Silberpfeil

Formel 1: Mercedes-Historie beflügelt Rosberg

— 13.03.2014

Tradition als Ansporn

Nico Rosberg war 2010 erster Mercedes-Werkspilot der Neuzeit - im Exklusivinterview verrät er, wie sehr ihn der Mythos Silberpfeil nach wie vor anspornt.

Herr Rosberg, sind Sie jetzt der wahre Eismann der Formel 1?

Nico Rosberg: Wie kommen Sie jetzt da drauf?

Rosberg mit Freundin Vivian Sibold im Fahrerlager der Formel 1...

Wir könnten auch anders fragen: Wir sind im Sommer auf Ibiza. Können Sie uns eine Eisdiele empfehlen?


Nico Rosberg (lacht): Ach so, ja, das kann ich in der Tat. Und zwar die, die meine Verlobte designt hat. Mitten in der Alstadt. Das hat mit mir allerdings weniger zu tun. Das ist Vivians Projekt. Sie heißt „Vivi´s creamery“. Ich habe sie darin nur etwas unterstützt. Sie hat ja schon Penthäuser eingerichtet in der ganzen Welt. Sie setzt solche Dinge toll um. Im April ist Eröffnung. Ich hoffe, ich bin dann nicht bei einem Rennen oder einem PR-Termin.

Auf Ibiza begleiten Sie also Ihre Freundin, wenn sie arbeiten geht. Normalerweise ist es mit den Fahrerfrauen in der Formel 1 ja umgekehrt.

Nico Rosberg: Ja, das ist genau so. Vivian hat mit ihrer Firma das Designkonzept der Eisdiele entwickelt. Gigantisch. Da bin ich richtig stolz auf sie. Vivian hatte die Idee, weil wir manchmal auf Ibiza entspannen, es dort aber so gut wie keine Eisdielen gibt. Das ist nun anders. Das Problem ist nur: Ich darf kein Eis mehr essen.

Warum nicht?

Nico Rosberg: Man muss ja ständig auf Diät sein in der heutigen Formel 1. Weil der neue Antriebsstrang schwerer ist als im vergangenen Jahr, ist es von Vorteil, wenn der Fahrer umso leichter ist.

Der neue Eismann bleibt immer ganz cool - nur bei Mercedes' alten Karossen wird Rosberg warm ums Herz.

Wie schwer ist Verzicht, wenn man exklusiven Zugang zu so leckerem Eis hat?


Nico Rosberg: Grundsätzlich fällt das natürlich schwer. Aber nicht mehr ganz so sehr, wenn man ein Ziel vor Augen hat. Das habe ich. Ich will Erfolg haben in der Formel 1 und ordne dem Sport mein restliches Leben unter. Und dann wird sogar eine Diät einfach. Dann laufe ich bei den Gummibärchen vorbei und denke noch nicht mal darüber nach.

Sebastian Vettel hat mittlerweile vier WM-Titel. Sind Sie jetzt dran?

Nico Rosberg: Ich bin voll motiviert und konzentriert auf diese Saison. Ich will das Beste aus dieser Situation machen. Da ist es mir nicht wichtig, was in sechs Monaten ist. Ich sitze im Silberpfeil, bin seit Tag eins dabei, bin der erste Fahrer, der von Mercedes fürs Werksteam verpflichtet wurde - fast bevor das Team überhaupt entstanden ist. Das ist ein tolles Gefühl. Und ich brenne drauf, dass wir immer besser werden.

Das klingt, als fühlen Sie sich nicht nur als Angestellter.

Nico Rosberg: Genau. So sehe ich mich auch nicht. Ich fühle mich mit dem Team verbunden, habe die ganzen Veränderungen hautnah miterlebt. Und in solchen Momenten wie beim Fotoshooting in den heiligen Hallen wird mir das dann umso mehr bewusst.

Dem Charme der alten Autos können sich die aktuellen Mercedes-Piloten nur schwer entziehen...

Erzählen Sie!


Nico Rosberg: In den heiligen Hallen befindet sich je ein Exemplar aller Rennsportautos von Mercedes. Und man darf nicht vergessen: Der erste Mercedes war 1901 ein Rennwagen. Gefahren in La Turbie oberhalb von Monaco. Alle Fahrer, die einen Mercedes-Rennwagen gefahren sind, hängen an der Wand. Und da hänge ich dann irgendwo neben meinem Vater und anderen Koryphäen. Wahnsinn!

Interessieren Sie sich für die Formel-1-Historie?

Nico Rosberg: Ja, sehr. Ich habe gerade erst letztens wieder ein Buch darüber gelesen, kenne die ganzen Geschichten von Carraciolas Rekordfahrten. Das Auto steht übrigens auch in den heiligen Hallen.

Hätten Sie sich damals auch getraut sich in solch unsichere Gefährte zu setzen?

Nico Rosberg: Wahrscheinlich schon. Man kannte es ja nichts anders. Heutzutage würde ich die Jungs für verrückt erklären. Da können wir schon froh sein, wie sicher unsere Autos geworden sind.

Das gesamte Interview lesen Sie im SPORT BILD Sonderheft Formel 1.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Getty Images

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