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Formel 1: Mercedes in Malaysia

— 03.10.2016

Lauda verzettelt sich

Viel zu tun für Niki Lauda: Vor dem Japan GP muss er Lewis Hamilton beruhigen. Zudem wirbt der Österreicher für Wintertestfahrten im warmen Bahrain.

Von seinen ursprünglichen Plänen wurde Mercedes-F1-Boss Niki Lauda kurzfristig abgelenkt. Statt weiter wegen des Bahrain-Tests im nächsten Jahr auf Stimmenfang zu gehen, musste der Österreicher erst mal Seelenmassage betreiben. Nach Lewis Hamiltons Motorschaden, der dem Briten in Malaysia in Runde 41 den schon sicher geglaubten Sieg raubte, packte Lauda seinen Starpiloten erst mal in seinen Privatjet und flog ihn nach Tokio.

Frust bei Lewis Hamilton nach seinem Motorschaden

Dort bleibt Hamilton bis Mittwoch, fährt dann weiter nach Suzuka, wo schon am nächsten Sonntag der Große Preis von Japan stattfindet. "Lewis war eigentlich schon eine Stunde nach dem Rennen wieder entspannt. Aber bei der Landung in Tokio wird er wieder total mit sich im Reinen sein", glaubte Lauda kurz vor dem Abflug.

Über Hamiltons Verschwörungsvorwürfe, die der Brite kurz nach seinem Ausfall bei der BBC aufkommen ließ, kann Lauda nur schmunzeln. "Lewis weiß, dass Mercedes beide Fahrer absolut gleich behandelt. Aber in der ersten Erregung kann bei dem ganzen Zorn und der Enttäuschung sowas schon mal fallen. Ich habe in meiner aktiven Zeit Dinge gesagt, die ich lieber nicht hätte sagen sollen."

Von links: Niki Lauda, Helmut Marko und Alain Prost

Lauda spielt auf das Jahr 1985 an. Damals erlitt der Österreicher als amtierender Weltmeister mit seinem McLaren-Porsche einen Ausfall nach dem anderen, während Teamkollege Alain Prost vom Technikteufel verschont blieb und überlegen Weltmeister wurde. Lauda konnte nur ein Rennen in dieser Saison gewinnen: den GP von Holland in Zandvoort. "Es kann doch nicht normal sein, dass es immer mich erwischt", schürte Lauda damals ähnliche Verschwörungsvorwürfe gegen McLaren.
In Suzuka wird Lauda wieder Zeit für sein Kerngeschäft haben: nämlich Wintertestfahrten 2017 in Bahrain auf die Beine zu stellen. Schon in Malaysia ging er auf Stimmenfang. Lauda glaubt, dass eine Mehrheit bei den elf Formel-1-Teams genügt, um die Testwoche in der Wüste stattfinden zu lassen. Hintergrund: Eigentlich sollten vom 27. Februar bis 2. März und vom 7. bis 10. März Testtage in Barcelona stattfinden. Doch Mercedes ist das Regenrisiko im Winter dort zu stark. Verlorene Testtage seien besonders heikel, weil es 2017 ein neues Aerodynamikreglement mit völlig neu konzipierten Autos gibt.

Lauda wirbt bei Kunde Force India für seine Idee...

Noch auf der Startaufstellung in Malaysia kramte "der Halbgott mit der roten Mütze" deshalb einen Zettel aus seiner Jeans, um Renault-Teamchef Frederic Vasseur darauf unterschreiben zu lassen. Der Franzose tat das auf dem Dach des Safety-Cars auch prompt, das ja passend dazu ein Mercedes ist. "Ja", freute sich Lauda wie ein Pennäler, der gerade zum Klassensprecher gewählt wurde, "das war die siebte Stimme."

Doch was Lauda nicht weiß oder nicht wissen will: Die Legende verzettelt sich gerade. In Kreisen der FIA, so erfuhr ABMS, schüttelt man nur den Kopf über die Aktion des Österreichers. Grund: Parallele Testfahrten sind per Reglement gar nicht erlaubt. Und, so tuschelt man hinter den Kulissen: Selbst die Mercedes-abhängigen Teams wie Force India hätten lediglich für einen Paralleltest in Bahrain während der Barcelona-Woche ihre Zustimmung gegeben - wohl wissend, dass die FIA das nicht erlauben würde.

Mercedes will lieber im warmen Bahrain testen lassen

Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko, einer der Gegner des Bahrain-Tests, erklärt ABMS: "Alle elf Teams haben einstimmig den Barcelona-Tests zugestimmt. Das ist, was für uns zählt. Wer bezahlt denn den Teams den Test in Bahrain, der wesentlich teurer kommen würde als der in Barcelona? Und wer bezahlt die Privatjets, die man einsetzen muss, falls einem die Teile ausgehen und man neue braucht?"

Marko vermutet hinter dem Mercedes-Anliegen, das zum Scheitern verurteilt ist, was ganz anderes: "Mercedes hat thermische Probleme mit dem neuen Auto. Sie glauben, dass sie die nur in Bahrain aussortieren können. Da machen wir aber nicht mit."

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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