Zetsche

Formel 1: Mercedes-Chef vs. F1-Boss

— 07.03.2016

Zetsche sauer auf Ecclestone

Daimler-Boss Dr. Dieter Zetsche äußert Unverständnis über Bernie Ecclestones Kritik an der Formel 1: Der F1-Zampano schade damit sich und allen anderen.

Daimler-Vorstand Dr. Dieter Zetsche geht auf Konfrontationskurs mit Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone. Zetsche im Rahmen des Genfer Autosalons. „Ich würde hier nie auf die Bühne gehen und sagen: Ich würde nie einen Mercedes fahren und die Kunden sollten es besser auch nicht tun!“ Ecclestone dagegen hatte die Formel 1 kürzlich entsprechend kritisiert. „Die Formel 1 ist so schlecht wie nie“, waren die Worte des 85-jährigen Briten. „Ich würde für meine Familie kein Geld ausgeben, um ein Rennen zu schauen - niemals!“

Zetsche sauer: „Ich kann nicht verstehen, wie jemand, der nicht nur Geschäftsführer sondern auch Teilhaber ist so über sein Produkt sprechen kann. Wenn er so denkt, sollte das intern diskutiert werden.“

Ein Bild aus besseren Zeiten: Mercedes' Dr. Dieter Zetsche neben Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone

Der Daimler-Boss ist nicht der Erste, dem Ecclestones Kritik sauer aufstößt. Auch FIA-Präsident Jean Todt sagt im Interview mit AUTO BILD MOTORSPORT: „Ich denke viel darüber nach. Aber mein Stil ist es direkt mit Bernie zu sprechen. Ich mag Bernie. Er ist ein außergewöhnlicher Mann. Ich habe gerade erst meinen 70. Geburtstag gefeiert. Er ist 85. Es leitet die Formel 1 immer noch mit großer Leidenschaft. Aber er hat auch seinen ganz eigenen Stil.“

Fakt sei: „Wir müssen die Formel 1 wieder positiver verkaufen. Können Sie sich vorstellen, dass jemand in einen neuen Kinofilm geht, wenn der Regisseur sagt: Mein Film ist sch...? Intern kann und muss man kritisieren, aber nicht nach außen, wenn man das Produkt verkaufen will.“ Todt weiter: „Die Formel 1 ist ein großartiger Sport, der auch eine tollen Beitrag für die Automobilindustrie leistet. Aber wir sehen einen neuen, einen anderen Film als früher. Bald wird es Autos geben, die autonom fahren. Ist des für die Formel 1 noch so spannend wie früher? Will ein Zwölfjähriger heute noch zwei Stunden vor dem Fernseher sitzen, um sich Autorennen anzuschauen? Wir müssen uns also etwas einfallen lassen, wie wir sein Interesse wieder wecken. Wir müssen die Formel 1 besser kommunizieren und den Leuten besser erklären.“

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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