Mercedes

Formel 1: Mercedes dominiert weiter

— 15.07.2014

Mit dem Über-Auto zum Heimspiel

Mercedes kommt als überlegener WM-Leader zum Heimrennen nach Hockenheim. Doch was macht die Silberpfeile so gut? AUTO BILD MOTORSPORT klärt auf.

Am kommenden Wochenende feiert Mercedes in Hockenheim sein großes Heimspiel – und was für eins: 2014 kommen die Stuttgarter als WM-Führende ins Badische. Sowohl in der Konstrukteurs- als auch in der Fahrer-WM dominieren die Silberpfeile nach Belieben. Bis auf den Grand Prix in Kanada haben Nico Rosberg (29) und Teamkollege Lewis Hamilton (29) dieses Jahr jedes Rennen gewonnen. Alles andere als der nächste Mercedes-Erfolg in Hockenheim wäre eine faustdicke Überraschung. Doch was macht den W05 so gut? Die Antwort: vor allem der Motor. Denn Insider schätzen, dass das Aggregat PU106A auf der Geraden 40 bis 50 PS mehr entwickelt!

MGU-H macht den Unterschied

Im Vergleich: Die MGU-H vom dominierenden Mercedes-Team...

Das Schub-Geheimnis des Silberpfeils: F1-Zeichner Craig Scarborough hat für AUTO BILD MOTORSPORT die nackte Wahrheit zu Papier gebracht. Zuletzt in Silverstone war Nico Rosberg mit Tempo 325 gleich satte 15 km/h schneller als Sebastian Vettel. „Die Motoren selbst liegen wegen der Benzinflussbegrenzung alle innerhalb von 20 PS“, weiß Ex-Jordan-Technikchef Gary Anderson (62). „Den Unterschied macht die freie Energie der MGU-H. Die geht ohne Umweg zum anderen Elektromotor, der dem Silberpfeil auf der Geraden den Extra-Schub verpasst.“ Der Hybrid-Motor macht den Silberpfeil also so überlegen!

Turbine & Verdichter getrennt

Hintergrund: Die MGU-H, die Elektromaschine, die sich aus der Hitzeenergie des Abgasstrahls speist, darf unbegrenzt Energie an den Elektromotor abgeben. Auf der ersten Hälfte einer Geraden treibt sie lediglich die Turbo-Turbine an. Der V6 beschleunigt ohne die Zusatz-PS des Elektroantriebs. Anderson: „Irgendwann aber gibt es einen Punkt, an dem der Turbomotor an seiner Grenze angelangt ist. Dann macht die MGU-H den Unterschied zu Ferrari und Renault.“ Das Mercedes-Geheimnis: Turbine und Verdichter des Turbos sind nicht zusammen hinter dem Motor verbaut sondern getrennt. Der Kompressor befindet sich weit entfernt von den heißen Auspuffgasen an der Front des Sechszylinders.

Turboloch geringer

... und das deutlich leistungsschwächere Gegenstück von Konkurrent Renault

Ein Effekt dieser Turbo-Trennung: Die Lufteinlässe sind kürzer, wegen der geringeren Hitzeentwicklung, aber auch die einzelnen Auspuffrohre. Die Abgase fließen schneller. Das reduziert das Turboloch. Die Energie des Wärmemotors kann ergo früher in den Elektroantrieb gespeist werden. Das kommt direkt dem Tempo zugute. Weitere Folge des Kompressors auf der Stirnseite des Motors: Die komprimierte Luft muss weniger stark gekühlt werden. Mercedes kann deshalb auf den riesigen „Intercooler“ im linken Seitenkasten verzichten. Clever: Statt des großen Ladeluftkühlers im Seitenkasten fährt der W05 mit einer kleineren, wassergekühlten Variante in einer Nische des Tanks. Die Karosserie ist schmaler, der Silberpfeil windschlüpfriger.

Starke Traktion als Trumpf

„Das Zusammenspiel von Turbo und MGU-H ist bei Mercedes einfach das Beste“, resümiert Technik-Experte Gary Anderson. Dabei profitiert die Wärmemaschine auch davon, dass sie auf der Welle zwischen Turbine und Kompressor weniger stark der Abgashitze ausgeliefert ist als im Bereich des Abgasstaus am Heck des V6. Anderson: „Die Mercedes-MGU-H produziert deshalb mehr Power als die Wärmegeneratoren der Konkurrenz.“ Dazu kommt, so der Brite: „Der Silberpfeil reagiert in mittelschnellen Kurven sehr gutmütig und hat in langsamen Ecken eine starke Traktion.“ Ein Paket, das dominieren muss.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Craig Scarborough

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