Die besten Bilder aus Mexiko

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Formel 1: Mexiko GP 2016

— 30.10.2016

Hamilton siegt vor Rosberg

Lewis Hamilton gewinnt in Mexiko vor Nico Rosberg. Max Verstappen und Sebastian Vettel verlieren ihren dritten Platz nach Strafen jeweils wieder.

Es war der Aufreger beim Mexiko Grand Prix: Max Verstappen, am Sonntag als Dritter hinter Lewis Hamilton und Nico Rosberg über die Ziellinie gefahren, stand schon bereit für die Siegerehrung – und durfte dann doch nicht mitfeiern. Der Red-Bull-Pilot wurde aus dem Raum hinter dem Podest abberufen, stattdessen Sebastian Vettel im Laufschritt zur Podiumszeremonie geschickt. Zuvor waren sich beide auf der Strecke in die Quere gekommen: Verstappen kürzte ab, Vettel schimpfte am Funk, der Holländer bekam eine Fünf-Sekunden-Strafe und verlor P3.
Das Endergebnis hier im Überblick: Das Rennen in Mexiko

Vettel durfte sich nur kurz über Platz drei freuen

Am frühen Abend folgte dann in Mexiko jedoch Teil zwei des Nachspiels. Und der hatte es in sich: Auch Vettel musste den eben erst gewonnenen dritten Rang wieder hergeben! Der Grund: Die Rennkommissare sahen es nach Auswertung von Video-Bildern und Telemetrie-Daten als erwiesen an, dass der Ferrari-Star im Duell mit dem anderen Red Bull von Daniel Ricciardo unerlaubterweise während eines Bremsvorgangs die Fahrtrichtung geändert und damit gegen Artikel 27.5. der Sportregularien verstoßen hatte. Dafür setzte es eine Zehn-Sekunden-Strafe, Vettel fiel wieder hinter Ricciardo und Verstappen auf Rang fünf.
Riesen-Zoff um Verstappen: Krieg zwischen Vettel und Red Bull

Unbeeindruckt von dem großen Zoff zeigten sich indes die Mercedes-Piloten. Nach dem 17. Sieg für die Silberpfeile 2016, der den eigenen Rekord aus den beiden Vorjahren übertrifft, knallten auf dem Podium in Mexiko die Korken. Besonders WM-Spitzenreiter Rosberg liegt weiter auf Kurs: Zwar wurde der Deutsche wie schon vor einer Woche in Austin nur Zweiter hinter Teamkollege Hamilton. Rosberg reichen bei nun 19 Punkten Vorsprung in den verbleibenden beiden Rennen aber ein zweiter und ein dritter Platz zum Titel. Gewinnt Rosberg den nächsten Lauf in Brasilien, steht er bereits vorzeitig als Weltmeister fest.

Hamiltons Freude über seinen 51. Grand-Prix-Sieg, durch den er in der ewigen F1-Bestenliste mit dem Zweitplatzierten Alain Prost gleichzog, tat das aber keinen Abbruch. Das Autódromo Hermanos Rodríguez ist bereits die 23. Formel-1-Strecke, auf der der Brite gewinnen konnte – gleichviele Erfolge an verschiedenen Austragungsorten hat sonst nur Rekordweltmeister Michael Schumacher geschafft.

Hamilton ließ sich vom Publikum in Mexiko feiern

„Mein erster Sieg hier in Mexiko. Das Auto lief sehr gut, vom Gras bis ins Ziel“, konnte sich Hamilton einen Wortwitz nicht verkneifen. In Kurve eins hatte sich der Pole-Mann heftig verbremst und war geradeaus durch die Wiese gefahren, nur um weit vor der Konkurrenz zurück auf die Strecke zu kommen. Ein Vorgehen, das die Rennleitung nicht untersuchte. Hamilton hatte nach der Aktion aber ganz andere Sorgen. „Die Vibration auf dem Reifen war so groß, dass ich beim Anbremsen manchmal nicht mal die Kurven sehen konnte. Ich hatte Angst, dass die Aufhängung bricht und war mir sicher, dass ich an die Box muss und mein Rennen gelaufen ist“, verriet der Brite.

Doch Hamiltons weiche Reifen überlebten den ersten Stint und wurden gegen Medium-Pneus eingetauscht. Ab da konnte der Brite das Rennen an der Spitze leicht kontrollieren. „Ich wünschte, so wäre es die ganze Saison gelaufen“, meinte der Mercedes-Pilot, der mit Blick auf die WM anfügte: „Es ist nie zu spät, das hat die Geschichte schon gezeigt. Ich gebe weiterhin alles und will die gute Pace von hier mit nach Brasilien nehmen.“

Rosberg musste sich hart gegen Verstappen wehren

Auch in São Paulo hat Hamilton zuvor noch nie gewonnen. „Es wäre gut, jetzt damit anzufangen“, kommentierte er, wohl wissend, dass sein Teamkollege nach wie vor die Oberhand hat. „Nico macht einen tollen Job, die Plätze einzufahren, die er braucht“, sagte Hamilton. Rosberg selbst gab die warmen Worte des Rivalen umgehend zurück. „Lewis war dieses Wochenende schneller, das muss ich akzeptieren“, sagte der WM-Führende, der nach dem Rennen trotzdem von einem „guten Tag“ sprach.

Allerdings: Wie Landsmann Vettel war auch Rosberg nicht gut auf Verstappen zu sprechen. „Der Kampf mit Max am Start war hart. Er hat mich von der Strecke gedrängt, das war zu viel“, sagte Rosberg. „Nach dem Schlag dachte ich, mein Auto fällt auseinander. Ich bin froh, dass es gehalten hat.“

Die Kollision zwischen Rosberg und Verstappen war nur eine von mehreren heiklen Szenen am Start. So erwischte es im Getümmel nach Kurve eins unter anderem Pascal Wehrlein, der sein Rennen im Manor nach nur wenigen Metern beenden musste. Deutlich besser lief der Grand Prix für Nico Hülkenberg. Der Emmericher sicherte als Siebter seinem Force-India-Team hinter den sechs Autos der Top-Teams wertvolle Punkte für den Kampf um Platz vier in der Konstrukteurs-WM mit Williams.


Rückblick: So lief der Samstag:

Nico Rosbergs Grinsen nach dem Qualifying zum Mexiko GP war mindestens so breit wie das von Lewis Hamilton. Zwar hatte sich der Brite wie schon vor einer Woche in Austin erneut die Pole-Position für das Rennen geschnappt. Mit Platz zwei betrieb Rosberg aber Schadensbegrenzung. „Nico hat uns echt Sorgen gemacht“, gab Teamchef Toto Wolff zu. „Sein Auto lag nicht gut und er hat sich andauernd beklagt.“

„Lewis bekommt mit seiner aggressiveren Fahrweise die Reifen schneller ins richtige Temperaturfenster“, erklärte Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda. Vor allem bei kühlen Temperaturen wie in Mexiko. Rosberg, vor seinem letzten Versuch nur Vierter, hätte das Zwischenresultat laut Lauda vor „ernsthafte Sorgen für seine Position in der WM“ stellen können. „Ganz am Ende hat er dann aber doch noch die Balance gefunden, die Reifen aggressiver aufgewärmt und eine Wahnsinnsrunde rausgehauen“, lobte der Österreicher.

Ein Lob, das Rosberg nicht hören wollte. „Meine Runde war nicht brillant. Das war nur die von Lewis, deshalb ist er auch zweieinhalb Zehntel vor mir“, sagte der deutsche WM-Spitzenreiter. Trotzdem war Rosberg die Erleichterung anzusehen. „Ich bin zufrieden, dass ich es in die erste Reihe geschafft habe. Das gibt mir für morgen alle Chancen. Ich will wie immer gewinnen“, so der Wiesbadener. „Das Gefühl, dass der Speed im Auto steckt, war immer da. Es hat dieses Wochenende einfach etwas länger gedauert, den Rhythmus zu finden.“

Red Bull wagt den Angriff mit anderen Reifen

Hamilton hingegen glaubte die Antwort für Rosbergs späte Leistungsexplosion zu kennen: „Es war ungewöhnlich: Nico hatte das ganze Wochenende über Probleme. Er hat ziemlich geschuftet, um herauszufinden, wo er sich beim Set-Up verrannt hat. Schließlich folgte er meiner Abstimmung und hat es doch noch hinbekommen", so der Brite.

Die größte Gefahr für die Mercedes-Stars lauert am Sonntag in der Reihe hinter ihnen. Max Verstappen und Daniel Ricciardo starten von den Plätzen drei und vier - und anders als die Silberpfeile auf den superweichen Reifen. „Damit habe ich letzte Woche am Start schon einen Mercedes geschnappt. Ich hoffe morgen kriegen wir beide und können sie dann vor allem in den ersten Runden ärgern“, kündigte Ricciardo an.

Allein: Mercedes wird auf den weichen Pneus länger bis zum ersten Stopp fahren können als Red Bull. Max Verstappen erwartet daher für das Rennen eine Strategieschlacht. „Wir fahren mit einer anderen Taktik, das wird interessant.“ Verstappen weiter: „Auch Platz zwei wäre heute drin gewesen, aber leider habe ich die Runde in Q3 nicht zusammengebracht.“

Groß war die Freude am Samstag bei Nico Hülkenberg. Der Deutsche erwischte ein blendendes Qualifying und startet im Force India als Fünfter: „Mit der Strecke wurde auch das Auto immer besser. Meine erste Runde in Q3 war mega, viel mehr kann man nicht rausquetschen!“ Schlecht lief das Qualifying für Sebastian Vettel. Der Heppenheimer musste sich noch hinter Stallgefährte Kimi Räikkönen als Siebter einordnen. Einen Achtungserfolg verbuchte dagegen Pascal Wehrlein. Der Manor-Pilot zog in den zweiten Qualifikationsabschnitt ein, startet von Position 16. Sein Teamkollege Ocon wurde dagegen nur 21.
Gegner spotten über Ferrari: Vettel sauer auf sein Team


Rückblick: So lief der Freitag

Sebastian Vettel ließ seinem Ärger am Funk freien Lauf. Der Ferrari-Star war am ersten Trainingstag der Formel 1 in Mexiko am Freitag zwar überraschend Tagesschnellster. Doch das Verhalten einiger Kollegen auf der Rennstrecke gefiel dem Heppenheimer gar nicht. Allen voran nervte ihn Ferrari-Vorgänger Fernando Alonso. „Was für ein Idiot“, lederte Vettel aus dem Auto, nachdem der McLaren-Pilot sich bei der Einfahrt ins Stadion neben ihn gedrückt hatte.

Vettel und Ferrari erwischten einen guten Freitag

„Ich hatte heute da draußen so viele Autos vor der Nase, dass es sich angefühlt hat, als würde ich mitten in Mexiko-Stadt im Verkehr stecken“, schimpfte Vettel auch später noch. Aber: Der Speed des Scuderia-Stars stimmte. Mit einer Zeit von 1:19,790 Min. schnappte sich Vettel die Tagesbestzeit, vier Tausendstelsekunden vor Lewis Hamilton.

„Vielleicht hat sich Mercedes noch etwas zurückgehalten. Außerdem war Lewis' Runde nicht ganz sauber“, räumt Vettel ein und mahnt: „Wir müssen realistisch bleiben.“ Den guten Einstand wollte er sich und seinem Team aber trotzdem nicht absprechen. „Ich habe mich von Beginn an wohlgefühlt, das Auto funktioniert gut und es gab keine Probleme“, so Vettel.

Wird es in Mexiko vielleicht doch noch was mit dem ersten Saisonsieg für die Scuderia? Vettel: „Es ist richtig, dass wir dieses Jahr nicht die erhofften Ergebnisse eingefahren haben. Aber wir sind nicht hier, um Zweiter zu werden. Deshalb sollten wir jetzt auch nicht anfangen, kleinere Brötchen zu backen, sondern die Latte weiter hoch hängen. Mit den Regeländerungen ist 2017 alles drin.“

Alles drin sein könnte für Vettel und Ferrari aber auch schon am Sonntag in Mexiko. „Letztes Jahr sind wir hier leider mit beiden Autos ausgefallen. Aber die Pace war schon damals gut, der Kurs scheint uns zu liegen“, erinnerte sich Vettel. „Auch wenn er immer noch so rutschig ist wie vor zwölf Monaten.“ Die glatte Piste bekamen am Freitag so ziemlich alle Piloten zu spüren. Es gab diverse Ausritte und Dreher, das Grip-Level auf dem mit 2200 Metern über dem Meeresspiegel höchstgelegenem Kurs war zum Auftakt äußerst niedrig.

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Hinzu kamen eher kühle Außentemperaturen. Für Ferrari scheinbar positiv. Knapp hinter Hamilton hatten sich Vettel und Kollege Kimi Räikkönen auch schon in der ersten Session am Vormittag eingeordnet. Am Nachmittag wurde der Finne Vierter.

„Ferrari war die Überraschung heute“, stellte auch Nico Rosberg fest. Der WM-Spitzenreiter beendete den Tag als Dritter. In beiden Sessions landete er hinter Titelrivale Hamilton. „Lewis hat den Fokus heute mehr auf den weichen Reifen gelegt, ich auf den harten. Daher war es mit der Performance über eine Runde etwas schwieriger“, gab Rosberg zu bedenken. „Trotzdem muss ich für morgen aber noch ein paar Zehntel auf ihn finden.“

Gut lief der Freitag in Mexiko für Landsmann Nico Hülkenberg. Nach Platz fünf im ersten Training konnte der Deutsche auch am Nachmittag überzeugen, wurde Sechster. Manor-Rookie Pascal Wehrlein schaffte es im zweiten Training immerhin auf die 17. Position.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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