Die besten Bilder aus Baku

Formel 1: Mercedes fliegt mit flachem Flügel

— 24.06.2017

Lauda lobt: „Das kann nur Lewis!“

Was machte Mercedes so schnell in Baku? Die Antwort: Lewis Hamilton. Und ein neuer Heckflügel. ABMS erklärt das Teil unter der Technik-Lupe.

Jubel bei Mercedes: Mit satten 1,1 Sekunden Vorsprung hat man die Konkurrenz von Ferrari beim Qualifying von Baku in die Schranken gewiesen. Mann der Stunde: Einmal mehr Lewis Hamilton, der mit einer eindrucksvollen Runde am Ende von Q3 auch Teamkollege Valtteri Bottas blass aussehen ließ. Über vier Zehntel war der Brite am Samstag schneller.

„Wahnsinn! Diese Runde von Lewis, so etwas habe ich überhaupt noch nicht gesehen“, lobte Teamaufsichtsrat Niki Lauda bei Sky. „Das kann kein anderer, nur Lewis! Er ist fantastisch“, sagte der Österreicher nach der 49. reinen Mercedes-Startreihe eins in der Formel 1. Doch warum waren die Silberpfeile auf einmal so überlegen? „Wir hatten gestern noch große Probleme“, räumt auch Lauda ein, der vor allem „die Verbesserungen am Auto durch die Ingenieure an der Strecke und in der Fabrik“ hervorhob.

Am Ende hatte Bottas keine Chance gegen Hamilton

Hamilton verriet indes: „Wir haben über Nacht eine Menge Änderungen vorgenommen. Ein tolles Ergebnis, ich bin richtig aufgepumpt nach dieser Runde zum Schluss.“

„Das war ein Riesenschritt von Lewis“, urteilte auch RTL-Experte Timo Glock. „Man hat mit dem Set-Up in die richtige Richtung gearbeitet, der Fahrer bekam so deutlich mehr Kontrolle über das Auto“, erklärte der Ex-Formel-1-Pilot. Mit Blick auf den Kampf an der Spitze glaubt Glock: „Mercedes ist im Moment einen Schritt voraus. Aber Ferraris Speed war gestern da, ich glaube schon, dass Vettel noch eine Chance haben wird.“

Auch Mercedes-Sportchef Toto Wolff will den Tag noch nicht vor dem Abend loben. „Gestern war für uns ein durchwachsener Tag, wo wir die Vorderreifen nicht auf Temperatur bringen konnten. Das haben wir mit den Set-Up-Änderungen jetzt hinbekommen und waren deshalb stark im Quali. Wir wissen aber nicht, ob es auch die richtige Abstimmung für das Rennen ist“, mahnt Wolff und gibt zu bedenken: „Dieses Jahr gibt es immer Überraschungen.“

Der WM-Zweite versenkte am Samstag alle Gegner

Worüber sich der Silberpfeil-Boss aber jetzt schon freuen darf: Die Updates am Mercedes scheinen gelungen, das Baku-Paket funktioniert gut. Elementar ist dabei ein neuer und extrem flacher Heckflügel (siehe Grafik oben) für den Power-Kurs in Aserbaidschan, der den Luftwiderstand reduzieren soll. Wie am SF70-H von Ferrari hat auch der Mercedes-Heckflügel ein löffelartiges Hauptprofil. Dadurch wird viel Last auf den Mittelteil, entsprechend weniger auf die höher gelegenen Seiten verteilt.

In Summe ist die Last geringer als bei einem Flügel mit einem geraden Profil, dafür wird aber auch weniger Widerstand generiert - damit ist die Konfiguration bestens geeignet für die extrem langen Geraden in Baku. Zu Beginn des Wochenendes war das Team allerdings noch vor die Herausforderung gestellt, die korrekten Feineinstellungen an dem Flügel vorzunehmen, um die richtige Balance zu finden, sodass auch die Vorderreifen in Relation zu den Hinterreifen gut funktionieren. Das Qualifying hat gezeigt, dass dies den Mercedes-Ingenieuren gerade rechtzeitig zum Kampf um die Startplätze gelungen ist.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Paolo Filisetti / Picture-Alliance

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