Formel 1 mit Cockpit-Dach

— 07.09.2012

Kommt die Formel 1 unter die Haube?

Formel 1-Autos bekommen wohl bald ein Dach. Das offene Cockpit ist zwar charakteristisch für die Königsklasse, aber zugleich einer der letzten großen Gefahrenherde. Auch die Piloten befürworten eine Art Haube.



(dpa) Michael Schumacher und Sebastian Vettel sind davon überzeugt, dass Formel 1-Rennwagen aus Sicherheitsgründen bald mit einer Cockpit-Kuppel ausgestattet werden. "Das muss die Zukunft sein", sagte der siebenmalige Weltmeister Schumacher am Donnerstag (7. September 2012) in Monza. Vettel geht davon aus, dass dieser Schutz schon bald kommt. Der zweimalige Titelträger räumte aber ein, dass er "kein großer Fan einer Hülle über dem Cockpit" sei. "Es wird aber wohl unvermeidbar sein", glaubt Vettel.

Formel Lebensgefahr: Ist die Formel 1 zu gefährlich?

Schrecksekunde: Nach dem heftigen Startcrash in Belgien 2012 fliegt der Lotus von Romain Grosjean zentimeterdicht an Fernando Alonsos Kopf vorbei.

Die Diskussion über einen wirksamen Schutz des Kopfes im offenen Formel 1-Auto hat sich nach dem schweren Unfall von Spa intensiviert. Beim Großen Preis von Belgien am 2. September 2012 war Romain Grosjean mit seinem Lotus nur knapp einen Meter am Kopf von Ferrari-Pilot Fernando Alonso vorbeigeflogen. Dieser Unfall habe gezeigt, was für schlimme Folgen ein offenes Cockpit haben könne, sagte Schumacher. Er selbst habe eine ähnliche kritische Situation 2010 in Abu Dhabi erlebt, als Vitantonio Liuzzi knapp über seinen Mercedes geflogen war.

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Nach den tödlichen Unfällen von Imola 1994 wurde die Sicherheit in der Formel 1 massiv erhöht.

Schumacher, der sich seit Jahren intensiv um eine Verbesserung der Sicherheitsstandards in der Formel 1 einsetzt, wies darauf hin, dass sich die Bedingungen seit den beiden tödlichen Unfällen von Ayrton Senna und Roland Ratzenberger beim Großen Preis von San Marino im Mai 1994 "drastisch verbessert" haben. Die Erhöhung der Seitenwände des Cockpits nach Karl Wendlingers schwerem Unfall beim Großen Preis von Monaco im Mai 1994 sei "ein Riesenschritt" gewesen.

Schumacher: "Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz"

Schumacher: "Egal, was man macht, einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht."

Der Mercedes-Pilot sagte, dass die inzwischen "sehr hohe Sicherheit solche Schicksalsschläge" wie 1994 "unwahrscheinlich macht". Nun sei noch die nächste Hürde zu nehmen. Eine Gruppe von Ingenieuren arbeite an einer effektiven Lösung für das offene Cockpit. Bei einer Kanzel könnte unter anderem die rasche Bergung eines verunglückten Piloten ein Problem sein. "Egal was man macht, es gibt keinen hundertprozentigen Schutz", meinte Schumacher.

Vettel urteilte, die Formel 1 sollte in jeder Hinsicht Vorbild auch für andere Klassen sein. Der 25 Jahre alte Heppenheimer steht einer Kuppel in erster Linie aus ästhetischen Gründen kritisch gegenüber. "Es sieht nicht schön aus und es passt nicht in die Formel 1", urteilte er. Aber wenn ein anderes Auto angeflogen komme, sei man wohl über so einen Schutz froh. Laut Schumacher sollte "das Aussehen eine untergeordnete Rolle spielen". Er erinnerte an die hässlichen Höckernasen seit dieser Saison. Am Anfang sei das ein großes Thema gewesen und jetzt spreche niemand mehr davon.

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