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Formel 1: Mercedes Konstrukteursweltmeister

— 22.10.2017

Hamilton-Titel nur noch Formsache

Lewis Hamilton gewinnt auch in Austin, Sebastian Vettel verschiebt mit Platz zwei aber die WM-Party des Briten. Kimi Räikkönen als Dritter gewertet.

Lewis Hamilton, der Formel-1-Blitz! Gemeinsam mit Usain Bolt macht der Mercedes-Pilot auf dem Austin-Podium die berühmte Lightning-Bolt-Geste des Sprintstars - und hat dabei schon mehr als eine Hand am WM-Pokal. Der Texas-Dominator der letzten Jahre schlägt auch am Sonntag zu, holt seinen fünften Austin-Sieg in sechs Anläufen. Der Vorsprung auf WM-Rivale Sebastian Vettel beträgt jetzt 66 Punkte - damit reicht ihm in einer Woche in Mexiko schon ein fünfter Platz zum Titelgewinn.
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Der Sieger albert mit Sprinter Bolt auf dem Podium

"Was für ein Tag, ich fühle mich wunderbar! Ich liebe diese Strecke wirklich, spätestens seit heute ist es meine Lieblingsstrecke", jubelt Hamilton auf dem Podium. Mit seinem Triumph lässt er auch bei Mercedes die Korken knallen, denn den Silberpfeilen ist der vierte Konstrukteurstitel in Folge drei Rennen vor Schluss nicht mehr zu nehmen. Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda: "Unser schwerster Titel!" Teamchef Toto Wolff lobt: "Ein fantastischer Job des ganzen Teams, das rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche so hart gearbeitet und viele Opfer erbracht hat."

Zu Sieger Hamilton sagt der Österreicher: "Lewis ist im Moment auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Er hat seit Sommer keine Fehler gemacht, auch an den Samstagen immer geliefert und heute wieder eine wahnsinnige Pace an den Tag gelegt. Aber ich würde trotzdem nicht einen einzelnen herauspicken. Der Erfolg ist eine Teamleistung aller, die das Auto so schnell machen. Lewis ist nur perfekt in der Ausführung."

Nur am Start konnte Vettel Hamilton Paroli bieten

Lediglich am Start muss sich der Brite am Sonntag kurz geschlagen geben. Vettel zieht vor Kurve eins vorbei. "Ich habe aber gleich danach gemerkt, dass ich nah an ihm dranbleiben kann", so Hamilton. "Dann habe ich gesehen, dass Sebastian zu hart pusht, zu schnell in den Kurven fährt und seine Reifen killt." Der Brite glaubt: "Wenn er langsamer gemacht hätte, hätte er mich hinten halten können. Er hat dann aber auch paar Fehler gemacht. Ab da war ich sicher, dass ich ihn ich kriege. Und so kam es dann ja auch."

Hamilton holt sich die Führung schon in Runde sechs zurück und kontrolliert das Rennen anschließend. Vettel versucht in der Schlussphase mit einer alternativen Zweistoppstrategie noch einmal anzugreifen - Druck auf Hamilton kann er aber keinen nicht mehr ausüben, denn sein Rückstand ist schon viel zu groß. Vettel: "Ich dachte wir können heute gewinnen, aber das hat nicht geklappt, weil wir nicht schnell genug waren. Es war kein guter Tag."
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Überflieger: Hamiltons WM-Sieg ist so gut wie sicher

Aufregung hinter dem Top-Duo: Max Verstappen, nach einer Motorstrafe nur als Sechzehnter gestartet, zeigt eine bravouröse Aufholjagd, schnappt sich mit frischeren Reifen wenige Kurven vor dem Ziel noch Kimi Räikkönen. Doch anstatt als Dritter an der Siegerzeremonie teilzunehmen, wird der Holländer vom Vorraum des Podiums wieder abbeordert: fünf Sekunden Strafe, weil er Räikkönen mit allen vier Rädern neben der Strecke überholt hat. Der Ferrari-Finne darf mit Hamilton und Vettel aufs Podest.

Frust auch bei Verstappen-Kollege Daniel Ricciardo: Der Australier fällt in Austin ebenso wie Fernando Alonso mit einem Motorproblem aus. Wenig besser ergeht es den beiden übrigen Deutschen im Feld: Nico Hülkenberg muss seinen Renault schon nach zwei Runden mit einem technischen Defekt in der Box abstellen. Für Sauber-Pilot Pascal Wehrlein ist nach einer Kollision mit Kevin Magnussen ebenfalls früh Feierabend.

So lief der Samstag:

Lewis Hamilton hat sich in Texas perfekt für das erste seiner vier Matchball-Rennen im WM-Kampf in Stellung gebracht: Mit einem neuen Streckenrekord von 1:33,108 Minuten schnappt sich der Brite seine 72. Pole-Position in der Formel 1, seine dritte in den USA und seine zweite in Austin.
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Mit seiner Mega-Runde bricht Hamilton aber noch einen anderen Rekord. Am Sonntag wird der Mercedes-Star zum 117. Mal aus der ersten Startreihe losfahren - damit nimmt der Rekordqualifyer der Königsklasse Michael Schumacher die nächste Bestmarke ab. Der Rekordweltmeister schaffte das Kunststück 116 Mal. Hamilton schwärmt: "Ich fühle mich fantastisch. Das Qualifying hätte noch ewig gehen können. Die schönste Zeit des Wochenendes bisher für mich."

Nach dem Chassis-Wechsel läuft es bei Ferrari besser

Dabei reicht bereits sein erster Versuch im dritten Quali-Abschnitt, um sich mit 0,239 Sekunden Vorsprung vor WM-Rivale Sebastian Vettel durchzusetzen. Dass er schon am Sonntag seinen vierten Titel klar machen kann, glaubt der Brite aber nicht. "Ich denke, es ist unwahrscheinlich, dass es hier schon passiert. Seb hat heute einen tollen Job gemacht, um Ferrari wieder nach vorne zu bringen. Wenn er morgen keinen lächerlichen Fehler macht, geht es wohl weiter mit dem Titelkampt - und das wird er nicht, denn er ist ein viermaliger Weltmeister."

Auch Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda hat Ferrari im Rennen auf der Rechnung: "Lewis war heute in Bestform, besser kann man es nicht machen, aber Ferrari war wieder nah an uns dran, wie immer. Und leider war Vettel ein bisschen schneller als Bottas." 

Vettel schaffte es im letzten Versuch in Reihe eins

Der Finne geht als Dritter ins Rennen. Obwohl Vettel im Silberpfeil-Sandwich startet, bleibt Lauda mit Blick auf den Sonntag vorsichtig: "Es soll kühler werden - wir müssen überlegen, ob wir einen oder zwei Stopps machen", so der Österreicher.

Daniel Ricciardo im Red Bull wird Vierter, Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari Fünfter. Red-Bull-Shootingstar Max Verstappen schafft es nur auf die sechste Position - und muss in der Startaufstellung zusätzlich 15 Plätze zurück, weil mehrere Motorteile an seinem Auto gewechselt wurden. Ein Schicksal, dass Verstappen mit Nico Hülkenberg (Renault, P15 / +20 Plätze), Brandon Hartley (Toro Rosso, P18 / +25 Plätze) und Stoffel Vandoorne (McLaren, P13 / +5 Plätze) teilt. 

Pascal Wehrlein beendet das Qualifying im Sauber als 19., rückt aber durch die Strafen der Konkurrenz entsprechend auf.

So lief das Abschlusstraining:

Streckenrekord neben der Strecke: Mit einer Zeit von 1:34.478 Minuten erzielt Lewis Hamilton im Abschlusstraining der Formel 1 am Samstagvormittag Ortszeit in Austin die neue absolute Bestmarke auf dem Circuit of the Americas. Dabei verlässt der Brite allerdings, wie auch schon bei seinem vorherigen Run, mit allen vier Rädern deutlich die Strecke in der vorletzten Kurve - die Regelhüter scheint das im Training wenig zu interessieren, sie streichen die Zeiten des Mercedes-Stars nicht.
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Sebastian Vettel muss sich deswegen mit knappen 0,092 Sekunden Rückstand auf Platz zwei einordnen. Im Vergleich zum verkorksten Freitag, an dem Ferrari von mehreren Problemen geplagt war, aber ein deutlicher Fortschritt. Auch Teamkollege Kimi Räikkönen kann als Vierter, mit etwas mehr als zweieinhalb Zehnteln Rückstand auf die Bestzeit, den Aufwärtstrend bei Ferrari bestätigen. Zwischen den Finnen und das Top-Duo schiebt sich aber noch Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil.

Red-Bull-Pilot Max Verstappen beendet das Abschlusstraining als Fünfter. Wegen des Wechsels diverser Motorteile muss der Holländer in Austin jedoch eine Stratplatzstrafe von 15 Positionen in Kauf nehmen. Ähnlich ergeht es auch Renault-Mann Nico Hülkenberg (im dritten Training starker Siebter), der gleich 20 Plätze zurück muss, sowie Toro-Rosso-Neuling Brandon Hartley (25 Plätze) und McLaren-Fahrer Stoffel Vandoorne (fünf Plätze).

Einen Dämpfer erhalten auch die Ambitionen von Romain Grosjean beim Heimspiel seines Haas-Teams: Der Franzose dreht sich bei Halbzeit der Session ins Kiesbett. Während sein Auto geborgen wird, ruft die Rennleitung das virtuelle Safety-Car aus. Zum Qualifying wird das Fahrzeug des Franzosen aber sicher wieder flott sein - denn in Austin haben die Teams diesmal vier statt der sonst üblichen zwei Stunden Zeit zwischen dem Training und dem Qualifying. Der Grund: Damit möglichst viele Besucher vor Ort anschließend zum Konzert von Justin Timberlake gehen, haben die Veranstalter das Quali nach hinten verlegt. Beginn ist erst um 23 Uhr deutscher Zeit.

So lief der Freitag:

Stotterstart für Sebastian Vettel in Austin: Der Deutsche legt im zweiten Training am Freitag einen Highspeed-Dreher ins Kiesbett der vorletzten Kurve hin - aus diesem kommt Vettel zwar wieder raus, verliert aber auch nach seinem Ausritt viel Zeit an der Box. "Am Freitag will man natürlich so viel fahren wie möglich. Das hat für mich heute nicht so gut geklappt", sagt der Deutsche. "Beim Dreher hab ich mich ein bisschen übernommen, bin zu früh in der Session zu viel Risiko eingegangen."

Doch offenbar steckt mehr hinter dem ungewöhnlichen Dreher. Vettel: "Insgesamt war es ein schwieriger Nachmittag. Wir hatten zwei, drei kleine Sachen die uns Zeit gekostet haben. Ich hatte das Gefühl, irgendwas stimmt nicht. Mir fehlte das Gefühl fürs Auto." Dazu passt eine Aussage am Funk kurz nach dem Ausritt. Da sagte Vettel: "Das Auto ist weich wie Gummi." Immerhin: "Schlecht liegt der Wagen nicht", glaubt der Deutsche. "Deswegen mache ich mir auch keinen Kopf wegen des großen Abstands nach vorne. Wenn wir morgen eine ruhigere Session haben, schaut es besser aus."

Über eine halbe Sekunde fehlt Vettel in beiden Trainings auf WM-Rivale Lewis Hamilton. Der Brite bewegt seinen Silberpfeil fast wie auf Schienen um den Kurs in Austin. Technikexperte Pat Symonds erklärt: "Mercedes scheint sehr gut mit den Bodenwellen hier umzugehen. Das ist ein klarer Vorteil." Auch Vettel fällt auf: "Es dieses Jahr hier buckeliger, der Asphalt wirkt fast ein bisschen lose." Bisher kommt Mercedes damit besser zurecht als Ferrari.
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Die Italiener sehen sich indes gleich vor eine ganze Reihe Probleme gestellt. Vettel fühlt sich offenbar auch unwohl mit seinem Sitz und besonders den Gurten. Bei diesen wurden die Befestigungspunkte unten im Cockpit geändert. Ferrari hat sich die Änderungen an der Überlebenszelle extra bei der FIA genehmigen lassen. Die Probleme mit Fahrverhalten und Sitzposition will man nun mit einem Chassiswechsel lösen. Der Verdacht der Scuderia: Das Auto könnte beim Startcrash in Singapur einen Knacks abbekommen haben. In Suzuka fuhr Vettel bereits ein anderes Chassis mit einer älteren Radaufhängung, die auf schnellen Kursen wie Japan mehr Vertrauen vermittelt. Auch neu am Ferrari: Das Getriebe. Weil Vettel in Suzuka nicht ins Ziel kam, darf die Scuderia es straffrei wechseln.

Auf der Strecke kriegt Ferrari indes Druck von Red Bull, die wie schon an den letzten drei Wochenenden schnell aussehen. Max Verstappen ist am Nachmittag Zweiter, anderthalb Zehntel vor Vettel. Hinter dem Deutschen reihen sich Valtteri Bottas im Mercedes und Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull ein. Vettel-Teamkollege Kimi Räikkönen schafft es nur auf den sechsten Platz.

Nico Hülkenberg beendet die Session als Zwölfter, eine Position hinter seinem neuen Teamkollegen Carlos Sainz. Pascal Wehrlein wird im Sauber als 18. abgewunken.

So lief das erste Training:

Auftakt nach Maß für Lewis Hamilton in ein Wochenende, an dessen Ende der vierte WM-Titel für den Briten feststehen kann. Mit über einer halben Sekunde Vorsprung auf WM-Rivale Sebastian Vettel sicherte sich der Mercedes-Star die Bestzeit im ersten Training. Gewinnt Hamilton am Sonntag, muss Vettel mindestens Fünfter werden, um das Titelrennen offen zu halten - ansonsten ist der Brite vorzeitig Weltmeister.
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Am Freitag kam Hamilton zum Auftakt am besten mit den schwierigen Streckenbedingungen in Austin klar. Der Beginn der Session war nass, vereinzelt setzte immer wieder Nieselregen ein. Im Verlauf der anderhalbstündigen Sitzung trocknete der Circuit of the Americas aber ab, sodass die Piloten ihre schnellsten Zeiten auf Slicks setzen konnten. Hinter dem Top-Duo Hamilton/Vettel reihte sich Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil ein. Red-Bull-Pilot Max Verstappen wurde Vierter, mit über einer Sekunde Rückstand auf Hamilton.

Gemischt verlief das Training für McLaren. Stoffel Vandoorne schaffte es überraschend auf Platz fünf. Fernando Alonso kam mit einem Hydraulikleck aber nicht über eine Installationsrunde hinaus und belegte ohne Zeit den letzten Rang.

Mit Spannung waren auch die Debüts von Carlos Sainz bei seinem neuen Team Renault und von Brendon Hartley im Toro Rosso erwartet worden. Beide schlugen sich achtbar: Sainz wurde Zehnter, war damit schneller als Teamkollege Nico Hülkenberg (P13). Hartley schaffte es direkt hinter dem Deutschen auf Rang 14. Pascal Wehrlein setzte in der ersten Session aus - für ihn nahm Ferrari-Junior Charles Leclerc im Sauber Platz.

Autoren: Frederik Hackbarth, Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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