Mercedes hat seinen Ingenieur Benjamin Hoyle in diesem Oktober verklagt

Formel 1: Mercedes reicht Spionage-Klage ein

— 08.12.2015

Datendiebstahl durch Ingenieur?

Mercedes hat Klage wegen des Verdachts auf Spionage eingereicht: Ein Ingenieur soll versucht haben, vertrauliche Dokumente mit zu Ferrari zu nehmen.

Spionage ist in der Hightech-Branche Formel 1 immer ein Thema: Die grten Wellen schlug 2007 die Spionageaffre um McLaren und Ferrari, als das Team aus Woking auf illegalem Weg an technische Informationen ber das aktuelle Auto der Scuderia gelangt war. McLaren musste damals eine Strafe in Hhe von 100 Millionen US-Dollar zahlen. Nun gibt es offenbar einen neuen Spionagefall, allerdings in deutlich kleinerem Ausma. Im Mittelpunkt steht dieses Mal das Weltmeisterteam Mercedes.

Ingenieur will zu Ferrari

Auch Lewis Hamilton spioniert gerne mal bei Konkurrent Ferrari - allerdings im erlaubten Rahmen

Wie nun bekannt wurde, hat Mercedes AMG High Performance Powertrains, das Daimler-Tochterunternehmen, das die Mercedes-Formel-1-Motoren herstellt, bereits am 19. Oktober 2015 Klage gegen den Mitarbeiter Benjamin Hoyle eingereicht. Hoyle soll unter anderem vertrauliche Daten wie zum Beispiel einen Rennbericht zum Groen Preis von Ungarn 2015 illegal kopiert haben. Pikant: Hoyle teilte Mercedes angeblich bereits im Mai des vergangenen Jahres mit, dass er seinen bis Dezember 2015 laufenden Vertrag nicht verlngern werde.

Kurz darauf erfuhr Mercedes, dass Hoyle sich zur Saison 2016 Konkurrent Ferrari anschlieen wollte. Daraufhin zog man den Mitarbeiter von allen Formel-1-Projekten ab und lie auch alle damit in Verbindung stehenden Daten von seinem Laptop entfernen. Trotzdem habe sich Hoyle laut Mercedes anschlieend noch einmal Zugang zu vertraulichen Daten verschafft und diese auch kopiert. Nachdem Hoyles Aktion aufgeflogen war, soll er die Daten wieder gelscht haben.

Arbeitssperre angestrebt

Mercedes-Boss Toto Wolff (l.) und Ferrari-Chef Maurizio Arrivabene (r.): Wird der Fall Hoyle zum Politikum?

Mit der Klage will Mercedes nun erreichen, dass der Ingenieur auch wirklich ausnahmslos alle Daten wieder an seinen Arbeitgeber zurckgibt. In einem Mercedes-Statement heit es: "Das Unternehmen hat rechtliche Schritte eingeleitet, um sein geistiges Eigentum zu schtzen." Auerdem soll Hoyle eine Arbeitssperre erhalten und frhestens nach Ablauf der Saison 2016 zu Ferrari wechseln drfen. Mercedes spricht von einem "unrechtmigen Vorteil", den die Scuderia andernfalls erhalten wrde. Hoyle steht seit Mai 2012 bei Mercedes unter Vertrag.

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