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Formel 1: Mercedes zittert vor Ferrari

So hängte Ferrari Mercedes ab

Im WM-Kampf geht das Wettrüsten weiter. Doch während Ferrari zuletzt Fortschritte machte, tritt Mercedes auf der Stelle. ABMS zeigt die Technik.
Sebastian Vettel wurde nur Vierter, Lewis Hamilton immerhin Zweiter: Trotzdem leckt man bei Mercedes nicht sichtbare Wunden. Toto Wolff beruft eine Taskforce ein, Valtteri Bottas klagt über die „schwierigste Phase“ seiner Karriere. Eine halbe Sekunde zu langsam sei man gegenüber Ferrari in Malaysia gewesen, analysiert Wolff.
Die Mischung aus viel Abtrieb und hohen Temperaturen soll Schuld sein, dass die Reifen überhitzen. Das Problem: Dann fängt der Mercedes an zu rutschen - ein Teufelskreis beginnt. Umfahren kann solch ein Diva-Fahrverhalten nur Lewis Hamilton. Valtteri Bottas war in Sepang komplett überfordert.
Eine Unbekannte stellt aber das neue Aerodynamikpaket dar, das Mercedes nach Sepang brachte. Währen die Neuerungen von Ferrari perfekt funktionieren und den roten Renner zum besten (wenn auch noch nicht zuverlässigsten) Auto im Feld machten, weiß man bei Mercedes nicht viel damit anzufangen.
Die zwei offensichtlichsten Neuerungen: ein größerer Diffusor seitlich unterhalb der Nase, der den Luftstrom noch besser unter das Auto leiten und Verwirbelungen vermeiden soll (s. oben). Und: Ein neuer Unterboden, der mit einem kleinen Zusatzflügel endet (s. rechts). Dieser soll die Luft noch einmal zusätzlich beschleunigen.
Aber weder Bottas noch Hamilton waren begeistert vom Update. Während der Brite es als „durchschnittlich“ bezeichnete und auf die alte Version zurück wechselte, kam der Finne gar nicht damit klar. Allein: Ob es am Update oder grundsätzlichen Abstimmungsproblemen liegt, darüber ist man sich bei Mercedes nicht einig.
Fakt ist, während der Silberpfeil zickt, ist Vettels rote Göttin zumindest schnell. „Wir können Mercedes in den nächsten Rennen schlagen“, ist sich Vettel sicher. Für einen weiteren Sprung des SF70-H sorgen vor allem zwei Updates. Erstens: ein neuer Unterboden, dessen Schlitze vor den Hinterrädern noch einmal perfektioniert wurden. Sie dichten den Unterboden zum Diffusor hin perfekt ab und erhöhen so den Anpressdruck im Heckbereich (s. oben). Neu auch: vier- statt dreigeteilte seitliche Luftabweiser mit Zacken an der Unterseite (s. rechts).
Mercedes will bis Suzukua am kommenden Wochenende herausfinden, warum das Update nicht wie gewünscht funktionierte. Ferrari indes muss sich darauf konzentrieren, die Zuverlässigkeitsprobleme zu lösen.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Paolo Filisetti

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