Formel 1: Die besten Bilder aus China

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Formel 1: Mercedes gewinnt China GP

— 09.04.2017

Hamilton siegt vor Vettel

Lewis Hamilton gewinnt unter schwierigen Bedingungen den China GP vor Sebastian Vettel. Max Verstappen rast von Startplatz 16 aufs Podium.

Lewis Hamilton hat einen spannenden Großen Preis von China gewonnen. Der Mercedes-Star siegte nach einem für ihn selbst unspektakulären Rennen vor Sebastian Vettel (Ferrari) und Max Verstappen (Red Bull). Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen wurde hinter dem zweiten Red Bull von Daniel Ricciardo Fünfter.
Alle Positionen im Überblick: Das Rennergebnis

"Ein schwieriges Rennen", resümierte Hamilton. "Am Anfang war es nass und es kam drauf an das Auto auf der der Strecke zu halten und trotzdem schnell zu fahren, weil Vettel hinter mir einen guten Job machte."

Allein: Vettel und Ferrari hatten sich zu Beginn des Rennens verpokert und damit mögliche Siegchancen verschenkt. Die Scuderia hatte den aussichtsreich auf Platz zwei liegenden Deutschen bereits kurz nach dem Rennenstart in einer virtuellen Safetycar-Phase zum Wechsel von Intermediates auf Soft-Reifen reingeholt. Im Nachinein ein Fehler, weil wenige Runden später Wehrlein-Ersatz Antonio Giovinazzi seinen Sauber auf der Start-Ziel-Geraden verlor und so eine reale Safety-Car-Phase auslöste. Die wiederum nutzten alle anderen Top-Piloten zum noch schnelleren Boxenstopp.

Das Rennen in China ging auf nasser Strecke los

Vettel fiel dadurch zwischenzeitlich bis auf Rang sechs zurück und konnte sich bis Runde 23 wieder vorarbeiten: Erst kassierte er dabei Teamkollege Kimi Räikkönen, dann Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo. Allerdings: Als er endlich die Jagd auf den bis dato Zweitplatzierten Max Verstappen begann, hatte er schon zehn Sekunden Rückstand auf Lewis Hamilton.

Der Red-Bull-Shootingstar aus Holland hatte sich mit einem perfekten Start, dem Wechsel auf Supersoft-Reifen und einem spektakulären Überholmanöver gegen Ricciardo von Startplatz 16 bis auf Rang zwei vorgearbeitet. In Runde 29 musste er sich nach einem Verbremser aber Vettel geschlagen geben. Doch der Rückstand des Hessen war zu dem Zeitpunkt bereits bis auf 11,6 Sekunden angewachsen. Auch der Versuch eines weiteren Reifenwechsels brachte keinen Erfolg. Hamilton konterte nur zwei Runden später und blieb ungefährdet in Führung.

Vettel erklärt: "Es war ein Risiko so früh reinzukommen, aber ich hatte eigentlich richtigen Moment erwischt. Dann kam aber noch das Safety-Car und ich konnte meinen Vorteil nicht nutzen. Ich habe versucht Lewis am Ende zu jagen, er hat aber immer reagiert."
Der aktuelle WM-Stand: Vettel und Hamilton gleichauf

Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas kam auf Rang sechs ins Ziel. Der Finne hatte sich nach seinem Boxenstopp beim Reifenaufwärmen hinter dem Safety-Car gedreht und musste sich von Rang zwölf aus zurückarbeiten.

Der deutsche Renault-Pilot Nico Hülkenberg wurde trotz eines Starts von Platz sieben nach zwei Zeitstrafen wegen Überholens unter gelber Flagge nur Zwölfter. Ex-Weltmeister Fernando Alonso fiel auf Platz acht liegend mit einer defekten Antriebswelle aus.

So lief der Samstag

Lewis Hamilton hat die Pole-Position zum Großen Preis von China geholt - die 75. für Mercedes insgesamt, die sechste in Folge für die Silberpfeile in China. Hamilton, der bei seiner Pole-Runde satte vier Sekunden schneller war als Nico Rosbergs Pole-Zeit aus dem Vorjahr, verwies Ferrari-Star Sebastian Vettel im Qualifying mit 0,18 Sekunden Rückstand auf Platz zwei. Dahinter fährt Hamiltons-Teamkollege Valtteri Bottas morgen von Platz drei aus los. Der Finne hat nur eine Tausendstelsekunde Rückstand auf Vettel. Damit startet die Formel 1 ins zweite Saisonrennen mit der gleichen Reihenfolge wie beim Saisonstart in Australien.
Alle Ergebnisse im Überblick: Die Zeiten des Qualifyings

Sebastian Vettel stellte den Ferrari in die erste Reihe

Vierfachweltmeister Vettel wirkte darüber alles andere als unglücklich, konnte er in Australien doch auch von Startplatz zwei aus gewinnen: "Ich hätte mir gewünscht am Ende noch ein bisschen schneller zu sein, hab in der letzten Kurve aber etwas liegen gelassen", so der Hesse. "Trotzdem hatten wir noch genügend in der Hinterhand, um in die erste Reihe zu kommen. Das war ein guter Job." RTL-Experte Christian Danner glaubt: "Seb hat absolut das Maximum aus dem Auto rausgequetscht. Aber das Rennen ist mit der neuen Reifensituation längst nicht entschieden. Was vorhersehbar ist: Vettel und Hamilton geben sich's."

Noch zufriedener als bei Ferrari war man bei Mercedes, wo Teamchef Toto Wolff in Australien noch mit der Faust auf den Tisch hauen musste. "Eine gute Leistung – es war superknapp, genau wie es sein soll", lobte der Österreicher nun bei RTL. "Lewis macht einfach den Unterschied, wenn es um die Wurst geht." Hamilton selbst schwärmte: "Das war eine richtige Herausforderung für uns. Die Ferraris sahen heute früh so schnell aus, da wussten wir: Das wird eine enge Kiste. Deshalb musste eine perfekte, solide Runde rauskommen. Die letzte Runde war wirklich meine beste des gesamten Wochenendes. Im Duell gegen Ferrari wir müssen wirklich alles aus uns rausholen und die Latte immer höher legen."

Vettel-Teamkollege Kimi Räikkönen wurde Vierter vor Red Bull-Pilot Daniel Ricciardo. Der deutsche Renault-Fahrer Nico Hülkenberg schaffte es überraschend auf Startplatz sieben. Danner: "Nico Hülkenberg ist immer dann stark, wenn es darauf ankommt. Was mich persönlich sehr verwundert: dass Renault bereits so gut ist. Die sind direkt hinter Red Bull, die denselben Motor fahren aber ein besseres Chassis haben sollten."

Giovinazzi flog mit dem Sauber in der Zielkurve ab

Kurze Schrecksekunde zu Beginn des Qualifyings: Wehrlein-Ersatz Antonio Giovinazzi sorgte mit einem spektakulären Crash am Ende des ersten Qualifyingabschnitts für eine kurze Unterbrechung. Der Italiener kam seinem Sauber in der Zielkurve zu weit nach außen, touchierte mit seinem rechten Hinterrad den Grünstreifen und drehte sich in die Mauer. Trotzdem wurde der Ferrari-Junior 15. Red Bull-Shootingstar Max Verstappen kam mit Motorsoftwareproblemen über Platz 19 nicht hinaus. Fernando Alonso wurde im McLaren 13. Den letzten Platz belegte der zweite Mercedes-Junior Esteban Ocon.

Für das Rennen am Sonntag wird mit einer Regenwahrscheinlichkeit von 40 Prozent gerechnet. Allein: Auch wenn das Wetter wieder schlechter werden sollte, kann anders als am Freitag gefahren werden. Statt eines Rettungshelikopters steht eine Polizeieskorte für den Krankenwagen bereit. Am Freitag konnte der Helikopter wegen Smog nicht beim für Notfälle bestimmten Krankenhaus landen.

So lief der Freitag:

Smog und Regen sind keine gute Kombination: Diese Lektion musste auch die Formel 1 am Freitag in China lernen. Statt dem gewohnten Trainingsbetrieb gab es für die Fans kaum Autos auf der Strecke zu sehen. Die zweite Session am Nachmittag fiel gleich komplett ins Wasser. Grund: Der Rettungshelikopter. Dieser hätte im Ernstfall zwar an der Strecke landen können - nicht aber im für Notfälle zuständigen Krankenhaus. Dieses befindet sich beim China GP fast 40 Kilometer entfernt vom F1-Kurs in Shanghai Downtown. Zwar gibt es in unmittelbarer Streckennähe andere medizinische Einrichtungen, diese entsprechen jedoch nicht den FIA-Standards.

Um ihn geht es: Der Rettungsheli ist das Problem

Bereits im Vorfeld war eine Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei gescheitert, die wegen der Verkehrslage vor Ort keine Garantie aussprechen konnte, dass ein Krankenwagen als Helikopter-Ersatz auch in vertretbarem zeitlichen Rahmen das Hospital erreicht. F1-Renndirektor Charlie Whiting ging deshalb kein Risiko ein und ließ die Ampel über weite Strecken des Tages auf Rot. Hintergrund: Beim Japan GP 2014 hatte der Abtransport des schwer verletzten und später verstorbenen Jules Bianchi bei ähnlicher Wettersituation enorme Probleme verursacht.

Wegen des Wetters stand für den China GP deshalb sogar kurzzeitig eine Vorverlegung auf den Samstag im Raum. Nach ABMS-Infos sprach sich Whiting in einem Meeting mit den Teams jedoch gegen einen Super-Samstag mit Training, Qualifying und Rennen an einem Tag aus. Dabei standen sowohl die chinesischen Organisatoren vor Ort als auch die neuen F1-Besitzer der Lösung aufgeschlossen gegenüber - die FIA sah den Vorschlag aber skeptisch, weil man an das starre Konzept der klar festgelegten Zeiten für die internationalen TV-Übertragungen gebunden ist.

Da das Wetter für den Sonntag zudem etwas besser werden soll, weil Wind aufzieht und die Wolken vertreiben könnte, steht der Entschluss der Rennleitung, auf jeden Fall am Sonntag zu fahren - wenn nötig auch mit einigen Verschiebungen nach hinten am Renntag selbst. Klar ist aber auch: Klappt es am Sonntag nicht, ist eine Verlegung auf Montag logistisch definitiv nicht umsetzbar, weil bereits am Wochenende danach in Bahrain der nächste Grand Prix ansteht. In diesem Fall würde der China GP ganz ausfallen.

Auch sportlich steht die Formel 1 am Wochenende vor einem ungewissen Rennen, denn für die Fahrer und Teams waren Rückschlüsse aus dem Freitag entsprechend schwer. Am Vormittag konnten sie immerhin ein paar Runden drehen, auch wenn es unter den gegebenen Voraussetzungen keine repräsentativen Zeiten gab. Red-Bull-Pilot Max Verstappen erzielte die Bestzeit vor dem Williams-Duo Felipe Massa und Lance Stroll. WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel im Ferrari und Mercedes-Verfolger Hamilton konnten hingegen gar keine gezeitete Runde auf dem feuchten Kurs vorweisen. Renault-Pilot Nico Hülkenberg schloss die erste Einheit nach einem Dreher auf Platz elf ab.
Die Ergebnisse im Überblick: Alle Zeiten aus China

Vettel und Co. vertrieben sich die Zeit mit den Fans

In der zweiten Session vertrieben sich die Fahrer die Zeit dann in erster Linie mit den chinesischen Fans, die tapfer auf den Tribünen ausharrten. Hamilton warf signierte Mercedes-Kappen ins Publikum und machte von der Filmerlaubnis der neuen F1-Besitzer in der Boxengasse gebrauch, um ein paar Snapchat-Videos zu drehen. Kreativ war auch Haas-Pilot Romain Grosjean, der mit seinen Mechanikern einen Krückstock für Teamchef Günther Steiner bastelte - und ihm diesen vor der Box feierlich zu seinem 52. Geburtstag überreichte. Vettel lachte sich derweil im Cockpit schlapp, weil Fans seinen Namen auf einem Plakat falsch buchstabiert hatten. Für die Korrektur gab es allerdings Extra-Applaus vom Vierfach-Weltmeister.

"Es ist sehr, sehr schade, was heute passiert ist, vor allem für die Leute, die an der Strecke waren, um zuzuschauen", meinte der Ferrari-Star wenig später. Vettel: "Wir sind nur einmal im Jahr in China, und die Fans hier sind immer hellauf begeistert. Für die ist es bitter, wenn keiner fährt." Egal nach welchem Zeitplan das Wochenende weitergeht: Statt der Bespaßung von Fans, dürfte dann reichlich Action auf der Strecke anstehen. Denn den Teams bleibt vor dem Qualifying auf jeden Fall nur noch eine Stunde Trainingszeit, um die am Freitag ausgefallenen Vorbereitungen nachzuholen.

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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