Die besten Bilder aus Hockenheim

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Formel 1: Mercedes-Doppelpole in Hockenheim

— 30.07.2016

Rosberg reicht ein einziger Schuss

Auch technische Probleme können Nico Rosberg nicht stoppen: Mit nur einer schnellen Runde in Q3 schlägt er Rivale Lewis Hamilton und Daniel Ricciardo.

Exakt 30 Jahre nach der letzten Pole-Position seines Vaters Keke in der Formel 1, ebenfalls auf dem Hockenheimring, hat sich Nico Rosberg in die perfekte Ausgangsposition für sein Heimrennen am Sonntag gebracht - und das unter erschwerten Umständen: Wegen eines Elektronikproblems musste der Mercedes-Star seinen ersten Run in Q3 vorzeitig abbrechen. Da Rivale Lewis Hamilton die provisorische Bestzeit setzte, lag der Druck nun bei Rosberg auf seiner einzigen schnellen Runde. Doch der Deutsche zeigte keine Nerven und brummte Hamilton ein Zehntel auf - darauf fand der Brite bei seinem finalen Versuch keine Antwort mehr.

Jubel bei Nico Rosberg nach seiner 27. Karriere-Pole

"Ein tolles Gefühl und eine tolle Runde", freute sich Rosberg, der bereits bei seinem Sieg in Hockenheim 2014 die Pole geholt hatte. Am Samstag war es aber schwieriger als vor zwei Jahren. "Ich hatte nur eine Runde und außerdem noch extra Benzin an Bord für einen zusätzlichen Run, falls etwas schiefgeht", verriet Rosberg, der erklärte: "Ich bin sehr zufrieden. Es war wirklich cool." Kühlen Kopf bewahren musste Rosberg am Ende seiner ersten schnellen Runde in Q3. "Auf einmal habe ich Leistung verloren. Der Motor war komplett getrennt. Das war natürlich enttäuschend", sagte der Deutsche über sein Problem im Qualifying.

Lowe mit großem Lob für Rosberg

Angst, dass ihn der Defekt auch am Sonntag einbremsen könnte, hat der Lokalmatador aber nicht. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir es reparieren können. Wir hatten das Problem auch noch nie zuvor", berichtete Rosberg. Mercedes-Teamchef Paddy Lowe ergänzte: "Nico hatte ein elektronisches Problem, das gleich mehrere Bereiche betroffen hat. Das war natürlich eine große Sorge und er hat die Runde daraufhin abbrechen müssen." Der Brite: "So etwas stört natürlich die Abläufe. Umso eindrucksvoller ist es, dass Nico unter diesen Umständen die Pole geholt hat - vor allem, wenn man im Hinterkopf hat, dass er zusätzlichen Sprit für zwei Runden mehr mithatte."

Rosberg ließ sich auch von einem Defekt nicht stoppen

Obwohl Hamilton zwei reguläre Versuche in Q3 drehen konnte, fehlte dem Weltmeister schlussendlich ein Zehntel auf Rosberg. "Lewis hat aus seinen Reifen nicht wirklich die besten Runden rausgeholt", erklärte Lowe. Hamilton, der seit 2008 in Hockenheim kein Qualifying-Duell mehr gegen einen Teamkollegen gewinnen konnte, wollte sein Zeittraining selbst nicht zu schlecht bewerten. "Bis jetzt war es ein gutes Wochenende ohne Probleme. Auch heute hatte ich die Pace, habe es in der letzten Runde aber einfach nicht hingekriegt", sagte der 31-Jährige. Dass ein Verbremser in der Haarnadel ihn die Pole kostete, glaubt der Brite indes nicht. "Mir hat einfach etwas Zeit gefehlt heute. Morgen aber sollte es ein guter Tag für Mercedes werden", sagte Hamilton und fügte mit Blick auf Rosberg an: "Wir werden es auskämpfen."

Red Bull erster Mercedes-Verfolger

Dritter hinter den Silberpfeilen wurde Daniel Ricciardo im Red Bull. "Ich denke ehrlich gesagt, dass wir ziemlich nah dran sind", freute sich Ricciardo über 'nur' zweieinhalb Zehntel Abstand auf den langsameren Mercedes. "Mit einer perfekten Runde wäre vielleicht noch ein Zehntel drin gewesen, nicht aber die Pole", erklärte der Australier, der in die traditionell gute Renn-Pace Red Bulls nun große Hoffnungen setzt. "Ich habe vorher schon gesagt: Im Qualifying ist alles innerhalb einer halben Sekunde (hinter Mercedes; d. Red.) gut. Soweit ich weiß, haben wir für das Rennen auch eine leicht abweichende Reifenauswahl. Das könnte uns morgen helfen."

Ricciardo wurde Dritter hinter Rosberg und Hamilton

Red-Bull-Teamchef Christian Horner war ebenso wie sein Pilot überrascht vom Abstand zu Mercedes. "Wir sind definitiv näher dran als wir dachten. Vor allem die gute Pace auf den Long-Runs gestern macht uns jetzt natürlich zusätzlichen Mut", sagte der Brite, der seine Fahrer lobte: "Von beiden Jungs war es ein toller Job!" Denn hinter Ricciardo komplettierte der erst 18-jährige Max Verstappen als Vierter die reine Red-Bull-Startreihe zwei. Lange Gesichter gab es hingegen bei Ferrari. Die Scuderia musste sich mit den Plätzen fünf für Kimi Räikkönen und sechs für Sebastian Vettel zufriedengeben. Damit war der Deutsche bei seinem Heimspiel natürlich nicht glücklich.

Vettel sieht Rückschritt bei Ferrari

"Wir hatten heute im Qualifying einfach nicht so das Vertrauen. Obwohl ich mit meinem letzten Run sehr zufrieden bin, war er einfach nicht schnell genug", erklärte Vettel. "Das Resultat ist okay. Aber wir wollen bei Ferrari natürlich nicht Fünfter und Sechster sein, sondern um die Pole und Siege fahren", räumte der Deutsche ein. Auch wenn man wisse, wo man sich verbessern muss, sei dies aktuell noch nicht möglich. "Mercedes ist im Moment einfach super in Form", nannte Vettel einen der Gründe, fügte aber auch hinzu: "Es ist nicht so, dass alle anderen hier so einen großen Fortschritt gemacht haben. Wir haben aber einen zurück gemacht. Heute Nachmittag sind wir zurückgefallen und waren nicht so gut, wie wir normalerweise sind."

Nur Startplatz sechs beim Heimrennen für Vettel

Direkt hinter Vettel startet am Sonntag Landsmann Nico Hülkenberg. Der Force-India-Fahrer erwischte eine starke Qualifikation und setzte sich im finalen Abschnitt auch gegen Teamkollege Sergio Perez durch. Der Mexikaner startet als Neunter. Williams-Pilot Valtteri Bottas schob sich zwischen die beiden Force Indias auf die achte Position, Felipe Massa im zweiten Williams komplettierte als Zehnter die Top-10. Ebenfalls eine anständige Leistung zeigte am Samstag Pascal Wehrlein. Der Manor-Rookie fuhr auf den 18. Rang und darf wegen einer Rückversetzung Romain Grosjeans für einen Getriebewechsel als 17. losfahren. "Unser Ziel heute war es die beiden Sauber hinter und zu lassen und das haben wir geschafft", freute sich Wehrlein.

Ergebnis - Qualifying Deutschland GP 2016:

1. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:14,363 Minuten
2. Lewis Hamilton (Großbritannien) Mercedes 1:14,470
3. Daniel Ricciardo (Australien) Red-Bull-Renault 1:14,726
4. Max Verstappen (Niederlande) Red-Bull-Renault 1:14,834
5. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari 1:15,142
6. Sebastian Vettel (Heppenheim) Ferrari 1:15,315
7. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force-India-Mercedes 1:15,510
8. Valtteri Bottas (Finnland) Williams-Mercedes 1:15,530
9. Sergio Perez (Mexiko) Force-India-Mercedes 1:15,537
10. Felipe Massa (Brasilien) Williams-Mercedes 1:15,615
11. Esteban Gutierrez (Mexiko) Haas-Ferrari 1:15,883
12. Jenson Button (Großbritannien) McLaren-Honda 1:15,909
13. Carlos Sainz Jr. (Spanien) Toro-Rosso-Ferrari 1:15,989
14. Fernando Alonso (Spanien) McLaren-Honda 1:16,041
15. Romain Grosjean (Frankreich) Haas-Ferrari 1:16,086 (+5 Plätze - Getriebewechsel)
16. Jolyon Palmer (Großbritannien) Renault 1:16,665
17. Kevin Magnussen (Dänemark) Renault 1:16,716
18. Pascal Wehrlein (Worndorf) Manor-Mercedes 1:16,717
19. Daniil Kvyat (Russland) Toro-Rosso-Ferrari 1:16,876
20. Rio Haryanto (Indonien) Manor-Mercedes 1:16,977
21. Felipe Nasr (Brasilien) Sauber-Ferrari 1:17,123
22. Marcus Ericsson (Schweden) Sauber-Ferrari 1:17,238

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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