg Zander, der vor wenigen Wochen den Platz räumen musste. Nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT will der Konzernbruder von Ferrari, Alfa Romeo, das Engagement beim Schweizer Rennstall ausweiten. Daher die Personal-Rochade um Simone Resta.
+++ Aston Martin vor Einstieg? Kommen mit dem neuen technischen Reglement 2021 auch neue Hersteller in die Formel 1? Aston Martin zeigt jedenfalls offen Interesse. Motorsportchef Andy Palmer erklärt: „Das Projekt kommt langsam in Schwung. Es ist nichts aufgetaucht, was die Wahrscheinlichkeit eines solchen Projekts schmälert. Es gibt keine offensichtlichen Hürden. Die Studien laufen weiter. Was wir nicht wissen – ob und in welcher Form ein Kostendeckel kommt. Das ist ein elementarer Teil bei unserer Entscheidung. Wir können es uns nicht leisten, Geld zu verbrennen.“ Jetzt steht die Deadline fest, bis wann eine Entscheidung getroffen werden soll: binnen der kommenden neun Monate, also bis Februar 2019.
+++ Grid Girls in Monaco: Monaco pfeift auf das Grid-Girl-Verbot.
Grid Girls in Monaco: Die Hintergründe
+++ Gewinner und Verlierer 2018: Wer hat 2018 gegenüber 2017 punktetechnisch am meisten eingebüßt? Wer am meisten gewonnen?
Gewinner und Verlierer 2018: Die erstaunliche Tabelle
+++ Neues F1-Spiel: Das wird neu im Spiel F1 2018.
F1 2018: Die Details
+++ Räikkönen benachteiligt? Wird Kimi Räikkönen bei Ferrari benachteiligt?
F1-Ausfall-Tabelle: Pechvogel Räikkönen
+++ Die blaue Flagge könnte abgeschafft werden: Die blaue Flagge könnte in der Formel 1 bald Geschichte sein. Andeutungen kommen vom FIA-Renndirektor Charlie Whiting: „In der Formel 1 ist die blaue Flagge bei vielen Fahrern und Teams unbeliebt. Deshalb diskutieren wir, ob sie abgeschafft werden soll. So eine Entscheidung muss aber reiflich durchdacht werden. Die Chance der Abschaffung liegt bei unter 50 Prozent. Aber das ist nur eine Schätzung meinerseits.“ 
Was hätte das für Folgen? Die Piloten müssten teilweise wieder richtig kämpfen, um an Hinterbänklern vorbeizukommen. Das wäre super für die Show. Außerdem würde der Kampf um den Sieg in einigen Szenarien wieder enger werden, wenn Fahrer sich etwa schwer tun, langsamere Piloten zu überrunden. 
Unfair für die vorderen Fahrer wäre das nicht. Denn: In der Regel lassen die überrundeten Piloten die Führenden schnell durch, um selber keine Zeit in sinnfreien Zweikämpfen zu verlieren und dabei womöglich die eigenen Reifen zu sehr zu belasten. 
Die Geschichte der blauen Flagge geht übrigens bis zur Vorkriegszeit zurück. So lange ist sie im GP-Sport schon im Einsatz. Allerdings wurde sie früher nur geschwenkt, um langsamere Fahrer darauf aufmerksam zu machen, dass sich schnellere Piloten von hinten nähern. Damals galt sie lediglich als Empfehlung, Platz für die Führenden zu machen. Erst seit 1995 wurde im Reglement verankert, dass Fahrer, denen die blauen Flagge gezeigt wird, für den überholenden Konkurrenten Platz machen müssen.
+++ Die Formel 1 dürfte ab 2019 noch spannender werden! Grund: Die Strategiegruppe hat gestern neue Regeln für 2019 ratifiziert, die das Überholen erleichtern sollen. Dabei geht es hauptsächlich um Änderungen der Aerodynamik. So sollen der Frontflügel vereinfacht, die komplizierten Aufbauten an den seitlichen Endplatten und Winglets an den vorderen Bremsbelüftungen verboten werden. Ziel: weniger sensible Autos beim Hinterherfahren.
 
Verabschiedet wurde zudem eine Vergrößerung der Heckflügel-Endplatte. Das soll den DRS-Effekt verstärken. Statt 20 km/h mehr Topspeed soll der verstellbare Heckflügel nun 25 km/h bringen.
Die Ideen hat eine von Liberty Media installierte Arbeitsgruppe um den früheren Williams-Technikchef Pat Symonds vorgelegt. Sie wurden auf Basis des Datenmaterials von acht Teams mit Computersimulationen entwickelt. Allerdings haben angeblich nur Mercedes, Force India, Sauber und Williams zugestimmt. Das reichte aber für eine Mehrheit innerhalb der Strategiegruppe.
+++ Neue Halo-Bestimmungen: Das Formel-1-Regelwerk ist ein dickes Buch. Selbst für die Rückspiegel gibt es mehrere festgeschriebene Paragraphen. So darf ein Spiegel nicht größer als 150 mal 50 Millimeter sein. Und ein Fahrer muss durch den Rückspiegel einen Sehtest bestehen, in dem FIA-Sicherheitsdelegierte hinter dem Autos Schilder mit Nummern und Buchstaben halten. Jetzt hat Nikolas Tombazis, Technikchef der FIA-Formelkommission, in einem Schreiben erklärt, dass ab sofort die Rückspiegel auch am Cockpitbügel Halo angebracht werden dürfen. Der Schutzbügel wurde 2018 neu eingeführt.
+++ Haug glaubt an Mercedes: Wie schätzt Norbert Haug, der frühere Mercedes-Sportchef, die Saison 2018 ein?
+++ Nico Rosberg gründet Nachwuchsakademie: Der Weltmeister von 2016 Nico Rosberg agiert jetzt als Nachwuchsförderer. Er hat mit der „Rosberg Young Drivers Academy“ seine eigene Nachwuchsakademie gegründet. „Heute ist ein besonderer Tag für mich, denn ich rufe die ‚Rosberg Young Driver Academy’ ins Leben. Ich hoffe, wir können einen zukünftigen Champion fördern“, schreibt der Wahlmonegasse auf Twitter. Mit Taylor Barnard (13, Großbritannien) und Lorenzo Travisanutto (18, Italien) hat er bereits die ersten zwei Piloten verpflichtet. Banard gewann bereits zweimal das britische Kartmasters. Travisanutto ist amtierender Meister der World Karting Series. Unterstützung bekommt Rosberg vom Mitgründer der Nachwuchsschmiede und seinem ehemaligen Kart-Teamchef Dino Chiesa. Der Italiener hat den Rennstall geführt, als sich Rosberg und Lewis Hamilton einen bitteren Zweikampf boten.
+++ Aufatmen bei Barrichello: Schock-News um den früheren Michael-Schumacher-Teamkollegen und Formel-1-Rekordteilnehmer Rubens Barrichello. Im Interview mit dem brasilianischen TV-Sender TV Globo enthüllte der Brasilianer, wie schlecht es zu Beginn des Jahres wirklich um ihn stand: „Ich nahm zu Hause gerade ein Bad, als ich einen stechenden Schmerz im Kopf spürte. Ich wusste sofort, dass es etwas Ernstes ist.“ Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass sich eine Vene geöffnet hatte. Nur 14 Prozent der Betroffenen überstehen eine solche Verletzung ohne bleibende Schäden. Barrichello hatte Glück, auch weil bei der Untersuchung auch ein gutartiger Tumor in seinem Nacken festgestellt wurde. Dieser konnte inzwischen operativ entfernt werden. Jetzt gehe es ihm wieder gut, verriet er dem TV-Sender. In der brasilianischen Stockcar-Meisterschaft liegt er gegenwärtig auf Rang zwei. Sein Sohn Eduardo Barrichello startet 2018 in der US-amerikanischen Formel-4-Meisterschaft.
+++ Formel-1-eSports-Meisterschaft: Die Saison 2018 ist gestartet.
+++ Formel-1-Boxengeflüstert: Was war in China so los?
+++ Formel-1-Statistik: Beim China-GP wurden wieder diverse Rekorde aufgestellt.
+++ Starttermin für F1 TV steht: Das Warten hat ein Ende - zumindest bald: Der Formel-1-Streamingdienst F1 TV geht mit dem Rennen in Barcelona (11. bis 13. Mai) endlich auf Sendung! Das gaben die Verantwortlichen am Freitag im Rahmen des China GP bekannt. Der ursprünglich für den Saisonauftakt in Australien geplante Start der Streaming-Plattform war Mitte März auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Stattdessen wurde eine Beta-Testphase durchgeführt. Ab dem Spanien GP können die Fans nun auf das hauseigene Pay-TV-Angebot der Königsklasse zurückgreifen. Bis dahin bleibt RTL die einzige Option, um die Rennen in Deutschland live zu verfolgen.

Autor: ABMS

Fotos: Picture Alliance / FIA

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen