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Formel 1: Mercedes-Boss setzt auf Ferrari

— 08.04.2017

Lauda: „Zehn Euro auf Vettel gewettet“

Niki Lauda verliert gegen Toto Wolff zehn Euro, weil er im Qualifying auf Ferrari gesetzt hat. Unbezahlbar ist dafür die Reaktion von Sebastian Vettel.

Diesen Respekt hat sich Ferrari hart erarbeitet: Wenn vor dem Qualifying auf der Power-Strecke Shanghai Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda sein Geld auf die Roten setzt, dann will das schon was heißen. Mit Silberpfeil-Teamchef Toto Wolff wettete Lauda auf den Quali-Sieger. Lauda tippte auf Vettel. Wolff auf Hamilton – und behielt damit Recht. „Diese zehn Euro werde ich mit großer Freude ausgeben“, lachte Wolff hinterher.

Auch Lauda und Wolff wissen: Ferrari ist nah dran

Lauda erklärte indes, warum er Ferrari so sehr auf der Rechnung hat: „Ihr Auto sah im Training schneller aus. Aber Lewis hat Gott sei Dank eine seiner speziellen Runden rausgehauen“, so der Österreicher, der seinen finanziellen Verlust entsprechend gut verschmerzen konnte. „Ferrari war schon beim Test brutal stark, in Melbourne haben sie gewonnen. Es wird sehr eng zwischen uns. Bei der Quali-Pace sind wir im Moment noch schneller, aber warten wir mal auf das Rennen“, rechtfertigte Lauda seine Wahl.

Sebastian Vettel nahm die Zockerei bei der Konkurrenz jedenfalls amüsiert zur Kenntnis. „Nur zehn Euro? Geiziger Sack“, lachte der Heppenheimer mit Blick auf Laudas überschaubaren Wetteinsatz und fügte mit einem Lächeln an, dass der Österreicher wohl „nicht viel Vertrauen“ in die Scuderia habe. Zumindest einen Mercedes konnte sich Vettel am Samstag aber dennoch schnappen: Den von Valtteri Bottas. Mit gerade mal einem Tausendstel Vorsprung bugsierte er sich vor den Finnen und damit in die erste Startreihe – umgerechnet entspricht das auf dem 5,451 km langen Kurs in Shanghai gerade einmal 5,91 Zentimetern!

Im Grenzbereich: Bottas landete trotzdem hinter Vettel

„In Melbourne waren es nur ein paar Hundertstel, hier ist es nur noch ein Tausendstel“, bewies Bottas Galgenhumor in Bezug auf seine Niederlage gegen Vettel. Mehr schmerzen dürfte den Finnen ohnehin die gegen Teamkollege Hamilton. Der Brite ließ dem Finnen auch im zweiten Qualifying-Duell des Jahres keine Chance. „Es ist schade, dass auch noch Sebastian zwischen uns ist. Aber mit Lewis und den Ferraris war es heute der erwartet enge Kampf und der wird es sicher auch morgen“, so Bottas.

Hamilton, der bereits seine 63. Formel-1-Pole und die sechste in Folge feierte, weiß indes, dass der Sonntag kein Spaziergang wird. „Ferrari war so schnell heute“, zeigte sich auch der Brite beeindruckt und mutmaßte, dass ihn am Ende wohl nur eine „perfekte Runde“ gerettet habe. „Das war wirklich spannend. Ohne die Trainingszeit gestern, mussten wir heute alles reinpacken. Wir haben gehofft, dass wir mit der Balance den Nagel gleich auf den Kopf treffen.“ Es gelang, Hamilton startet wieder von vorne.

Hamilton startet von Pole, doch Ferrari lauert in China

Anders fühlt sich der Kampf um die Spitze für den Briten anno 2017 trotzdem an. „Für mich ist es aufregender denn je. Wir kämpfen wirklich mit den Jungs. Das ist super, darum geht es im Rennsport.“ Hamilton: „Mittlerweile ist es tatsächlich so: Wenn du nur einen kleinen Fehler machst, kann dich das gleich richtig weit zurückwerfen.“ Gerade mit der durchwachsenen Wettervorhersage für den Sonntag ist die Pole also noch keine Erfolgsgarantie.

Zumal Hamilton die Erfahrung auf den neuen Regenreifen fehlt! „Ich bin damit diese Saison noch keinen einzigen Kilometer gefahren. Das wird morgen ein Spaß. Da gibt es auf jeden Fall eine Lektion zu lernen.“ Nicht nur mit Blick auf die Pneus, sondern auch mit Blick auf die neue Hierarchie in der Formel 1. Hamilton: „Ferrari ist im Rennen immer sehr stark, weil sie die Reifen im Warmen gut behandeln. Es wird also interessant, wie es morgen wird. Das könnte einer der spannendsten Tage seit langem werden.“

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / Getty Images

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