McLaren

Formel 1: McLaren wird 50

— 25.05.2016

Von der Bastelbude zum Imperium

Seit 50 Jahren startet McLaren mittlerweile in der Formel 1. Ein Blick in die Geschichtsbücher des abwechslungsreichen Traditions-Rennstalls aus Woking.

785 WM-Rennen, 182 Siege, 155 Pole-Positions, 153 Schnellste Rennrunden, 12 Fahrer- und acht Konstrukteurs-Titel, dazu 5358,5 WM-Punkte. Die Zahlen sind schon beeindruckend, aber noch beeindruckender ist die Geschichte hinter diesen Statistiken.
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Das Team überlebte den Unfalltod ihres Gründers, wurde in den 80er Jahren völlig umgekrempelt und durchlief Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre eine beeindruckende Dominanz, die bis heute ihres gleichen sucht: Ja, Mercedes stellt aktuell die McLaren-Rekorde aus dieser Zeit in den Schatten, aber: McLaren konnte damals weder ein Herstellerwechsel von Porsche zu Honda, noch der reglementbedingte Konzeptwechsel von Turbo- auf Saugermotoren stoppen.

Senna & Prost bildeten das spektakulärste Fahrer-Duo

Es ging schon damit los, dass McLaren zur denkbar ungünstigsten Zeit in die Formel 1 einstieg: 1966 kamen die neuen 3,0-Liter-Regeln zum tragen – aber kaum ein Motorhersteller baute auch passende Triebwerke. McLaren behalf sich mit einem 4,2-Liter-Ford-Motor aus Amerika, der nur dem Reglement angepasst wurde. Erst mit dem Cosworth-DFV-Motor, der über 15 Jahre lang in der F1 eingesetzt wurde, hatten Teams wie McLaren konkurrenzfähiges Material und konnten WM-Titel gewinnen. McLaren gewann 1974 mit Emerson Fittipaldi und 1976 mit James Hunt.

Rivalität mit Ferrari

McLaren prägte die Formel 1 ganz neu. Als Ron Dennis 1980 die Geschicke des Teams übernahm, gestaltete er aus einer Bastelbude ein straff organisiertes Unternehmen. Die Hallen in Woking sind so steril sauber wie ein Operationssaal. „Ich bin begeistert davon, im Detail Verbesserungen einzuführen, die in Kombination ein großes Gesamtbild ergeben“, sagt er im Interview mit F1 Racing. Dennis achtet penibel genau auf Sauberkeit. Kürzlich enthüllte Lewis Hamilton: „Ich sollte mir auch immer ordentlich die Haare schneiden, extravagante Frisuren duldete er nicht.“
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Dennis bitterste Stunde machte ihn zu dem, was er heute ist: 1970 beim englischen Grand Prix, als er noch Mechaniker im F1-Team Cooper war, rollte Jack Brabham kurz vor dem Ziel ohne Sprit aus – wegen einer falschen Einstellung der Einspritzpumpe. Über Jahre wurde Dennis für die Schlamperei verantwortlich gemacht.

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Heute ist McLaren ein Betrieb mit 3000 Angestellten, engagiert nicht nur in der Formel 1, sondern baut jährlich um die 3000 Luxus-Straßenautos, befasst sich mit Luft- und Raumfahrt, entwickelt Equipment für Spitzenathletik – und ist sogar in pharmazeutischen Entwicklungen involviert.

50 Jahre Formel 1 von McLaren bedeuten vor allem auch jahrelang Rivalität mit Ferrari. Mit 182:223 Siegen hinken die Briten Ferrari zwar hinterher, aber es gab auch eine Zeit, da war es ausgeglichen: 130:130 stand es nach dem Belgien GP 2000 – jenem Rennen, bei dem Mika Häkkinen mit einem atemberaubenden Überholmanöver gegen Michael Schumacher glänzte.

7 Titel in 8 Jahren

Immer wieder spürte McLaren die Motor-Problematik: Etwa zu Beginn der Turboära 1982, als BMW nicht bei McLaren einsteigen und externe Firmen wie Weslake keine Motoren für McLaren bauen wollte. Also gab man bei Porsche einen Turbomotor in Auftrag und zog damit das Goldene Los. Auch der Wechsel zu Honda kam zur richtigen Zeit. McLaren gewann in acht Jahren sieben Fahrer-Titel – und hatte mit Niki Lauda versus Alain Prost oder Alain Prost versus Ayrton Senna auch die spektakulärsten Fahrerpaarungen.

Auch die Zukunft von McLaren wird vom Motor abhängen. Honda hat Nachholbedarf: Mercedes, Ferrari und Renault haben stärkere Triebwerke, aber es geht aufwärts. Und gerade beim Jubiläumsrennen in Monaco erhofft sich McLaren viel: Hier kommt die Motorleistung am wenigsten zu tragen.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance, Getty Images

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